Die Zukunft ist da: Diese 5 Erfindungen gibt es schon

von Christian Zeiser

Klingt fantastisch, gibt es aber: Von Jetpacks bis zu Androiden sind viele Ideen, die vor wenigen Jahren futuristisch klangen, bereits Wirklichkeit.

Science-Fiction-Filme und -Geschichten präsentieren uns seit vielen Jahrzehnten Visionen einer Zukunft – und viele dieser Visionen sind heute sogar Wirklichkeit. Schon in den Achtzigern las Captain Picard in „Star Trek“ Nachrichten auf einem Tablet-PC, der Bordcomputer verstand gesprochene Sprache. Wir zeigen fünf weitere Technologien, die wie Zukunftsfantasie klingen, aber bereits existieren oder es bald tun werden. Die schlechte Nachricht: Das Hoverboard ist leider immer noch nicht darunter.

Jetpacks: Über den Dächern der Stadt

Wir kennen sie aus Science-Fiction oder James-Bond-Filmen: Jetpacks, Rücksäcke, die uns zum Fliegen verhelfen. Eine großartige Idee, so mittlere Distanzen zurückzulegen, ohne Ampelstopps und Warten im Stau. Tatsächlich gibt es Jetpacks bereits, und sie werden auch eingesetzt. Vorreiter ist die Stadt Dubai, denn dort werden Wolkenkratzer gebaut, die selbst die längste Feuerwehrleiter überfordern. Also besitzt die dortige Feuerwehr nun 20 Jetpacks, hergestellt von der neuseeländischen Firma Martin Aircraft. Wobei der Begriff „Jetpack“ nicht ganz richtig ist, denn statt durch Düsen werden die Fluggeräte durch Propeller angetrieben. Mit bis zu 75 Stundenkilometern können Piloten so durch die Luft sausen und auf bis zu 1000 Meter Höhe steigen. Das reicht sogar für das in Dubai stehende höchste Gebäude der Welt, den Burj Khalifa. Eine knappe Viertelmillion Euro wird für ein Jetpack fällig, zur Webseite des Herstellers geht es hier.

Organe aus dem 3D-Drucker

30 Jahre nach ihrer Erfindung ist die Technik des 3D-Drucks auf ihrem Siegeszug und hält in immer mehr Bereichen vom Autobau bis hin zur Medizin Einzug. Schon werden massenhaft Hörgeräte von 3D-Druckern hergestellt, die Firma EOS aus Kralling bei München fertigt so Zahnkronen und Hüftgelenke. Doch Forscher verfolgen bereits ambitionierte Ziele: Mitarbeitern der Northwestern University in Chicago ist es schon gelungen, mit 3D-Druck funktionierende Eierstöcke herzustellen – für Mäuse zwar, doch ein Anfang ist gemacht. Die Körper der Versuchsobjekte akzeptierten das künstliche Organ problemlos und es tat, was es soll: Es produzierte Eier, die auch befruchtet wurden. Eine Zukunft, in der Ersatzorgane aus dem 3D-Drucker kommen, ist durchaus absehbar.

Strom braucht keine Kabel mehr

Auf oder unter vielen Schreibtischen sieht es wüst aus: Kabel, die Computer, Drucker, Smartphone und andere Geräte mit Strom versorgen, bilden ein hässliches Knäuel. Nicht anders kommen viele Sideboards in Wohnzimmern daher, auf denen sich Fernseher, Stereoanlage, Lautsprecher und Spielkonsole befinden. Mit dem Kabelsalat kann schon bald Schluss sein. Induktive Stromversorgung, die wir schon von vielen Smartphones kennen, ist bereits serienreif. Die Bostoner Firma WiTricity etwa hat ein marktreifes kabelloses Ladesystem für Elektrofahrzeuge entwickelt. In Braunschweig fährt gar bereits „Emil“, ein elektrisch betriebener Bus, der an den Endhaltestellen seiner Linie binnen zehn Minuten kabellos aufgeladen wird und dann genügend Energie für die nächste Fahrt hat. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass wir in naher Zukunft etwa Ladematten haben, auf die wir unsere elektrischen Geräte nur noch stellen müssen, um sie mit Strom zu versorgen. Währenddessen arbeiten Forscher an der Universität Stanford schon am nächsten großen Ziel: Das drahtlose Übertragen von Elektrizität über große Distanzen. So ließen sich Elektrofahrzeuge sogar während der Fahrt mit Strom versorgen.

Haushaltsroboter erledigen alles

Im Film „Der 200 Jahre Mann“ spielte Robin Williams einen Androiden, der seinen Besitzern jegliche lästige Hausarbeit abnimmt. Ganz so weit sind wir nicht, Haushaltsroboter sind noch hochspezialisiert und können meist Staub saugen oder den Rasen mähen. Science Fiction sind universell einsetzbare Service-Roboter aber nicht mehr: Kurz vor der Marktreife etwa steht Moley, ein Küchenroboter, der selbsttätig Gemüse schneidet, Fleisch anbrät und so eine ganze Mahlzeit zubereitet. Das Forschungsprojekt CloPeMa brachte einem selbst entwickelten Roboter sogar bei, Wäsche zusammenzulegen und dabei T-Shirt, Jeans oder Pullover getrennt zu sortieren. „Siri, leg meine Wäsche zusammen und mach mir dann Spaghetti carbonara“ – in einigen Jahren könnte dieser Befehl funktionieren.

Hyperloop: Schneller reisen als im Flugzeug

Eine Röhre, in der sehr geringer Luftdruck herrscht, und Kapseln, die Passagiere mit 1000 Stundenkilometern durch diese transportieren – diese Vision ist schon Jahrzehnte alt, doch durch den Tatendrang des US-Erfinders Elon Musk könnte sie bald Wirklichkeit werden. Der Gründer des Autoherstellers Tesla gründete eine Initiative zur Entwicklung der Technologie und rief im Jahr 2015 innovative Firmen auf, sich zu beteiligen, was viele befolgten. Eine treibende Kraft bei der Entwicklung des neuen Reisens ist die Firma Aecom, genauer gesagt ihre deutsche Niederlassung in Kaiserslautern. Dort erforscht man, wie die Röhren für ein solches Transportmittel beschaffen sein müssten, und hat auch schon Ideen dafür, wo sie verlaufen könnten: entlang der Autobahnen. Dadurch müsste keine neue Fläche für die „Hyperbahn“ erschlossen werden, Solarzellen überhalb der Röhren könnten sogar die benötigte Energie liefern. Von Hamburg nach München in einer knappen Stunde, ohne Flug – was wie Science Fiction klingt, wird bereits erforscht. Eine Teststrecke in Nevada ist so gut wie gebaut.

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von Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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