Messenger-Apps
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Gesucht: Die beste Messenger-App

von Christian Zeiser

Es muss nicht immer WhatsApp sein: Andere Messenger-Dienste können alles, was der Marktführer kann. Vor allem aber nehmen sie dessen Privatsphäre ausgesprochen ernst.

Seit Facebook im Jahr 2014 die Messenger-App WhatsApp kaufte, sind viele Anwender skeptisch: Zwar versprach Facebook sogleich, WhatsApp und Facebook würden getrennt voneinander existieren, um dann aber kürzlich doch laut darüber nachzudenken, bestimmte Daten auszutauschen. So wäre es Facebook etwa möglich, Gesprächsinhalte in WhatsApp dazu zu nutzen, auf Facebook passende Werbung anzuzeigen. Viele Anwender möchten allerdings vollkommen zurecht, dass ihre Konversationen privat bleiben. Hierfür ist WhatsApp vielleicht nicht die richtige App, auch wenn sie auf fast jedem Smartphone installiert ist. Zwar bietet auch WhatsApp mittlerweile eine Verschlüsselung, dennoch sind sich viele User nicht sicher, wie konsequent WhatsApp und Facebook ihre Privatspähre schützen. Alternativen sind zahlreich vorhanden, nur welcher Messenger ist der beste?

Die ultimative Messenger-App sollte Nachrichten und Sprachanrufe verschlüsselt übermitteln, für möglichst viele Betriebssysteme verfügbar sein, auch auf Desktop-Computern laufen und eine Gruppenchat-Funktion anbieten. Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Messenger-Apps, aber nur wenige, die diesem Ideal nahe kommen.

Signal: Empfohlen von Edward Snowden

Als im Jahr 2011 die Proteste des Arabischen Frühlings stattfanden, nutzten viele der Demonstranten zur Kommunikation vor allem zwei Apps: RedPhone für verschlüsselte Sprachanrufe und TextSecure für verschlüsselte Textnachrichten. Beide Apps sind mittlerweile in Signal vereint. Von der Qualität der Verschlüsselung sind eine Reihe von Experten überzeugt, darunter Whistleblower Edward Snowden und ein Team der Universität von Oxford. Signal setzt voll auf Datensicherheit, lässt dafür aber einigen Komfort vermissen. So gibt es zwar Apps für Android und iOS, aber nicht für Windows Phone, der Zugriff vom Computer aus muss über ein Plugin für Googles Chrome-Browser erfolgen.

Threema: Schweizer Chat-Geheimnis

Sowohl der Entwickler als auch sämtlicher Server, über die Threema Nachrichten versendet, befinden sich in der Schweiz. Entsprechend geht die App mit den Daten ihrer Benutzer vorbildlich um: Chats werden vorbildlich verschlüsselt und auch nicht in der Cloud gespeichert. Zusätzlich ist es sogar möglich, Threema gänzlich anonym zu nutzen, ohne dass Handynummer oder andere Daten übertragen werden. Dies führt zum Einen zu einer sehr hohen Datensicherheit, zum Anderen aber auch zu einer vergleichsweise umständlichen Bedienung. So ist es zum Beispiel mühsam, Chat-Verläufe und Medien von einem auf ein anderes Gerät zu transferieren. Threema läuft aus Smartphones und Tablets unter Android, iOS und Windows Mobile, nicht jedoch auf Computern. Im Gegensatz zu anderen Messengern is Threema nicht kostenlos, sondern schlägt mit 2,99 Euro zu Buche.

Wire: Sicherheit aus Europa

Der Firmensitz befindet sich in der Schweiz, das Team in Berlin: Mit Wire gibt es einen komfortablen Messenger aus der Heimat. Hinter einer angenehm schlichten und eleganten Oberfläche bietet Wire alle Funktionen, die ein moderner Messenger haben sollte. Mehr noch: Selbst Gruppenanrufe mit bis zu fünf Personen sind möglich, und das sogar in Stereo. Nachrichten und Anrufe werden Ende-zu-Ende verschlüsselt, ihr Inhalt ist also nicht einmal für Wire-Mitarbeiter einsehbar. Apps gibt es nicht nur für Android und iOS, sondern auch für Windows, MacOS und Linux, jedoch nicht für Windows Mobile. Trotzdem stehen die Chancen gut, dass der gesamte Freundeskreis mit Wire arbeiten kann. Auch wegen einer zusätzlicher Funktionen – so könne sogar selbstgezeichnete Skizzen versendet werden – bietet sich Wire als kostenlose WhatsApp-Alternative an.

Fazit

Verschlüsselte und damit private Kommunikation ist mit vielen Apps möglich. Eine Messenger-App, die alles bietet, was man sich von ihr erhoffen kann, gibt es jedoch noch nicht. Am nächsten kommt dem Ideal allerdings Wire: Bis auf Windows Mobile ist sie für alle wichtigen Plattformen verfügbar und bietet überdies die Möglichkeit, Nachrichten bequem am Rechner zu empfangen und beantworten.  

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von Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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