Bald wird der Smart zum Paketkasten

von Sandra Schink

Eine Connectivity-Box, eine App, eine TAN - und schon wird der Smart zum Paketkasten. Ab Herbst startet erweiterte Beta-Phase für die smarte Zustell-Kooperation zwischen Daimler und DHL.

Jeder kennt das und findet das ganz schön lästig: Selbst wenn man zuhause war, kommt es vor, dass der Paketzusteller statt des Pakets nur eine Karte zugestellt hat. Vielleicht war die Klingel kaputt, wahrscheinlicher aber ist meist, dass er das Paket nicht in den fünften Stock schleppen wollte. Kann man auch ein bisschen verstehen. Dass man aber Zeit verliert, weil man dann selbst zur Postfiliale oder zum Paketshop muss, um es dort abzuholen, ist zusätzlich ärgerlich. Wie praktisch wäre es, wenn der Zusteller das Paket einfach im eigenen Auto ablegen würde - dann wäre beiden geholfen.

Nach Audi und Volvo testet nun auch Autohersteller Daimler mit seinem Kleinstwagen Smart gemeinsam mit DHL die Zustellung von Päckchen und Paketen direkt in den Kofferraum. Was bei Volvo In-Car Delivery und bei Audi Connect Easy Delivery genannt wird und via App über die boardeigene Software der Fahrzeuge das Öffnen des Kofferraums durch den Paketzusteller ermöglicht, heißt beim Smart Ready To Drop und wird über eine Connectivity Box unter der Windschutzscheibe realisiert.

In die Connectivity Box fließt das Wissen ein, das Smart gemeinsam mit Daimlers Carsharing Service car2go gesammelt hat: Dort wird die temporäre Möglichkeit, das Fahrzeug mit dem Smartphone zu öffnen, bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt.

Doch wie steht es mit der Sicherheit? Ist ja immerhin das eigene Auto, was da von einem Fremden geöffnet wird. Jürgen Gerdes, Post-Vorstand eCommerce Parcel winkt ab: "Wir haben mit unseren Kunden tausende Lieferverträge, die uns ermöglichen, Pakete in Garagen oder an anderen Orten abzulegen: Da ist noch nie etwas weg gekommen."

"Mitnahme bei Gelegenheit" nennt sich zudem die Möglichkeit, eigene frankierte Pakete im Kofferraum zu verstauen und vom Paketzusteller beim Liefern mitnehmen zu lassen. 

Die kleine Connectivity Box lässt sich auch in älteren Smart-Modellen einbauen. Derzeit werden für die zweite Testwelle Smartfahrer in Stuttgart, danach auch in Köln, Bonn und Berlin gesucht, die am Test teilnehmen möchten. 

Mit der Connectivity Box wird es zukünftig auch möglich sein, privates Carsharing zu ermöglichen. 

Artikel vom

von Sandra Schink

Seit 1990 journalistisch tätig. Arbeitete als freie Fotografin für Tageszeitungsredaktionen,
als Redakteurin für Magazine und als Community Managerin für stern.de. Digitales
ist ihr Leben, seit sie 1975 das erste mal Pong gespielt hat. Sie ist überzeugt:
Die Zukunft ist smart.

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