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Airbnb in einem Smart Home – das ist wichtig

von Franziska Wischmann

Millionen Menschen nutzen Übernachtungsportale wie Airbnb. Hier lesen Sie mehr zu Smart Home-Anwendungen und ihre Funktion für Mieter und Vermieter.

Die Zahlen steigen ständig. Allein auf Airbnb werden zur Zeit in 191 Ländern zwei Millionen Unterkünfte angeboten. 60 Millionen Gäste registrieren sich, um in fremden Städten und fernen Länder Teil der Sharing Community zu werden.

Das System beruht auf gegenseitigem Vertrauen. Sicherheit ist dabei ein sehr großes Thema. Eine Berliner Studie brachte jüngst ans Tageslicht, was Menschen offensichtlich immer noch davon abhält, ihre eigenen vier Wände für Touristen zur Verfügung zu stellen. 45 Prozent haben Angst vor Diebstahl oder Zerstörung ihrer Einrichtungsgegenstände. 38 Prozent nannten Unbehagen als Grund, wildfremde Menschen in ihrem privaten Bereich wohnen zu lassen. Und immerhin 25 Prozent befürchten, Ärger mit dem Vermieter oder mit den Nachbarn zu bekommen.

Smart: Türschlösser, die sich per App entriegeln lassen

Für mehr gefühlte Sicherheit sorgen einige neue Gadgets, die jetzt nach und nach auf den Markt kommen. Interessant für Menschen, denen man temporär Zugang gewähren will, ohne selbst anwesend sein zu müssen, sind sogenannte Smartlocks. Das sind elektronische Türschlösser, die sich auf analoge Schließsysteme aufsatteln lassen und den Zugang per Handy-App ermöglichen. Wenn ein Gast vor der Tür steht, muss man nicht mehr aufwendig die Schlüsselübergabe organisieren. Eine einfache Authentifizierung reicht und man kann von unterwegs die Haustür öffnen. Auch für die Reinigungskräfte, die kurzfristig in die Wohnung kommen müssen, ist das praktisch. Zu guten und sicheren Lösungen gehören zum Beispiel KeyMatic von eQ-3, Danalock Smartlock oder Nuki Smart Doorlock.

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser

Angst davor, dass sich jemand an privaten Schubladen und Schränken zu schaffen macht? Mit neuen smarten Buttons wie den Peanuts hat man sein privates Eigentum immer unter Kontrolle. Sobald das geschützte Eigentum berührt wird, meldet eine Push-Up-Nachricht aufs Handy, dass daran manipuliert worden ist. Auch Strype funktioniert auf ähnliche Weise. Es ist ein dehnbares, smartes Klebeband, das wie ein digitales Siegel wirkt und Alarm auslöst, wenn es abgezogen wird.

Autos oder Fahrräder teilen?

Key-2-Share und NoKe sind zwei Systeme von Schlössern, die sich dem Schlüsselteilen verschrieben haben. Damit kann man auch Zugang zu seinem Fahrrad an andere abgeben oder sein Auto zur Verfügung stellen, wenn man das möchte. Auch hier funktioniert das Smartphone als Öffner. Wo das schon erfolgreich praktiziert wird, ist im Car-Sharing-Bereich.

WLAN zu Hause lieber privat lassen

Auch wenn es in Ländern wie Großbritannien und China Usus ist, sein WLAN mit jedem zu teilen: In Deutschland haben wir einen Passus, der sich Störerhaftung nennt. Was der bedeutet? Die IP-Adresse, von der aus Missbrauch erfolgt, wird zur Verantwortung gezogen. Im Klartext heißt das: Lädt jemand illegal Musik oder Filme runter, kann man selbst dafür belangt werden. Da das oft Monate später passieren kann, sind die Gäste längst über alle Berge, wenn der Schadensersatz droht.

Soll ich Überwachungskameras zu Hause installieren?

Die Sharing-Community basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Gäste werden immer wieder dazu angehalten, sich respektvoll gegenüber fremdem Eigentum zu verhalten. Aber genauso haben sie auch ein Recht auf Privatsphäre. Sie heimlich per Kamera zu überwachen, lässt das Gleichgewicht in eine Schieflage geraten. Kameras sind dort gut, wo sie klar erkennbar zum Schutz der Wohnung dienen: nämlich vor der Eingangstür.

Aber auch rechtlich gibt es einige interessante Fakten zum Thema. Wer darf überhaupt seine Wohnung anbieten und was muss er dabei beachten? 6 wichtige Antworten, die Sie kennen sollten.

Darf jeder seine Wohnung bei Airbnb anbieten?

Seit sich kommerzielle Anbieter unter private Gastgeber gemischt haben, die im großen Stil leerstehenden Wohnraum als Ferienappartements zweckentfremdet haben, hat der Gesetzgeber eine härtere Gangart eingeschlagen. Denn das hat in attraktiven Städten wie Berlin, Hamburg und München dazu geführt, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt dramatisch verschärft hat. Und natürlich ist damit auch eine ganze Menge Geld am Fiskus vorbei geflossen. Inzwischen gibt es sehr strenge Auflagen, unter welchen Bedingungen man seine Wohnung anbieten darf.

Welche sind das?

In manchen Städten wie Hamburg, München und Berlin gibt es inzwischen ein sogenanntes Zweckentfremdungsverbot. Grundsätzlich dürfen nicht mehr ganze Wohnungen ausschließlich an Touristen vermietet werden. Wer ein Zimmer vermieten will, sollte sich vorher beim Bezirksamt erkundigen. Grundsätzlich aber ist weiterhin erlaubt, einen Teil seiner Wohnung »für kurze Zeit« unterzuvermieten. Voraussetzung dafür ist, dass man überwiegend selbst in der Wohnung wohnt und dass die vermietete Wohnfläche nicht mehr als 50 Prozent der Wohnung ausmacht. Wer seine Wohnung illegal vermietet, dem drohen in manchen Städten bis zu 100 000 Euro Bußgeld.

Was bedeutet »überwiegend selbst in der Wohnung zu wohnen«?

Das ist eine Grauzone. Seine Wohnung während eines zweiwöchigen Urlaubs abzugeben, ist nicht strafbar. Wichtig ist nur, dass es sich um kein kommerzielles Angebot handelt und mit der Wohnung im großen Stil Geld erwirtschaftet wird. Airbnb unterstützt diese Initiative ganz im Sinne des Sharing-Gedankens und hat gewerbliche Anbieter inzwischen ausgemustert. Nur rein private Gastgeber sind willkommen.

Muss der Vermieter wissen, dass ich kurzzeitig untermiete?

Auf jeden Fall. Bevor Sie Gäste zu sich einladen, sollten Sie unbedingt beim Vermieter eine Einverständniserklärung einholen. Ohne sie kann die Kündigung schneller ins Haus segeln, als Sie gucken können. Die Gefahr, erwischt zu werden, ist auch relativ hoch. Immerhin ist nicht jeder Nachbar damit einverstanden, dass ständig neue Gäste aus aller Welt durch das Haus tingeln und es unüberschaubar wird. Und ein Blick auf die Internetseite eines Mitwohnportals macht Mietobjekte für jeden ersichtlich – auch für den Vermieter.

Lohnt es sich, Wohnraum bei Airbnb anzubieten?

Allerdings! Für eine Vier-Zimmer-Wohnung in attraktiven Städten werden bis zu 150 Euro gezahlt. Pro Nacht versteht sich. Da kommt in zwei Wochen schon eine hübsche Summe zusammen und kann die Urlaubskasse richtig wieder auffüllen. Die Einnahmen gehören strenggenommen in die Steuererklärung. Dort muss aber nur der Gewinn versteuert werden und der addiert sich auf das sonstige Einkommen. Am besten beim Steuerberater erkundigen.

Wer kommt bei Schäden auf?

Gastgeber sind von Airbnb mit einer Versicherungs-Summe von bis zu 1 Million Euro versichert. Allerdings gilt das für Sach- und Personenschäden, die, wie es in den Statuten steht, nicht vorsätzlich entstanden sind. Gegen Missgeschicke wie zerbrochene Gläser oder Flecken kann man sich mit einer zusätzlichen Kaution schützen. Der Gast muss sie vor Anreise an Airbnb zahlen und bekommt sie nur anteilig wieder, wenn etwas passiert ist. Grundsätzlich wird empfohlen, auch die eigene Hausratsversicherung einzuweihen und nach möglichen Konditionen zu fragen. Und schließlich geht es um das gute alte Bauchgefühl. Je detaillierter das Profil auf beiden Seiten, desto mehr kann man ausschließen, die »Katze im Sack« zu kaufen.





Artikel vom

von Franziska Wischmann

Franziska Wischmann, Redakteurin mit den Schwerpunkten Wissenschaft und Forschung,
hat mit dem Heranwachsen ihrer Kinder für sich ein spannendes neues Feld entdeckt:
Technik, Gadgets, Apps für jede Lebenslage.

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