Cobi: Das neue smarte Cockpit fürs Fahrrad

Ein neues System macht jedes Fahrrad einfach smart. Connected Biking, kurz COBI, heißt es. Wir haben uns das smarte Cockpit fürs Fahrrad angeschaut.

Die Idee kommt aus der Automobil-Szene, in der »Connected Cars« schon seit Jahren ein Thema sind. Du verbindest dein Smartphone mit dem Bordcomputer und kannst alle möglichen Features nutzen: Staus erkennen, alternative Fahrrouten abrufen, stressfrei auf deine Kontakte zurückgreifen, (legal) telefonieren oder deine Lieblings-Playlist spielen.

Jetzt gibt es diesen Ansatz tatsächlich auch für jene, die täglich Fahrrad fahren. Für mich zum Beispiel. Warum? Ich kann nicht zählen, wie viele Bußgelder ich schon gezahlt habe, weil ich beim Telefonieren auf dem Fahrrad erwischt worden bin. Nein, nicht nur im Straßenverkehr - auch auf Radwegen am Rand von Parks, wo ich wirklich niemanden hätte gefährden können. Wie oft habe ich mit meinem Smartphone in der Hand eine konkrete Adresse zu finden versucht und mich einhändig balancierend total verzirkelt? Leider auch mehr als einmal.

COBI soll dafür die Lösung sein. Auf unserem WIE EINFACH-Bloggerevent ging es kürzlich um die neue Generation smarter Fitnessprodukte. Das Herzstück des smarten Cockpits besteht aus einer Halterung für den Lenker, auf der sich das Smartphone ganz einfach einrasten lässt. Dazu muss man sich noch die App herunterladen. Ebenfalls Teil der Basisausrüstung: Der Daumen-Controller, mit dem alle Funktionen auf dem Smartphone ganz einfach steuerbar werden, ohne dass man seine Hände vom Lenker nehmen muss. Weil wir es in unseren Breiten häufig mit feuchter Witterung zu tun haben, gibt es noch eine Schutzhülle fürs Smartphone dazu, die alles schön trocken hält.

Ganz schön smart: das AmbiSense-Lichtsystem

Wer möchte, kann die Grundausstattung auch noch um Vorder- und Rücklicht erweitern. Das Vorderlicht sieht aus wie ein Leuchtring und wirft ein Licht zurück, das einem Autoscheinwerfer ähnlich sieht. Es passt sich der Umgebungshelligkeit an: Je dunkler es wird, desto heller strahlt es. Auch das Rücklicht-System ist ausgeklügelt und erinnert an das eines Autos. Neben Bremsleuchten gibt es eine Blinkfunktion, die für dunkle Jahreszeiten sinnvolle Dienste leisten kann: Wer rechts oder links abbiegt, kann nicht mehr übersehen werden. Kleine Einschränkung, aber nur in Deutschland: Unsere Straßenverkehrsordnung hat dafür die Genehmigung noch nicht erteilt, weswegen zumindest die Blinkfunktion im Straßenverkehr nicht offiziell zugelassen ist.

Die Montage ist einfach

Wir testen COBI an »Victor«, einem schlanken, extrem leichten Bike aus dem Hause Schindelhauer. COBI lässt sich aber auch auf jedes andere Bike montieren. Bei E-Bikes macht das Cockpit besonders Sinn, weil es ständig über den Akku des E-Bikes Saft bekommt. Die Halterung wird ganz einfach auf den Lenker geschraubt, was ungefähr so aufwendig ist, als würde man eine neue Klingel anbringen. Zur Halterung gehört ein 6000-Milliampère-Akku, der das Smartphone auflädt, während man fährt.

Die COBI-App

Ich habe mir die passende App heruntergeladen. Sie zeigt meine aktuelle Geschwindigkeit an, die zurückgelegten Kilometer, die Fahrzeit und viele weitere Angaben. Wenn ich die entsprechenden Sensoren am Körper trüge, könnte ich sogar meinen Puls im Blick behalten. Außerdem hat sie eine optimierte Navigation - speziell fürs Radfahren. Mir werden also nicht nur die kürzesten Routen angezeigt, sondern auch Alternativrouten, die durch grüne, verkehrsberuhigte Straßen führen. Ich erfahre, dass sich COBI bald mit Komoot verbinden wird, meiner absoluten Lieblingsapp für Bike und Wandertouren. Das Feature wird durch ein Update demnächst zugänglich sein. In diesem Zusammenhang gewinnt auch die integrierte Wetterapp an Bedeutung. Für Fahrten zur Arbeit braucht man eine detaillierte Wettervorhersage wohl eher nicht. Für (Rad-)Wandertouren allerdings schon. Denn dort wird genau angezeigt, wo sich wann etwas zusammenbraut und welche Gegenden man in solchen Fällen besser meiden sollte.

COBI hat übrigens etwas, das ich noch nie besessen habe: eine Klingel. Klingeln geht genauso einfach wie alles andere auch: Telefonieren, Musikhören, Navigieren, Geschwindigkeit kontrollieren - ist alles nur einen Daumendruck voneinander entfernt und lässt sich wirklich spielend einfach während der Fahrt bedienen. Ebenfalls schlau? Ein eingebauter Bewegungssensor erkennt, ob sich gerade jemand mein Bike schnappen will. Mein Smartphone funktioniert in diesem Fall wie ein Schlüssel. Ist es nicht in der Nähe, aber das Rad wird bewegt, geht ein akustisches Signal los. Der ausgelöste Alarm ist so laut, dass mein Umfeld erschrocken zusammenzuckt. Gut, so soll es sein: Hände weg von meinem Fahrrad!

 

Franziska Wischmann

Franziska Wischmann, Redakteurin mit den Schwerpunkten Wissenschaft und Forschung,
hat mit dem Heranwachsen ihrer Kinder für sich ein spannendes neues Feld entdeckt:
Technik, Gadgets, Apps für jede Lebenslage.

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