Zahlen per Selfie ist jetzt möglich

von Sandra Schink

Bezahlen mit einem Selfie? Kann es wirklich so einfach sein? Tatsächlich, Kreditkartenanbieter Mastercard hat diese Identifizierungsmethode bereits in den USA und den Niederlanden getestet und möchte sie ab Sommer 2016 weltweit einführen.

Ayah Balla will das Passwort abschaffen: mit Selfies. Der President bei Enterprise Security Solutions bei Mastercard erklärte CNN Money in einem Interview, wie einfach es zukünftig sein wird, mit seinem Gesicht zu zahlen. Wer auf seinem Rechner einen Online-Einkauf tätigt und als Bezahlmethode Mastercard auswählt, bekommt für die Verifzierung zukünftig eine Mitteilung auf sein Smartphone geschickt. Darüber öffnet man die Identity Check App, macht ein Selfie und schon ist der Kauf autorisiert.

Sicherheit dank Blinzeln

Kann das sicher sein? Da man blinzeln muss, um das Selfie auszulösen, ist es ausgeschlossen, dass jemand einfach ein Foto des Kreditkarteninhabers vor die Kamera hält. Und auch Blinzelvideos können die App nicht täuschen: Nur wer selbst in die Kamera blinzelt, wird auch identifiziert, erklärt Jan Böhler von der Agentur WBCO, die mit der Pressekommunikation für Mastercard betraut ist.

Weltweiter Rollout ab Sommer 2016

Die Testphase in den USA läuft seit Oktober 2015, und im App Store und Google Play Store in den Niederlanden ist die App bereits erhältlich.

Ab Sommer 2016 möchte Mastercard das Zahlen mit dem Blinzeln weltweit möglich machen. Und wer nicht in die Kamera blinzeln möchte, der kann auch alternativ einfach mit seinem Fingerprint bezahlen.

Interview mit Ayah Ballah zum Mastercard Selfie Pay

 

Erklärfilm von Mastercard

Und so funktioniert es. Wenn das Verfahren wirklich sicher ist, dann bedeutet dies das Ende kryptischer Passwörter, die alle sechs Monate verändert werden sollten. Und die bekanntlich bestehen sollten aus mindestens acht Zeichen, einem Großbuchstaben, einem Sonderzeichen, einer Zahl...

 

Amazon will sich das Zahlen per Selfie patentieren lassen Amazon hat bereits im Oktober 2015 das Zahlen per Selfie als Patent eingereicht und setzt auf eine Kombination von Gesichts- und Gestenerkennung. Der Kunde kann dann während des Bezahlvorgangs dazu aufgefordert werden, etwas zu sagen, oder etwas zu tun, damit Fakes ausgeschlossen werden können.

Ob Kunden zukünftig auswählen können, welche Art von Authentifizierung sie bevorzugen, ist noch nicht bekannt.

Artikel vom

von Sandra Schink

Seit 1990 journalistisch tätig. Arbeitete als freie Fotografin für Tageszeitungsredaktionen,
als Redakteurin für Magazine und als Community Managerin für stern.de. Digitales
ist ihr Leben, seit sie 1975 das erste mal Pong gespielt hat. Sie ist überzeugt:
Die Zukunft ist smart.

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