So machen Sie Alexa & Co. sicherer

von Christian Zeiser

Amazon Echo, Google Home und bald auch Apple Homepod: In immer mehr Haushalten stehen smarte Lautsprecher, die auch gesprochenes Wort verstehen und entsprechende Befehle ausführen können. So praktisch dies ist, liegt es auf der Hand, dass man sich mit diesen Geräten ein gewisses Sicherheitsrisiko ins Haus holt. Vor allem mit Amazons Echo gab es bereits einige Vorfälle. So musste die Polizei sich Zugang zur Wohnung eines Pinnebergers verschaffen, dessen Echo in seiner Abwesenheit nachts um zwei Uhr plötzlich laute Musik spielte. Amazon übernahm dankenswerterweise die Kosten für den Einsatz. Vor allem aber Echos Fähigkeit, gesprochene Befehle direkt in Amazon-Einkäufe zu verwandeln, hat sich als heikel erwiesen. So bestellte ein sechsjähriges Mädchen aus Texas versehentlich ein Puppenhaus im Wert von 160 Dollar und zwei Kilo Kekse. Besser noch: Als das Fernsehen über den Fall berichtete, versuchten gleich eine ganze Reihe anderer Echos, die in Hörreichweite von Fernsehern standen, ebenfalls Puppenhäuser zu bestellen.

Vorsicht mit der Shopping-Funktion

Nun ist Amazons Motivation hinter dieser Funktion so nachvollziehbar wie verständlich: Die Firma möchte zu einem Kaufhaus für den täglichen Bedarf werden und macht es dem Nutzer so einfach wie möglich, vom Sofa aus einzukaufen. Dies ist auch durchaus praktisch. Nun ist es möglich, Bestellungen über Alexa in der dazugehörigen App komplett abzustellen oder gar das eingebaute Mikrofon des Echo über eine Taste am Gerät auszuschlaten. Beides möchte man aber wahrscheinlich nicht, schließlich hat man sich das Gerät ja gekauft, damit es zuhört. Allerdings lassen sich über die Alexa-App die Einstellungen des Geräts ändern, sodass Einkäufe erst nach Eingabe eines Bestätigungs-Codes aktiviert werden. Werksseitig ist diese Option abgeschaltet und muss manuell aktiviert werden, was dringend ratsam ist.

Schwachstelle Smart Home

Bei Google Home und voraussichtlich Apple Homepod ist die Gefahr versehentlicher Einkäufe kaum gegeben, schließlich werden beide Geräte nicht von einem Online-Versandhaus vertrieben. Trotzdem stellen auch diese Geräte ein gewisses Risiko dar, vor allem wenn sie auf jede Stimme reagieren und als Zentrale für ein Smart Home dienen. „Alexa, schalte den Alarm aus und öffne das Garagentor!“ – dieser Befehl könnte auch von einem Einbrecher kommen, der das Gerät durch das gekippte Küchenfenster erblickt hat. Deshalb ist es erstens ratsam, die smarten Lautsprecher nur dort aufzustellen, wo sie von außen nicht sichtbar sind. Zweitens sollte man sich gut überlegen, welche Fähigkeiten man ihnen zugesteht. Sowohl Amazon Echo als auch Google Home bieten mittlerweile Stimmenerkennung an, diese sollte man unbedingt für alle Bewohner einrichten. Unfehlbar ist diese Technologie nicht, bietet aber mehr Sicherheit als das bisherige Reagieren auf jede beliebige Person. Steht das Haus für eine Zeit leer, zum Beispiel während des Urlaubs, sollte das Mikrofon des smarten Lautsprechers auf jeden Fall deaktiviert sein.

Echo, Home und Homepod sind praktische Geräte, die viele Dinge erleichtern. Sie stellen auch kein größeres Sicherheitsrisiko dar als ein Smartphone oder ein anderes mit dem Internet verbundenes Gerät. Sie sind einfach noch eine weitere, recht neue Gerätekategorie, und wie alle anderen sollten sie vernünftig gesichert sein. Dann steht dem Spaß, den sie bieten, nichts im Weg.

Artikel vom

von Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

Zurück