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Keyless Go – smarte kleine Alltagshilfe

von Tobias Hager

Wer kennt nicht das leidige Problem mit vollgepackten Händen vor dem verschlossenen Auto zu stehen. Keyless Go verspricht Abhilfe zu schaffen. Warum ist Keyless Go nicht nur eine Spielerei, sondern eine echte Hilfe im Alltag? Hier kommen die Antworten.

Lassen Sie mich erstmal eine kleine Grundvorstellung der Idee präsentieren. Keyless Go bedeutet so viel, dass man keinen Schlüssel mehr braucht, um das Auto zu starten und auch nicht mehr auf einen Knopf drücken muss, um es zu öffnen. Keine Sorge, für Sicherheit ist gesorgt. Anstatt des besagten Schlüssels benötigen Sie eine Art Schlüsselkarte. In der Regel ist diese nicht größer als eine Kreditkarte und nur unwesentlich dicker. Darauf findet man bei den meisten Autoherstellern auch Knöpfe, um das Fahrzeug „manuell“ zu öffnen. Gebraucht werden diese kleinen Freunde aber selten. Ist die Schlüsselkarte in ausreichender Nähe zum Auto, öffnet es automatisch.Viele Modelle wie zum Beispiel der Renault Espace oder die meisten BMW- und Ford-Fabrikate bieten sogar die Möglichkeit, die Heckklappe mittels einer kleinen Fußbewegung zu öffnen. Gestartet wird dann mit einem Startknopf neben dem Lenkrad.

Keyless Go sorgt für Skepsis

Viele Menschen stehen der Idee allerdings skeptisch gegenüber. Dabei ist Keyless Go doch eine echte Hilfe, wenn man mal gerade keine Hand frei hat. Keyless Go ist die Hilfe in der Shopping-Not. Das System sorgt für offene Türen, sobald Sie Ihrem Fahrzeug nahe genug sind. Alle Einkäufe können dann schnell eingeladen werden, ohne diese mühsam abstellen zu müssen. Dadurch spart man nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Wer sich anschließend auf den Fahrersitz setzt und das Auto starten will, muss auch dort nicht mehr nach dem Schlüssel suchen. Solange sich die Schlüsselkarte in ausreichender Nähe befindet, startet der Motor per Knopfdruck.

Die Technologie passt grundsätzlich perfekt in einen smarten Lebensstil. Warum sich mit der lästigen Suche herumärgern und wertvolle Zeit verlieren? Außerdem soll uns das Auto schließlich, genauso wie das Smartphone oder Ultrabook, im Alltag helfen, oder? Wie automatisch muss ein Auto sein? Zugegeben, es gibt Kritiker. Warum das Auto noch automatischer machen, wenn wir ohnehin schon die Kontrolle in so vielen Lebensbereichen abgeben. Nun bewegen wir uns hier in einer Grundsatzdiskussion. Mir persönlich ist es nicht wichtig in Themen hängen zu bleiben, die ich weder ernsthaft beeinflussen, noch wirklich entkräften kann.Ich erinnere mich gerne an das Thema „Tobi und das Automatikgetriebe“ von vor einigen Jahren zurück. Als ich damals verschiedene neue Automodelle testen durfte, saß ich auch plötzlich in einem Automatikfahrzeug. Intuitiv wollte ich gleich aussteigen, da ich eigentlich ein Gegner von Automatikgetrieben war. Nach wenigen Sekunden konnte ich mich trotzdem dazu durchringen, es zu fahren und bemerkte schnell die interessanten Vor- und Nachteile eines Automatikgetriebes. Ähnlich ging es mir bei den ersten Keyless Go-Modellen. In meinem Kopf schwirrten Begriffe wie Spielerei, Marketing-Geschwätz, Risiko und vieles mehr herum.

Doch das meiste davon stimmt schlichtweg nicht. Nachdem ich inzwischen versuche, neue Technologien zu meinem Vorteil zu nutzen, kommt mir Keyless Go sehr gelegen. Wie oft stand ich bereits vor einem Auto und wusste nicht, wo genau sich die Schlüsselkarte in meinen Taschen befindet. Trotzdem konnte ich losfahren. Nun muss ich das gleich einschränken. Einige Modelle lassen sich tatsächlich nur starten, wenn die Schlüsselkarte in unmittelbarer Nähe zum Sensor liegt. Das hat logischerweise auch einen sinnvollen Sicherheitszweck. Allerdings muss ich die Karte nicht im Regen vor dem Auto suchen, was einen erheblichen Fortschritt für mich darstellt.

Risiko von Keyless Go-Modellen

Eines vorweg: Es gibt keine erhöhten Diebstahlszahlen, die sich auf die Keyless Go-Technologie zurückführen lassen. Natürlich werden SUVs in Deutschland gerne gestohlen und natürlich haben viele von den Outdoor-Schlachtschiffen auch Keyless Go an Board. Ein direkter Zusammenhang zwischen Keyless Go und Diebstahl lässt sich aber im Moment nicht erkennen. Selbst der ADAC bestätigte das vor kurzem. Der Fairness halber sei aber gesagt, dass es kleine Geräte gibt, welche die Frequenz der Keyless Go Schlüsselkarten sozusagen auffangen und duplizieren, um das Fahrzeug anschließend öffnen und theoretisch auch starten zu können. Um die Frequenz aber zu kopieren, muss sich das Gerät eine Weile in unmittelbarer Nähe der Schlüsselkarte befinden. Zudem ist es nicht so, als ob sich jeder einen kleinen Frequenzscanner im Supermarkt nebenan kaufen kann. Wenn ich mir aber das nächste Mal meine Lieblingsschokolade kaufe, werfe ich einen Blick ins Regal. Vielleicht finde ich so ein Gerät und werde dann natürlich schnellstmöglich von der vermeintlich smarten Anwendung berichten.

Auto ohne Schlüssel, autonomes Fahren und Elektromobilität – wohin führt uns der Weg?

Natürlich verlieren wir nach und nach die Kontrolle über das Auto. Wir schalten nicht mehr selbst, drehen den Schlüssel dank Keyless Go nicht mehr um und müssen nicht mal mehr Benzin oder Diesel tanken. Am Ende werden wir auch das Lenkrad nicht mehr unter Kontrolle haben. Das ist eine Wunschvorstellung vieler Tesla-Anhänger und Wirtschaftsvertreter. Doch lassen wir die Kirche mal im Dorf. Soweit sind wir noch lange nicht. Keyless Go ist weder der Anfang vom Ende, noch eine Spielerei für Geeks. Die Technologie ist ein nützlicher kleiner Helfer, der uns nicht weh tut. Natürlich haben viele Menschen erstmal Angst vor dem Unbekannten und vor allem Angst vor neuen Technologien. Selbst wenn es sich dabei um so banale und kleine Hilfen wie Keyless Go handelt, nehmen einige Leute erstmal kritisch Abstand. Das ist auch richtig so. Nachdem sich die Technologie nun aber extrem weiterentwickelt hat und auch Sicherheitsprobleme von den Autoherstellern behoben wurden, darf man sich meiner Meinung nach ruhig mal dem Nutzen hingeben. Schließlich bedeutet Keyless Go nicht vollkommen die Kontrolle zu verlieren, sondern einfach nur die Autotür ohne Schlüssel zu öffnen. Übrigens, die meisten Carsharing-Anbieter bauen zu 100% auf Keyless Go. Denen werden relativ selten Autos gestohlen und Carsharing an sich ist ja bereits eine denkbar schöne und smarte Alternative zum Autokauf.

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von Tobias Hager

Tobi ist ein großer Freund neuer Technologien und des digitalen Zeitalters. Egal
ob soziale Medien, SEO oder Content-Marketing - er fühlt sich in vielen Bereichen
zu Hause. Als ausgebildeter Journalist bringt er viele Jahre Erfahrung aus den Bereichen
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