Gesünder dank Wearables: Kleine Helfer für Patienten und Ärzte

von Christian Zeiser

„Summ, Sie haben eine neue E-Mail“. „Zwitscher, Ihr Lieblings-Promi hat einen Tweet abgesetzt“. „Ping, Ihr Lieblingsspiel hat neue Waren produziert“. Wer eine Smart Watch besitzt, wird mit Informationen überflutet. Sie hält ihren Besitzer auf dem Laufenden, ohne dass er das Smartphone zücken muss, gleichzeitig aber kommen alle möglichen Informationen, ob wichtig oder nicht, noch weniger gefiltert beim Träger an. Doch immerhin zählt sie auch Schritte sowie verbrannte Kalorien und erinnert uns regelmäßig daran, mal vom Bürostuhl aufzustehen. Fitness-Tracker leisten Ähnliches und überwachen, wie gesund wir unseren Alltag absolvieren. Die Stärke von Wearables liegt offenbar weniger darin, Kommunikation noch einfacher zu machen. Vielmehr leisten sie Erstaunliches bei der Überwachung unserer körperlichen Funktionen. Das haben längst auch Hersteller abseits des Massenmarktes erkannt.

Wearables für Diagnose und Therapie

So hat etwa der Chicagoer Pharmakonzern Abbott bereits einen Sensor auf den Markt gebracht, der unter der Kleidung am Oberarm getragen wird. Hier misst der Abbott Freestyle ständig den Blutzuckerwert des Trägers und kann so wesentlich genauere Daten liefern, als es mit mehrmaligem Messen pro Tag möglich ist. In Österreich wird der Abbott Freestyle gar schon von der Krankenkasse bezuschusst.

Das US-Startup Health Care Originals dagegen entwickelte einen Sensor, der auf den Brustkorb geklebt wird, dort bestimmte Biodaten erfasst und vor einem bevorstehenden Asthma-Anfall warnen soll. Entwickelt wurde die Technologie für den ADAMM genannten Sensor von der Universität in Rochester, New York.

Die schwedische Firma Bioservo gar entwickelt Wearables nicht nur für die Überwachung von Gesundheitsdaten, sondern für die Therapie: Der SEM Glove ist ein Handschuh, der Schlaganfallpatienten hilft, die Beweglichkeit in den Händen wieder zu erlangen. Er registriert, welche Muskeln der Träger anspannt und verstärkt die Bewegung durch kleine, integrierte Motoren. Mit der Zeit soll sich so nicht nur die willkürliche Motorik verbessern, auch Berührungen sollen besser wahrgenommen werden.

Und die Entwicklung geht ständig weiter. So haben Forscher der Universität Tokio ein extrem dünnes Gummi erfunden, das mit Sensoren und LEDs versehen ist und sich direkt an die Haut schmiegen kann. So ist etwa denkbar, dass ein aus der Nanomesh Skin gefertigter Sensor nicht nur den Puls misst, sondern bei Rhythmusstörungen auch gleich warnt – und zwar nicht nur das Smartphone, sondern über ein Lichtsignal den Träger.

Wir stehen noch am Anfang

Bevor diese Geräte wirklich für den verbreiteten Einsatz tauglich sind, müssen allerdings noch viele Fragen geklärt und Probleme gelöst werden. Eine Herausforderung besteht in der Akzeptanz durch Ärzte und der Subvention durch Krankenkassen. Eine klare Zertifizierung und Zulassung, wie sie jedes andere medizinische Produkt durchlaufen muss, gibt es bisher nicht. Viele Ärzte sind zudem skeptisch, da die meisten Geräte von Startups angeboten werden. Diese, so der Eindruck, wollen in erster Linie mit ihrem Produkt Geld verdienen. Das wollen andere Betriebe im medizinischen Sektor allerdings auch. Dennoch: Klare Standards und Zulassungsverfahren sind für den Erfolg der Wearables ein Muss.

Auch der Datenschutz ist wie bei allen vernetzten Geräten ein wichtiges Thema. Manche der Sensoren übertragen die gesammelten Daten per Bluetooth an ein Smartphone, und diese Verbindung ist nicht immer sicher. Andere Geräte speichern ihre Daten gar in einer Cloud, und hier schrillen bei vielen potentiellen Anwendern völlig zurecht die Alarmglocken. Immerhin handelt es sich um medizinische und daher höchst private Daten.

Dennoch ist klar: Wearables bieten Patienten und Ärzten völlig neue Möglichkeiten wie die ständige und schmerzfreie Überwachung des Blutzuckerspiegels und anderer Daten. Noch ist viel zu tun, vor allem auf Seiten des Gesetzgebers, der klare Zulassungsverfahren entwickeln muss. Doch begonnen hat sie schon, die Revolution der Medizin durch die smarten Helfer.

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Artikel vom

von Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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