TomTom Bandit-Actionkamera: Gut verlinkt und flexibel

von Sandra Schink

Ist die TomTom Bandit-Actionkamera ein GoPro-Killer? Fast - außer bei der Bildqualität. Eindrücke von der kompakten und attraktiven ActionCam von TomTom.

Was mich bisher von der Anschaffung der marktführenden ActionCam GoPro abgehalten hat, ist ihr komisches Format: Das ist so eine kleine Kiste, die man für den Spritzwasserschutz in einem extra Gehäuse fummelig im richtigen Winkel an Lenkrädern, Helmen oder Karosserien befestigen muss. Die neuste ist nun ein Würfel, mir aber immer noch zu sperrig und eckig und auch mit den Befestigungen nicht schön gelöst.

Da die Anschaffung einer ActionCam aber nicht brannte, habe ich auch nicht nach Alternativen gesucht. Die TomTom Bandit fiel mir nun zufällig in die Hände und nach einigen Wochen Arbeit damit kann ich sagen: Schon ganz schön gut.

Design- und Handling-Konzept, das überzeugt

Im Gegensatz zu den vielen neuen günstigen GoPro-Alternativen, die es derzeit auf dem Markt gibt, die alle aussehen wie GoPro-Klone, ist TomTom mit seiner Bandit Actionkamera einen völlig anderen Design-Weg gegangen. Statt sperriger Mini-Kiste ist die TomTom Bandit eine kleine Mini-Tonne: Weiß mit rotem Streifen und schwarzen Akzenten, klassische klare Linien und auf den ersten Blick wirken die Bedienelemente aufgeräumt. Das Gehäuse wirkt stabil und wertig und macht einen vertrauenserweckenden, gut verarbeiteten Eindruck.

TomTom Bandit: Drehbare HalterungOben ist ein kleines Display, auf dem das Menü angezeigt wird, das mit der roten Stern-Taste auf der Rückseite aktiviert und dem schwarz umrandeten Taster bedient wird. Vorne ist die Weitwinkel-Linse, die - wie die ganze Bandit - bereits spritzwassergeschützt ist. Will man Action unter Wasser filmen, gibt es beim optionalen Zubehör auch eine Unterwasserlinsenabdeckung für Tauchgänge bis zu 40 Meter Tiefe.

Unten ist mittels Ringen um die kleine Tonne herum eine Metallbefestigung angebracht, die sich nicht nur einfach, schnell und sicher auf die mitgelieferten Halterungen anbringen lässt, sondern - und das ist der Clou - auch auf die linke oder rechte Seite der Tonne drehen lässt. Erfordert eine Aufnahme also eine seitliche Befestigung, zum Beispiel an einem Auto, dreht man die Tonne in der Befestigung einfach wieder ins Querformat. Spezielle Befestigungen für diesen Anwendungsbereich, die meist auch noch wenig windschnittig sind, sind hier also nicht nötig.

TomTom Bandit Akku mit Speicherkarte im Stick-StyleDie Micro-SD-Speicherkarte befindet sich innen im Akku, das wie ein USB-Stick funktioniert. So ist kein Ladekabel nötig: Für die Übertragung der Videos auf den Rechner, für den es zusätzlich die kostenlose Schnittsoftware Bandit Studio gibt, wird der USB-Stick direkt eingesteckt und das Akku so auch automatisch geladen.

Einfach markieren und schneiden per App

Die zur TomTom Bandit zugehörige App für iOS und für Android ermöglicht nicht nur via integriertem WLAN die Fernsteuerung der ActionCam, sondern dank integriertem Medienserver auch das schnelle und einfache Markieren, Schneiden, Musikvertonen und Teilen der gerade erstellten Videos. Die besten Stellen im Video können bereits während des Filmens mit einem Druck auf den Stern-Knopf an der Hinterseite oder sogar durch die eingebauten Bewegungssensoren automatisch markiert werden, aber auch später in der App ist dies nach Sichtung des Material möglich.

Das Markieren mit Bewegungssensoren ist natürlich keine übermäßig präzise Methode, sie hilft aber beim nachträglichen Sichten besonders bei den bis zu drei Stunden langen Videos, schnell zu spannenden Stellen zu springen, um dann noch den schönsten Ausschnitt frei wähen zu können.

Die Verbindungsmöglichkeiten der ActionCam mit TomTom-Trackern und durch das integrierte GPS können in den TomTom-Videos auch Daten wie zum Beispiel die Geschwindigkeit oder die Herzfrequenz in das Video eingeblendet werden.

Der Haken: Die Bildqualität

4k-Aufnahmen sind mit der TomTom Bandit möglich, aber nicht schön, da sie hier nur 15 Bilder pro Sekunde aufnimmt. Hier sind HD-Videos in kleineren Formaten die bessere Wahl, 1080p60 erscheint mir am besten. Zudem neigt sie bei wenig Licht und in Schattenbereichen zum deutlichen Rauschen, das die Freude über diese einfach zu händelnde ActionCam mit diesen vielen durchdachten Lösungen leider schmälert. Auch im Detailreichtum und der Schärfe kommt sie nicht gegen die GoPro Hero4 an, auch wenn sie in bestimmten Lichtsituationen kontrastreicher wirkt. Hier muss TomTom noch nachbessern. Vergleichsvideos finden sich auf YouTube

TomTom BanditFazit

Die TomTom Bandit ist von der Bildqualität her noch kein GoPro-Killer, aber sie kommt sehr nah ran. In allen anderen Punkten liegt sie für mich vorn, und ich hoffe auf ein Update, das mich auch im letzten Punkt noch überzeugen kann. Wer bereits Besitzer des GoPro-Systems ist, kann sich bei der Erweiterung seines ActionCam-Parks über den Halterungsadapter von TomTom freuen.

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von Sandra Schink

Seit 1990 journalistisch tätig. Arbeitete als freie Fotografin für Tageszeitungsredaktionen,
als Redakteurin für Magazine und als Community Managerin für stern.de. Digitales
ist ihr Leben, seit sie 1975 das erste mal Pong gespielt hat. Sie ist überzeugt:
Die Zukunft ist smart.

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