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Bluetooth-Kopfhörern gehört die Zukunft

von Christian Zeiser

Ende 2016 überraschte Apple mit einem radikalen Schritt: Das damals neue iPhone 7 hatte keine Kopfhörerbuchse mehr. Wer unbedingt wollte, konnte zwar über einen Adapter wieder eine hinzufügen, die Aussage war aber klar: Die Zukunft gehört Bluetooth, auch, was Musik betrifft. Nun mögen viele Bluetooth nicht wirklich. Die Verbindung reicht nur wenige Meter weit, Bluetooth-Hörer benötigen einen Akku, der immer im falschen Moment leer ist, außerdem scheint die Datenübertragung zu langsam zu sein für echten Musikgenuss über Kopfhörer.

Kabel mag aber auch niemand. Ständig bleibt man damit irgendwo hängen oder muss sie aus Knoten befreien, noch dazu sind Kabel vor allem an Kopfhörern, wo sie naturgemäß viel bewegt und zwischendurch immer wieder aufgewickelt werden, irgendwann garantiert gebrochen.

Apple hatte Recht: Kabel sind von gestern

Zwei Jahre nach Apples umstrittenem Schritt wird langsam klar, dass der Hersteller wohl richtig lag: Bluetooth-Kopfhörer sind längst dem Stadium entwachsen, in dem sie vor allem für Telefonate, nicht aber für Musikgenuss taugten. Streng genommen gibt es schon lange keinen Grund mehr dafür, dass Musik über Bluetooth nicht anständig klingen soll: Die Funktechnik ist schon seit Jahren schnell genug, das zeigen schon viele Autoradios, die Musik drahtlos vom Smartphone abspielen. Nun sind auch die Hersteller von hochwertigen Kopfhörern so weit, wie die Stiftung Warentest unlängst bestätigte:

Kopfhörern wie dem Bose QuietComfort 35, dessen Nachfolger QC 35 II und dem Sony WH-1000XM2 bescheinigen die Tester ausgezeichneten Klang, gepaart mit sehr effektiver Unterdrückung von Störgeräuschen. Nun haben diese High-End-Hörer auch stolze Preise von etwa 300 beziehungsweise 380 Euro. Deutlich günstiger und dennoch sehr gut klingend ist der JBL E65 für etwa 150 Euro. Wer ohne die Geräuschunterdrückung auskommt, erhält mit dem Philips SHB 9250 oder dem Skullcandy Grind sehr gut klingende Bluetooth-Kopfhörer aber auch schon für um die 75 Euro.

Auch in Sachen Akkulaufzeit hat sich vieles getan, die Kopfhörer müssen in der Regel erst nach 14 bis über 40 Stunden aufgeladen werden und sind dann nach etwa zwei Stunden wieder voll einsatzbereit.

Bleibt nur das Argument der Reichweite von Bluetooth. Diese beträgt etwa neun Meter – weniger, wenn sich zwischen den Smartphone und dem Kopfhörer eine Wand oder andere Störfaktoren befinden. Damit zog der Hinweis auf eine geringe Reichweite noch nie, denn die ist in jedem Fall länger als jedes Kopfhörerkabel.

Es wird noch besser

Noch interessanter werden Bluetooth-Kopfhörer allerdings, sobald sich Version 5 des Funkstandards durchgesetzt hat. Dies soll Übertragungsraten ermöglichen, die sogar das kompressions- und damit verlustfreie Streamen von Musik zulassen. Erste Smartphones der höheren Preisklasse, darunter Samsungs Galaxy S9 und Apples iPhones 8 und X, beherrschen Bluetooth 5 bereits. Bis Kopfhörerhersteller auch darauf setzen, kann es nicht mehr lange dauern.

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von Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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