Withings Home Kamera kontrolliert auch die Luft

von Rob Vegas

Die Withings Home will nicht nur eine weitere Überwachungskamera für die eigenen vier Wände sein, sondern kontrolliert auch gleichzeitig noch die Luftqualität. Leider mag sie nur smarte Geräte aus dem Hause Apple.Die meisten Überwachungskameras sehen auch aus wie Kameras. Nach 14 Tagen im Test hatte ich die Withings Home Kamera schon fast als eigenes Möbelstück in der Wohnung wahrgenommen. Vor allem aber bringt sie ein tolles Feature mit, welches ganz ohne Strom sehr viel Sicherheit garantiert.

Withings Home HD

Es gibt mittlerweile unzählige Systeme für die günstige Heimüberwachung am Markt. Manche Kameras sind einfach sehr günstig, andere Konstruktionen sehr schwer in Betrieb zu nehmen und mitunter gibt es dann auch richtig teure Systeme, welche viel zu viele Funktionen bieten. Die Withings Home will das Rund­um-sorg­los-Pa­ket für ca. 200 Euro bieten. Damit befindet sie sich auch preislich im oberen Mittelfeld und schon das Verpackungsdesign wirkt durchdacht. Man klappt den Karton wie ein Geschenk auf und wird gleich über die vielen Möglichkeiten aufgeklärt. Leider ist die Withings Home nur mit der Softwareumwelt von Apple zu steuern. Das ist ein klarer Nachteil für Android-Nutzer. Allerdings funktioniert sie im Zusammenspiel mit nur einem Betriebssystem (ab iOS7) von Apple tadellos. Withings ist bekannt für seine starke Partnerschaft mit Apple. Dieser Tatsache muss man sich einfach vor einem Kauf bewusst sein. Es ist zwar ein negativer Aspekt für den breiten Markt, jedoch wird man über diese Tatsache vor dem Kauf informiert. Insofern will ich da nicht weiter kritisieren.

Mehr als nur eine Überwachungskamera

Vor allem die Installation ist kinderleicht. Das Gerät wird per USB-Kabel mit Strom versorgt, die App auf das iPhone geladen und schon wird man sehr einfach durch den Installationsprozess geleitet. Im unteren Bereich des Kameramoduls sind auch clever farbige LEDs verbaut, welche über den Status informieren. Hier wurde mit gedacht und 99 Prozent aller iPhone/iPad-Nutzer sollten hier sehr schnell die Withings Home in Betrieb nehmen können. Dabei spielt sie ganz klar ihre Stärke bei der starken Integration in die Welt von Apple aus. Es funktioniert einfach und auch die App ist klar gestaltet. Das ist mir generell an der ganzen Lösung aufgefallen. Es ist sehr durchdacht, für den Nutzer einfach gehalten und funktioniert einfach. Hier gibt es kein tolles Feature, welches dann aber dank schlechter Programmierung nur halbherzig läuft. Es kommt wirklich aus einem Guss und man bemerkt diese Qualität auch in der digitalen Welt. Vor allem ist die Withings Home nicht nur eine simple Kamera zur Überwachung. Sie verfügt auch über eine steuerbare Lightshow der LED für die Babys als Einschlafhilfe, kann nett gemacht Melodien abspielen, besitzt eine Gegensprechfunktion und überwacht natürlich auch die Katze zu Hause. Es ist eine echte All-In-One Lösung und vor allem die kleinen Details machen das Gerät spannend.

Kurze Videos mit Benachrichtigung

Ich habe die Withings Home mehrere Wochen getestet und vor allem als Babyphone genutzt. So konnte man die Fußballspiele bei der Europameisterschaft im Wohnzimmer verfolgen und auf dem iPad auf dem Couchtisch trotzdem das Baby im Schlafzimmer auf dem Schirm haben. Das war extrem praktisch, weil man auch nicht permanent das Livevideo im Auge behalten musste. Die Withings Home zeichnet sofort bei Veränderungen im Bild ein paar Sekunden auf. Dieses kurze Videoschnipsel wird als Benachrichtigung auf das Tablet/iPhone gesendet. Natürlich kann man auch live zuschauen und sogar den Nachtsichtmodus der Kamera nutzen. Ich empfand die App in ihrer Durchdachtheit sehr angenehm. Leider ist sie nur nicht ganz so smart wie ein Mensch und schickt natürlich auch bei jedem Babypups eine Benachrichtigung raus. Ein Geräusch ist für die Kamera eine Veränderung und für den Menschen vielleicht nur die natürlichste Sache der Welt. Ist man in der Küche etwas lauter am Kühlschrank zugange, so registrierte die Withings Home dieses Geräusch natürlich ebenfalls als Veränderung und gibt wieder ein Kurzvideo über die App raus. Mitunter waren es dann etwas viele Mitteilungen, doch kann auch der beste Rechner im Verteidigungsministerium hier nicht so gut wie ein Mensch die Zusammenhänge im Alltag erkennen. Ich weiß jetzt dank der Withings Home auf jeden Fall sehr genau, dass mein Sohn insgesamt sieben Mal während eines Fußballspiels die Verdauung aktiviert hat.

Das beste Feature

Withings bietet auch einen Cloud Service an. Hier kann man nach einer sehr großzügigen Testphase auch die Videoschnipsel und Livedienste online nutzen, für mehrere Wochen abrufen und natürlich auch unterwegs sehr viel besser informiert sein. Kostet zwar extra, ist aber eine lohnende Investition, denn insgesamt bekommt man hier sehr viel durchdachte Heimüberwachung für sein Geld. Mittlerweile habe ich einige Kameras in diesem Bereich getestet und meist ist schon das Design fernab von gut und böse. Die Withings Home hat dank ihrer wechselbaren Blenden aber einen dezenten Charme. Sie sticht nicht sofort bei allen Besuchern ins Auge und lässt sich dank der mitgelieferten Schale auch neigen. Vor allem aber kann man die Blenden in verschiedenen Farben (auch Holz) vor die 5 Megapixel Linse drehen. Das empfand ich im Alltag als sehr angenehm. Man will nicht immer durch eine Linse in der eigenen Wohnung beobachtet werden. Mitunter entwickelt man da nicht umsonst einige Verschwörungstheorien. Einfach kurz die Linse mit einem Dreh am Gehäuse verdecken und schon kann nicht einmal mehr die NSA durch das Plastik hindurchsehen. Obendrein verwendet der Hersteller eine AES-256 Verschlüsselung bei der Übertragung. Die Bildqualität fand ich für diese Sensorgröße und eine Komprimierung sehr gut. Vor allem aber kann man dank 135° Weitwinkel auch sehr viel vom jeweiligen Raum sehen. Die Umweltsensorik erschien mir persönlich aber eher ein nettes Gimmick zu sein. Vor allem frage ich mich bei derlei Features immer: "Was soll ich mit dieser Information tun?". Am Ende kann ich nur das Fenster öffnen und hier sollte mir meine eigene Nase auch schon ein guter Indikator für die Luftqualität sein.

Einziger Nachteil

Das Gehäuse der Withings Home bietet eine annehme Schwere und garantiert einen festen Stand. Hier wurde anscheinend auch wirklich viel Technik verbaut. Leider braucht aber auch die Withings Home Überwachungskamera permanent Strom über ein USB-Kabel. Das haben sehr viele dieser Systeme gemeinsam und ein Akku hätte auch einen Nachteil, weil seine Leistung irgendwann an seine Grenzen kommt. Insofern will man natürlich als Kunde permanenten Betrieb gewährleistet haben. Nur ist auch das längste Kabel manchmal ein paar Zentimeter zu kurz für die gewünschte Position fernab der nächsten Steckdose. Ein Akku bei der nächsten Generation wäre vielleicht ein guter Zusatz, weil man so zumindest für zwei Stunden auch den Balkon überwachen könnte. So muss nämlich auch beim Rund­um-sorg­los-Pa­ket von Withings immer eine Steckdose in der Nähe vorhanden sein. Dafür ist das Kabel aber sehr lang. Auch hier hat der Hersteller mit gedacht. Ich würde diese Kamera bedenkenlos jedem jungen Elternpaar empfehlen. Ebenso lassen sich damit Haustiere sehr gut überwachen. Lediglich die Kosten für die Premiumdienste sollte man sich vorher bewusst machen und besser ein Fan von Apple sein.

Mit der Withings Home bekommt man viel Überwachung für sein Geld. Sie können dieses Produkt im WIE EINFACH-Shop kaufen. Preis: 195,95 €





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von Rob Vegas

Seit 2003 im Netz unterwegs. Blogger, Digital Native, falscher Harald Schmidt
auf Twitter und neuerdings Papa mit Vorliebe für Gadgets.
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