Die besten Übersetzer-Apps

Nicht überall kann man sich auf Englisch oder mit Gesten verständigen. Mit diesen Apps ist das nötige Vokabular fast in jedem Land immer verfügbar.

Alfred and Joa/Unsplash

Auf Reisen sind brauchbare Englischkenntnisse stets hilfreich, in vielen Ländern kann man sich auf Englisch als gemeinsamer Fremdsprache gut verständigen. Allerdings ist das nicht überall so, schon im europäischen Ausland stößt man außerhalb von Hotellobbys und anderen touristischen Orten oft schnell an Grenzen. (Das tun Ausländer, die sich in Deutschland auf Englisch verständigen wollen, übrigens auch.) Nun kann man nicht gleich Tschechisch lernen, weil man für einige Tage in Prag ist, und ein selbst für einen Urlaub auf der Karibikinsel Curaçao wäre wohl ein Papiamentu-Kurs leicht übertrieben. Deshalb sind Übersetzungs-Apps sinnvoll, die es erlauben, das benötige Vokabular schnell nachzuschlagen. Außerdem kommt es fast immer gut an, wenn man ein paar Formulierungen in der Landessprache beherrscht.

Selbst die von uns empfohlenen Apps haben freilich nur begrenzte Fähigkeiten. Komplexe Texte übersetzen sie nur unzureichend, auch wenn es hier schon große Fortschritte gegeben hat und skurrile Übersetzungsfehler größtenteils der Vergangenheit angehören. So sind die Apps vor allem für einzelne Sätze nützlich – was schließlich das ist, was man im Urlaub am häufigsten benötigt. Ein Start-up zeigt derweil aber auch, welche Qualität uns in naher Zukunft erwartet.

Google Übersetzer: Der Klassiker

Googles Standard-App, auch als Google Translate bekannt, war in der Vergangenheit für manch unterhaltsame Memes gut. Mittlerweile beherrscht Google Übersetzer aber über 100 Sprachen, und die durchaus gut. So befinden sich unter den verfügbaren Sprachen etwa das in Südafrika gesprochene Afrikaans, die kambodschanische Sprache Khmer und die Sprache des in Nigeria lebendes Volkes der Igbo. Die Eingabe der zu übersetzenden Texte kann per Tastatur, Sprache oder per Foto erfolgen, allerdings erbittet die App deshalb auch alle möglichen Berechtigungen. Sehr praktisch ist, dass viele Sprachpakete heruntergeladen werden können und dann auch ohne Internetverbindung zur Verfügung stehen. Google Übersetzer ist für Android und iOS kostenlos.

Microsoft Übersetzer: Die Konkurrenz

Auch der Software-Riese aus Redmond hat seine Übersetzungs-Apps über viele Jahre immer weiter verbessert. Die Qualität der Übersetzungen steht denen von Google in nichts nach, die App ist dabei sogar etwas überschaubarer gestaltet. Unter den 60 Sprachen befinden sich neben den Standards auch Maltesisch, Katalanisch oder Yukatesisches Maya. Wer im Ausland nicht ständig Roaming-Kosten verursachen möchte, kann sich einzelne Sprachpakete – leider noch nicht alle – auch herunterladen und sie dann offline nutzen. Wie die Konkurrenz von Google gibt es auch Microsoft Übersetzer kostenlos für iOS und Android, In-App-Käufe fallen nicht an.

iTranslate: Übersetzer mit Stimme

Übersetzungen in Textform sind manchmal nicht genug; etwa, wenn man nicht weiß, wie die Übersetzung überhaupt ausgesprochen wird. Da ist es sehr praktisch, dass iTranslate Übersetzungen auch als gesprochene Worte ausgibt – und das in über 100 Sprachen, darunter Mongolisch, Zulu und gar die künstliche Sprache Esperanto. Die Übersetzungen klappen dabei erstaunlich gut. Wirklich günstig ist iTranslate für iOS und Android allerdings nicht: Nach Ablauf einer kostenlose Probewoche kostet die Nutzung 4,99 Euro pro Monat, damit ist die App wohl vor allem etwas für Vielreisende. Beeindruckend ist auch die App iTranslate Voice (bisher nur für iOS) desselben Anbieters: Diese erlaubt es sogar Telefonate in zwei unterschiedlichen Sprachen, indem sie das Gesprochene übersetzt und als Sprache ausgibt.

iLearn Papiamentu: Apps für besondere Ziele

Papiamentu ist eine Sprache, die etwa eine Viertelmillion Menschen auf den Karibikinseln Aruba, Bonaire und Curaçao sprechen – und auch für diese seltene, aber sehr charmante Sprache gibt es eine Übersetzungs-App. Allerdings übersetzt sie nur vom Englischen nach Papiamentu, eine deutsche Version gibt es nicht. Trotzdem sagen wir „Masha danki“ dafür, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, auch für exotischere Sprachen Apps zu entwickeln. iLearn Papiamentu gibt es kostenlos für Android und iOS. Für Seychellen-Kreol gibt es übrigens auch eine App. Die Sprache des Inselstaats hat nur 90.000 gebürtige Sprecher. Kurz: Für Reiseziele, deren Sprachen nicht einmal Google Übersetzer kennt, lohnt sich häufig eine gezielte Google-Suche.

DeepL: Die Avantgarde

Ein Start-up in Köln hat sich zum Ziel gesetzt, den besten Online-Übersetzer der Welt zu schaffen, und dies auch erreicht: DeepL erkennt auch in langen Wortfolgen die dahinterliegende Struktur und erzeugt so sinnvolle Übersetzungen. Das große Manko des weltbesten maschinellen Übersetzungsdienstes: Es gibt bisher keine App, so bleibt nur der Weg auf die Webseite, wo man zu übersetzenden Text eingeben oder einsetzen kann. Auch beherrscht DeepL bisher nur zehn Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch und Russisch. Zwischen diesen übersetzt der Service aber in alle Richtungen. Wenn man sich also in einem entsprechenden Land aufhält und Roaming-Kosten für den Internetzugang kein Hindernis sind, liefert DeepL akkuratere Übersetzungen als jede App.

Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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