Gardena Smart System: Roboter machen die Arbeit

von Sandra Schink

Mit dem Gardena Smart System und der dazu passenden App erledigt ein smarter Helfer denGroßteil Ihrer Gartenarbeit. Hier erfahren Sie mehr dazu!

"Ich weiß ja nicht..." zögerte mein Kumpel Daniel, als ich ihn fragte, ob er für uns das Gardena Smart System in seinem Schrebergarten testen würde. "So groß ist unsere Rasenfläche ja nun nicht, dass sich so ein Ding lohnen würde." Aber da es ja nur ein Test sein sollte und er das Gerät ein paar Wochen in Augenschein nehmen durfte, willigte er ein.

Alsbald hatte ich ein schlechtes Gewissen, ihn um diesen Test gebeten zu haben. Ich bekam Smartphone-Videos von der Installation und dem Verlegen der Begrenzungs- und Suchdrähte. Damit hatte ich nicht gerechnet, dass da doch ein gewisser Aufwand betrieben werden muss. Die Rasenflächen, aufgeteilt in einen Haupt- und zwei Nebenbereiche, mussten Meter für Meter mit dem Begrenzungsdraht abgesteckt werden. Vor allem deshalb, weil Blumenbeete und der Gartenteich ja geschützt werden sollen.

200 Meter von diesem Draht liegen dem Gardena Smart System Set bei, dazu 400 Haken, um den Draht sicher am Boden zu befestigen. Fast sechs Stunden hat Daniel gebraucht, bis er den Mähroboter endlich sicher in Betrieb nehmen konnte. Trotz kleiner Rasenflächen: Er hat alle 400 Haken aufgebraucht, und die fünf beiligenden wasserfesten Gel-Kabelverbinder waren ebenfalls verbaut. "Da hätte Gardena gern ein paar mehr ins Set legen können. Einmal hat der Mäher nämlich einen nicht ganz fest liegenden Draht einfach durchgemäht. Da musste ich dann Verbinder nachkaufen," erzählt Daniel.

Und natürlich stellte sich heraus, dass so ein System ohne WLAN im Garten gar nicht so schlau ist. Ein mobiler Router musste her. Bis der eintraf, konnte der Mäher aber per Hand gestartet werden. Der Lohn der Mühen? Den schauen wir uns erst mal im Video an - auch aus der Perspektive des Sileno Mähroboters:

 

 

Ferngesteuert von zuhause: Gardena Smart System

Seit im Gartenhäuschen nun auch ein mobiler WLAN-Router steht, funktioniert der Mähroboter auch mit der App. Die gibt es für iPhones und für Android-Smartphones und ermöglicht die Fernsteuerung des Mähroboters und auch des Bewässerungssystems. Da gibt es augenscheinlich noch ein paar Schwierigkeiten mit dem Scheduling. In den App-Rezensionen im Google Playstore klagen User über Ausfälle der App, zum Beispiel, dass das Bewässerungssystem manchmal nicht wie geplant nach 20 Minuten abschaltet. Und auch wenn der Bodensensor Daten an das Smartphone sendet, aus denen abgelesen werden kann, wie trocken der Boden ist, so kann er das Bewässerungssystem bei Bedarf noch nicht selbst starten.

Das ist ärgerlich bei einem so kostspieligen System, immerhin kostet das Gardena Smart System Set 1.849,99 Euro laut unverbindlicher Preisempfehlung. Gardena arbeitet aber beständig an den Software-Kinderkrankheiten und gibt den Usern persönliche Rückmeldungen auf ihre Reklamationen.

Was man beachten sollte

  • Sicherheit I: Der Mähroboter ist mit einem Pincode und einem Schloss geschützt. Trotzdem könnte er natürlich aus einem Garten verschleppt werden, wenn der Besitzer nicht anwesend ist. Um das Gerät dann auch benutzen zu können, müsste der Dieb es allerdings hacken. Und wenn der Roboter bei Gardena registriert ist, wird das schwierig.
  • Sicherheit II: Der Mähroboter ist ein MÄHroboter. Er hat rasiermesserscharfe Klingen, die auch kleinen Ästen den Garaus machen sollen und die nicht gleich bei kleinen Steinchen kaputt gehen sollen. Nun hat es bereits Unfälle mit Kindern und Tieren gegeben. Das ist tragisch, aber ich frage mich auch, wer Kinder und Tiere in die Nähe eines Mähroboters lässt? Wenn man Rasen mäht oder sonst mit Klingen hantiert, achtet man doch auch darauf, dass niemand zu Schaden kommen kann. Gardena schreibt dazu auf seiner Homepage: "Eine eingebaute Sicherheitsfunktion gewährleistet, dass die Messer automatisch anhalten, sobald der Mäher angehoben oder umgedreht wird. Trotzdem empfehlen wir dringend, den Mäher auszuschalten, wenn Kinder auf dem Rasen spielen." Vielleicht hilft ja auch ein Schild am Gartentor: Vorsicht, bissiger Roboter.
  • Online mähen: Für die Installation und die Inbetriebnahme per App wird Internet benötigt. Wer in seinem Schrebergarten keines hat, kann einen mobilen WLAN-Router einsetzen.
  • Verschleiss: Ein Set Klingen hält etwa acht Wochen, wenn der Mähroboter auf einer Rasenfläche von ca 200qm einmal in der Woche zum Einsatz kommt.
  • Feinarbeit: An den Rändern der Rasenflächen muss nach wie vor der Trimmer ran.

Fazit

Der Sileno Mähroboter ist leise und zuverlässig. Daniel ist nach acht Wochen so zufrieden mit seinem nunmehr dichten, grünen und gepflegten Rasen, dass er die Preisentwicklung auf jeden Fall im Auge behalten wird. Denn bewährt hat sich der smarte Gartenhelfer bereits und an die Bequemlichkeit, mähen zu lassen, hat er sich schnell gewöhnt. Noch ist der Preis im Vergleich zu herkömmlichen Rasenmähern allerdings happig, und jeder muss für sich selbst entscheiden, ob die freie Zeit und auch die Flexibilität, die er dadurch gewinnt ihm das wert ist. Wenn die Software-Probleme behoben sind und auch die App das Timing der Mäharbeiten und des Bewässerns möglich macht, ist das System auf jeden Fall für all jene hilfreich, die im Urlaub nicht den Nachbarn bitten wollen, sich um den Garten zu kümmern.
Was mir noch fehlen würde: Natürlich eine Kamera. Nicht nur um lustige Gartenfahrten aufzunehmen, wie in unserem Video. Sondern auch um nachsehen zu können, ob das Bewässerungssystem nun wirklich aus ist, ob überhaupt gesprengt wurde und ob der Robbie seine Runden zieht. Aber dafür tut es ja vielleicht auch eine Webcam.

Artikel vom

von Sandra Schink

Seit 1990 journalistisch tätig. Arbeitete als freie Fotografin für Tageszeitungsredaktionen,
als Redakteurin für Magazine und als Community Managerin für stern.de. Digitales
ist ihr Leben, seit sie 1975 das erste mal Pong gespielt hat. Sie ist überzeugt:
Die Zukunft ist smart.

Zurück