Fitbit Charge 3: Ein Fitness-Tracker, der Beine macht

Mit dem Fitbit Charge 3 hat der amerikanische Pionier von Fitness-Wearables eine deutlich getunte Version des Vorgängers auf den Markt gebracht. Wir haben ihn ausprobiert.

Richard Schunemann/Unsplash

Mit dem Fitbit Charge 3 hat der amerikanische Pionier von Fitness-Wearables eine deutlich getunte Version des Vorgängers auf den Markt gebracht. Wir haben ihn ausprobiert.

Wer sich einen Fitness-Tracker zulegen will, kommt an der Marke Fitbit kaum vorbei. Zwar haben Apple-Watches laut Statista inzwischen mächtig aufgeholt, aber inhaltlich und vor allem preislich spielen sie in einer anderen Liga, lassen sich also nur bedingt miteinander vergleichen. Eines ist aber sicher: Der gerade gelaunchte Fitbit Charge 3 überzeugt mit vielen interessanten, neuen Features. Auf den ersten Blick überrascht das hochwertige Design: Das schwarze Display sieht mit neuer, noch geringerer Profilhöhe edel aus. Das Gehäuse besteht aus Aluminium in Roségold, das dazu gehörende Textilarmband ist aus Gewebe, das in vielen Farben lieferbar ist. Meine Farbe ist lavendel, ich bin beeindruckt von der schlanken Silhouette am Handgelenk, die zudem kaum etwas wiegt. Ein deutlich anderes Gefühl als die schwere Fliegeruhr, die ich sonst trage.

Fitbit Charge 3: Größeres und helleres OLED-Touch-Display

Am auffälligsten ist das größere Display verbunden mit mehr Helligkeit. Dadurch lässt es sich unter Sonneneinstrahlung gut ablesen und passt sich dank verbesserter Sensoren jeder Lichtsituation an. Außerdem funktioniert das Display inzwischen als Touchscreen. Es gibt keinen Knopf mehr, sondern nur eine kleine Einbuchtung am rundum bündigen Gehäuserand, die sich durch leichtes Wischen aktivieren lässt.

Verbesserte Sensoren für Bewegung und Gesundheit

Offensichtlich hat Fitbit auch die Sensorik stark überarbeitet. Es gibt eine sensible 24/7-Pulsmessung, die man sich über ein frei wählbares Design des Displays anzeigen lassen kann. In der Fitbit-App sind auch die anderen Gesundheitsdaten auf einen Blick erkennbar – von zurückgelegten Schritten, Kalorienverbrauch, Trainingsmustern bis Schlaftracking. Wer will, kann noch mehr Daten einspeisen, etwa, was er gegessen und wie viel er getrunken hat. Das wird dann ebenfalls erfasst und taucht in der Auswertung auf. Ebenfalls neu ist der Women‘s Health Bereich. Um ihn einzurichten und nutzen zu können, muss man persönliche Fragen nach Verhütungsmethoden, Zyklus, Periode und anderen Befindlichkeiten beantworten. Offensichtlich lassen sich darüber auch fruchtbare Tage bestimmen, was für Frauen mit Kinderwunsch interessant sein könnte.

Genaue Messungen sind von der Armbewegung abhängig

Mich interessieren vor allem verschiedene Trainingsbereiche und meine Schlafqualität. Ich schwimme viel und schlafe wenig. Genauer: Mein Schlaf ist in letzter Zeit nicht mehr so zuverlässig wie früher. Ich würde gern mal wissen, wie genau die Sensoren verfolgen können, was nachts abgeht. Aber zunächst zum Training: Der Charge 3 ist inzwischen wasserdicht, bis 50 Meter – wie ich den technischen Daten entnehmen kann. Am Beckenrand starte ich das Trainingsprogramm „Schwimmen” mit 30 Minuten, das entspricht in etwa den 1500 Metern, die ich in der Regel zurücklege. Die Stoppuhr signalisiert mir durch eine leichte Vibration am Handgelenk, dass meine Trainingszeit abgelaufen ist.

Bei der Auswertung in der App dann die Ernüchterung: Der Tracker hat zwar erkannt, dass es sich beim Pool um ein 25-Meter Becken handelt. Was er aber nicht verfolgen konnte: Weite Teile des Trainings bestehen nur aus Beinarbeit, wobei die Arme ruhig auf einem Brett liegen. 20 Bahnen sind deswegen nicht berücksichtigt worden, was die Anzahl der tatsächlich zurückgelegten Bahnen reduziert und die durchschnittliche Geschwindigkeit nach unten rockt. Ich hätte mir den Fitbit Charge zwischendurch ans Bein binden müssen, um eine genaue Auswertung zu bekommen. Schade!

Insgesamt kann man zwischen 15 verschiedenen Sportarten wählen, darunter auch Yoga und Fitnesskurse. Die dazugehörige App wertet aus, in wie viel Prozent Kardio, Fettverbrennung oder Höchstleistung sich das Training aufgeteilt hat. Man kann mit dem Charge 3 aber auch runterfahren und entspannen: Es gibt eine Funktion, die geführte Atemübungen anbietet. Diese passen sich der eigenen Herzfrequenz an, was ich richtig gut finde.

Sleep Score zur Bewertung der Schlafqualität

Die Überwachung der Schlafquantität funktioniert einwandfrei. Ich komme im Wochenscore auf durchschnittliche 6 Stunden und 33 Minuten. Die Auswertung ist so genau, dass sie nicht nur Tiefschlafphasen und leichten Schlaf erfasst, sondern auch jeden Zeitraum, den man nicht schläft. Beeindruckend sieht so eine Schlafkurve aus – wie im Schlaflabor. Allerdings führt das manchmal dazu, dass man an einigen Tagen super ausgeschlafen mit gefühlt 7,5 Stunden aufwacht, aber hinterher trotzdem ganz schön viele rote (Wach)-Phasen abgezogen bekommt.

Fitbit hat den Charge 3 noch mit weiteren Premium–Funktionen aufgeladen. Ein Vibrationsalarm signalisiert hereinkommende Anrufe und Nachrichten per SMS-Service. Es gibt eine Wettervorhersage und auch die Akkufunktion hat sich verbessert: Fast acht Tage hält der Charge 3-Tracker durch, bevor ich ihn an die Ladestation hängen muss. Ein weiteres Plus ist die Möglichkeit, mit der Fitbit Pay kostenlos zu bezahlen. Das bietet allerdings nur die Special Edition der Charge 3, die mit der dafür notwendigen NFC-Technik ausgestattet worden ist.

Fazit:

Der Fitbit Charge 3 ist ein hervorragendes Wearable, um Fitness- und Gesundheitsparameter zu erfassen und auszuwerten. Dadurch lassen sich Schwachstellen erkennen und Leistungsschwächen optimieren. Wer aber sowieso schon sehr viel Sport treibt, den könnte zu viel „Quantify-Yourself“ noch zusätzlich unter Druck setzen.

Franziska Wischmann

Franziska Wischmann, Redakteurin mit den Schwerpunkten Wissenschaft und Forschung,
hat mit dem Heranwachsen ihrer Kinder für sich ein spannendes neues Feld entdeckt:
Technik, Gadgets, Apps für jede Lebenslage.

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