Powerbanks: Was man wissen muss

Wer viel unterwegs ist, braucht fürs Smartphone eine mobile Ladestation. Was man wissen muss, um nicht zur Falschen zu greifen.

Toa Heftiba/Unsplash

Wahrscheinlich standen wir alle schon einmal vor dieser Situation: Wir waren in einer fremden Stadt unterwegs, haben zwischendurch viele Fotos mit dem Smartphone gemacht, uns von Google Maps durch die Straßen navigieren lassen, und irgendwann war der Akku leer. Nun kann man sich für zwei Stunden in ein Café setzen und derweil das Smartphone an eine Steckdose anschließen, ideal ist das aber nicht. Wem schon einmal der Akkustrom in einem Flughafen-Terminal ausging, weiß auch, wie lange man dort gerne nach einer freien Steckdose suchen kann.

Besser wäre es, auf Reisen eine Powerbank dabeizuhaben. Die mobilen Ladestationen speichern genug Strom, um das Smartphone über dessen USB-Anschluss wieder aufzuladen. Der Markt für Powerbanks ist mittlerweile entsprechend groß und es gibt sie überall, nicht zuletzt in den Elektronik-Shops der angesprochenen Terminals. Besser als ein Last-Minute-Kauf dort ist es aber, sich vorher ein wenig umzusehen und zu informieren, bevor man zum falschen Modell greift.

Vorsicht bei der Ladekapazität

Zunächst einmal ist die Angabe der Kapazität einer Powerbank zwar nicht falsch, aber trügerisch: Der Wert von zum Beispiel 5000 mAh besagt nämlich, dass der Akkupack diese Menge an Energie aufnimmt, bis er voll geladen ist. Davon gibt er allerdings nur etwa die Hälfte auch wieder an angeschlossene Geräte ab. Der Rest geht anderweitig drauf, etwa beim Umwandeln der Spannung oder als Wärme beim Aufladen. Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Der Akku im iPhone XS hat eine Kapazität von 2659 mAh. Eine 5000-mAh-Powerbank liefert etwa genau so viel Energie, hat also nur genügend Saft, um das iPhone einmal aufzuladen und muss anschließend selbst wieder an die Steckdose. Das Samsung Galaxy 9 mit seinem 4000-mAh-Akku bekäme eine 5000er-Powerbank noch nicht einmal vollständig geladen.

Faustregel sollte sein: Wer viel unterwegs ist und häufig das Smartphone nachladen muss, sollte darauf achten, dass die Powerbank die vierfache Kapazität des Smartphones hat. Damit sind zwei volle Ladezyklen immer bereit. Die Investition in eine Powerbank mit einer Kapazität von 20.000 oder mehr mAh lohnt sich also fast immer.

Welche Powerbank soll es sein?

Wir wollen und können hier keine ausführlichen Testberichte liefern, diese kommen wesentlich verlässlicher von Experten wie den Testern bei chip.de. Für die Entscheidung wichtig sollte allerdings sein, dass die Powerbank den Quick-Charge-Standard beherrscht. Der sorgt dafür, dass die Powerbank sich dem Mobilgerät anpasst und es nach Möglichkeit mit höherer Spannung, also schneller auflädt. Wichtig ist außerdem, welche Geräte man aufladen will. Sollen nicht nur Smartphones, sondern hin und wieder auch einmal eine Systemkamera oder ein größeres Tablet mit neuer Energie versorgt werden, kommt man um eine Powerbank mit hoher Kapazität definitiv nicht herum.

Worauf man sicher verzichten kann, sind zusätzliche Gimmicks, die manche Powerbank mitbringt. Einige haben eine eingebaute Taschenlampe. Die hat das Smartphone in aller regel allerdings auch. Insofern sollte man lieber in das investieren, was die Powerbank eigentlich können sollte, nämlich Mobilgeräte schnell und zuverlässig wieder aufzuladen.

Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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