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10 Tipps für einen besseren Umgang mit sozialen Medien

von Christian Zeiser

Soziale Medien können bestens unterhalten, aber sie können auch nerven. Wer diese zehn Regeln einhält, holt das Beste aus ihnen heraus.

Zwei Stunden und 15 Minuten verbringen wir durchschnittlich pro Tag damit, soziale Medien zu konsumieren. Facebook hat mittlerweile über zwei Milliarden Nutzer, YouTube 1,5 Milliarden, WhatsApp 1,3 Milliarden. Auf diesen Medien ist ständig etwas los, doch so zahlreich die Inhalte dort sind, so banal sind sie oft auch. Immer wieder zeigen Untersuchungen, dass soziale Medien sehr nützlich sind – so lange man es nicht mit ihnen übertreibt. Wer diese Tipps befolgt, ist auf dem besten Weg, ein gesundes Verhältnis zu ihnen aufzubauen.

Freundesliste aufräumen

Wer 250 Facebook-Freunde hat, kennt die meisten von ihnen nur flüchtig. Trotzdem tauchen sie immer wieder im Feed auf mit Äußerungen und Aktivitäten, die uns eigentlich nicht einmal interessieren. Wer einmal seine Freunde durchgeht, dabei ehrlich mit sich selbst ist und überlegt, welche von denen wirklich relevant sind, kann seinen Feed deutlich effizienter gestalten. Wer niemanden löschen möchte, kann auch einfach das Abonnement für diese Freunde deaktivieren, sodass ihre Beiträge nicht mehr im Feed auftauchen.

Nicht mit Anderen vergleichen

Die Nutzung von sozialen Medien, das haben Studien ergeben, kann zu Frust und Neid führen. Schon wieder treibt sich eine Freundin in der Südsee herum und postet tolle Strandfotos, ein Freund erzählt vom Bungee Jumping, ein anderer vom Essen im besten Restaurant der Stadt. Facebook und Co. stellen nicht das Leben dar, sondern sie zeigen nur ausgewählte Highlights. Ansonsten ist das Leben der so glamourösen Freunde genauso normal wie das eigene. Sich dies immer mal wieder vor Augen zu führen, beugt Frust vor.

Durchatmen und gegenlesen

Ein Post ist schnell abgesetzt, aber nicht schnell durchdacht. Wer sich im Ton vergreift, bekommt das oft schnell zu spüren – in Form eines Shitstorms oder durch den Verlust von Freunden. Die Reaktionszeiten auf sozialen Medien sind oft kurz. Umso länger sollte die Zeit sein, die man sich nimmt, bevor man einen Post absetzt. Lesen Sie ihn noch einmal in Ruhe durch, bevor Sie auf „Senden“ klicken. Treffen Sie den Ton, bringen Sie das herüber, was Sie sagen wollen? Jeder Autor liest mindestens zweimal über den fertigen Text, bevor er ihn veröffentlicht. Das sollten Sie auch auf sozialen Medien tun.

Ehrlich bleiben

Sophie Gray ist eine junge kanadische Fitness-Bloggerin, die eines Tages genug hatte. „Ein Sixpack und eine thigh gap machen dich nicht glücklich. Pizza und Kekse dagegen sind einfach nur köstlich“, räumte sie mit dem Fitness-Fetisch, den sie zuvor noch selbst propagiert hatte, auf. Die Folge: Über 60.000 ihrer zuvor mehr als 400.000 Follower kündigten das Abo. Sophie Gray ist trotzdem froh, denn es bleiben immer noch 370.000, die ihrem Instagram-Account die Treue halten – nun, da sie keine falschen Träume mehr präsentiert und sich so akzeptiert hat, wie sie ist.

Smartphone raus aus dem Schlafzimmer

Wer nach dem Zubettgehen noch einmal den Social-Media-Feed durchgeht, bringt sich um den gesunden Schlaf und schläft unter Umständen auch unruhiger. Was wir direkt vor dem Einschlafen tun, hat nämlich einen großen Einfluss auf die Qualität unseres Schlafes. Im Bett sollten wir Energie für den neuen Tag tanken. Das Smartphone kann dies auch in der Küche oder anderswo tun.

Social Media rationieren

Wer sich zu oft mit dem sozialen Feed beschäftigt, riskiert, darüber echte Freunde zu vernachlässigen. Deswegen sollten klare Regeln gelten, zu welchen Zeiten oder Gelegenheiten das Smartphone in der Tasche bleibt – etwa beim Kaffee oder Bier unter Freunden. Idealerweise legen Sie bestimmte Zeiten fest, an denen Sie sich Ihrem Feed widmen, etwa eine halbe Stunde morgens und eine halbe Stunde abends. So verpassen Sie keine Neuigkeiten und haben ein besseres Social-Media Erlebnis. So viel Spannendes, dass man halbstündlich die App checken muss, passiert nämlich nicht.

Wissen, was man wollte

Es ist uns allen schon passiert: Wir wollten ein YouTube-Video zu einem bestimmten Thema sehen – und eine Stunde später hangeln wir uns immer noch durch die Liste der vorgeschlagenen Videos. Auf diese Weise verbrennen wir Zeit und ärgern uns anschließend, dass wir das, was wir uns vorgenommen hatten, wieder nicht geschafft haben. Hier ist etwas Disziplin gefragt: Sobald wir das ursprüngliche Video gesehen haben, ignorieren wir die Vorschläge und widmen uns wieder einer sinnvollen Tätigkeit. Das verhindert Frust.

Apps löschen

Wem es schwer fällt, unterwegs mit Freunden nicht ständig die sozialen Apps zu checken, sollte diese einfach deinstallieren. So bleibt die Zeit mit Freunden für eben diese reserviert. Facebook, Twitter und Co. können warten, bis Sie wieder daheim vor dem Computer sitzen.

Nicht die Trolle füttern

So anregend eine Online-Diskussion in sozialen Netzen auch sein kann: Zu oft gleiten diese ab und bestehen nur noch aus Beschimpfungen. Gehen Sie auf solche Diskussionen gar nicht erst ein. Für Trolle gibt es nicht Schöneres, als wenn ihr Opfer auf Gemeinheiten auch noch antwortet. Tun sie ihnen nicht den Gefallen, sondern gehen Sie einfach weiter.

Instagram kann warten

Am Badesee, im Café oder im Urlaub: Wer sich in schönen Momenten vor allem damit beschäftigt, den perfekten Instagram-Filter zu finden, verpasst die Hälfte. Machen Sie ein Foto, aber genießen Sie vor allem den Moment. Den Filter übers Bild legen, einen Kommentar schreiben und es posten können Sie noch am Abend. Genießen Sie den Moment, Instagram und Facebook laufen nicht weg.

Artikel vom

von Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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