Garmin vívomove: Update der klassischen Uhr

von Rob Vegas

Armbanduhren gibt es in allen Variationen am Markt. Richtig clever sind aber die Smart-Fitnesstracker. Hier erfahren Sie mehr zum Garmin Vívomove. 

Ein Hybrid aus Tracker und Uhr

Die Garmin vívomove will das Beste aus beiden Welten miteinander in einem klassischen Design verbinden. Auf den ersten Blick sehen wir hier eine moderne Armbanduhr mit Lederarmband für jeden denkbaren Anlass. Schaut man sich dann allerdings das Ziffernblatt genauer an, so erkennt man die zwei Anzeigen links und rechts, welche nicht so recht ins Bild passen wollen. Es handelt sich dabei nicht um eine Datums- oder Mondphasenanzeige, sondern hier sehen wir die Aktivitätszeigen der Garmin vívomove. Nur sollte man diese Uhr bloß nicht als Smartwatch bezeichnen und sie dann mit der Konkurrenz am Markt vergleichen. Im Kern ist es eine Armbanduhr. Sie bietet nur im Unterbau ein paar sehr smarte Funktionen für sportliche Aktivitäten.

Wo ist das Ladekabel?

Als versierter Nutzer habe ich natürlich in der Verpackung der Garmin vívomove sofort nach einem passenden Ladekabel gesucht. Wo ist es denn nur? Und wo ist eigentlich der Micro USB Stecker an der Uhr versteckt, damit man die smarte Uhr wieder aufladen kann? Ich habe sicherlich ein paar Minuten mit meiner Suche verbracht und hielt mich schon selbst für ziemlich dämlich. Ich hätte noch drei Jahre suchen können und hätte weder Kabel noch Steckplatz gefunden. Diese Uhr wird nicht täglich aufgeladen. Sie wird gar nicht per USB-Kabel aufgeladen. Das klingt jetzt sicher verrückt, aber es ist das Konzept der Garmin vívomove. Der Hersteller gibt die Akkulaufzeit mit ca. 1 Jahr an. Sie haben richtig gelesen. Es handelt sich einfach um eine auswechselbare CR2025-Knopfzelle. Ein Fall für den örtlichen Uhrmacher. Die Ingenieure von Garmin schaffen es allerdings mit dieser kleinen Batterie fast zwölf Monate lang Daten von der Uhr mit dem Smartphone über Bluetooth auszutauschen. Ein sehr ähnliches Konzept verfolgt Casio bei seinen G-Shock Uhren. In diesen Uhren werkelt kein riesiges Betriebssystem, sondern man versucht überall Energie zu sparen. Lediglich kurze Abgleiche der Daten via Bluetooth ermöglichen dann eine so lange Batterielaufzeit.

Fitness-Tracker im Design einer Uhr

Ich mag das Konzept der Garmin vívomove, weil es sehr mutig vom Hersteller ist, hier einen eigenen Weg zu gehen. Was braucht eine smarte Uhr überhaupt? Will man ein Farbdisplay mit Touchscreen? Oder will man vielleicht eher ein paar sehr smarte Funktionen im gewohnten Design einer modernen Armbanduhr, welche man auch zum Meeting bei der Bank tragen kann? Aktuell ist diese Frage noch gar nicht endgültig geklärt und richtig überzeugt sind die Menschen auch noch nicht von einer Uhr aus dem Hause Apple. Garmin experimentiert hier bei der vívomove mit der Hochzeit von Fitnesstracker und Armbanduhr. Über die Garmin Connect:tm: App kann man seine Fortschritte, individuelle Tagesziele und Aktivitäten speichern und auswerten lassen. Die eigentliche Analyse findet erst mithilfe des Prozessors im Smartphone statt. Hier errechnet die App von Garmin dann den Kalorienverbrauch, die Fortschritte und kann auch diese Erfolge online teilen. Vor allem aber scheint Garmin nicht hundert verschiedene Apps für seine Produkte anzubieten, sondern bietet mit der Garmin Connect:tm: App eine App für sehr viele Produkte aus dem eigenen Hause an. Zur Synchronisation mit der vívomove drückt man einfach ein paar Sekunden die Krone an der Uhr und schon verbinden sich die beiden Geräte. Das war sehr einfach und ist auch von Einsteigern zu bewältigen.

Was wird angezeigt?

Neben der Uhrzeit sehen wir zwei geschwungene Balken im Ziffernblatt hinterlegt. Die linke Anzeige zeigt die Anzahl der eigenen Schritte an. Diese Anzeige kann man in der App auch selbst mit eigenen Zielen justieren. Daneben sieht man auf der rechten Seite den roten Balken der Verdammnis! So fühlt er sich zumindest schnell im Kopf an und warnt mit seiner roten Farbe vor Inaktivität. Wieder zu lange auf dem Bürostuhl gesessen? Diese Anzeige merkt es und verschwindet erst wieder, sobald sich ihr Träger ein wenig bewegt hat. Natürlich könnte man sie für diesen Effekt auch der Katze umbinden, aber man will ja nicht unbedingt schummeln. Es gibt keinen Vibrationsalarm und auch keine Sounds. Ich empfand diesen Umstand als sehr angenehm, weil der Fokus klar auf der Uhr liegt. Ich sehe durch die Nutzung der Garmin vívomove die aktuelle Uhrzeit und habe zusätzlich noch Anzeigen zu meiner persönlichen Fitness, welche ich dann im Zusammenspiel mit der App auf dem Smartphone noch weiter planen und analysieren kann. Dabei ist die Uhr sogar wasserdicht und es gibt verschiedene Armbänder, welche sich per Schnellverschluss leicht wechseln lassen. So kann man die Uhr sehr sportlich mit Gummiarmband beim Sport tragen und später auf das elegante Lederarmband wechseln. Das Edelstahlgehäuse ist mattiert und insgesamt macht die Uhr einen modernen Eindruck. Lediglich beim Mineralglas habe ich meine Bedenken, ob es lange vor Kratzern schützen wird.

Wer trägt eine Garmin vívomove?

Diese Frage entscheidet natürlich am Ende der Markt selbst, doch ich habe mit diese Frage selbst gestellt. Garmin ist keine Uhrenmarke in der Liga von Tissot. Mit 169 Euro ist das Einsteigermodell auch vergleichsweise preiswert. Je nach Variante und Armbändern geht der Preis dann hoch bis ca. 300 Euro. Verbaut ist auch laut Rückseite kein besonderes Werk aus der Schweiz. Dennoch sollte die Uhr genügend Fans finden. Ich glaube die Zielgruppe für diese Uhr sind gerade solche Menschen, welche keinen großen Wert auf die traditionellen Uhrenschmieden aus der Schweiz legen. Sie wollen aber auch keine überdrehte Smartwatch, sondern die Funktionen eines Fitnesstrackers direkt in ihrer Armbanduhr integriert wissen. Das ist ein sehr cleverer Hybrid, weil nicht mehr zwei einzelne Objekte nötig sind. Meine Uhr ist mein Fitnesstracker und ich muss sie deswegen noch lange nicht jeden Abend an das Netz hängen. Das ist sehr smart gedacht. Wer dagegen sehr viel Wert auf Statussymbole legt, sollte lieber auf die erste Smartwatch von Breitling warten.

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von Rob Vegas

Seit 2003 im Netz unterwegs. Blogger, Digital Native, falscher Harald Schmidt
auf Twitter und neuerdings Papa mit Vorliebe für Gadgets.
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