Ausprobiert: Photofast Call Recorder hält iPhone Anrufe fest

von Stefan von Gagern

Per Smartphone werden oft wichtige Dinge besprochen - und doch gibt es keine Möglichkeit, sie einfach aufzuzeichnen. Das soll der Call Recorder ändern.

Welchen Termin oder Preis hatten wir gestern noch einmal genau besprochen? Wenn es um wichtige Dinge am Telefon geht, mache ich mir immer Notizen - doch was wenn der Kunde anruft, wenn man gerade unterwegs ist? Das Problem löst Photofast jetzt mit einem kleinen Zusatzgerät, dem Call Recorder. Das kleine Plastikding mit vier Tasten lässt sich einfach unten am iPhone in den Lightining Port einstecken. Ganz nebenbei liefert das Gerät angesteckt einen 3,5 Millimeter-Kopfhöreranschluß. Das ist nicht nur praktisch zum Musikhören, denn damit passen gewöhnliche Kopfhörer wieder an das iPhone 7, sondern auch beim Telefonieren, da viel mehr Kopfhörer mit dem iPhone wieder funktionieren. Drittens enthält das federleichte Gerät auch noch einen Kartenslot für MicroSD-Karten. Das ist praktisch für die Speichererweiterung, zum Beispiel um Musik mitzunehmen oder für alle GoPro- und Drohnen-Besitzer, die Bilder und Videos von der Actioncam oder Drohne per Speicherkarte aufs iPhone übertragen möchten. Aber die Kernfunktion ist die Aufzeichnung von Telefonanrufen. 

Anrufe oder Konferenzen auf Knopfdruck aufzeichnen

Der Call Recorder ist leicht und so kompakt, dass er in die Hosentasche passt. Eigentlich könnte man ihn auch immer im Lightning-Port eingesteckt lassen, damit wird das iPhone aber unhandlich. Bei oder vor einem wichtigen Anruf heißt es also: einstecken. Mit dem Drücken der roten Taste startet die Aufnahme und signalisiert es mit einem roten LED-Blinklicht. Call Recorder unterstützt alle Anrufe und Instant Messaging Apps. Mit der Zusatz-App CallRecorder+ können die Aufnahmen auch per Touchscreen statt mit den winzigen und etwas unpräzise beim Druckpunkt wirkenden Mini-Tasten am Recorder gestartet werden. Die App verlangt auch immer einen eingesteckten, Apple-kompatiblen Kopfhörer mit Mikrofon wie den mitgelieferten Original-Kopfhörer von Apple. Die Aufnahmen können dann in der App gespeichert und dort wieder angehört werden. Der Klang ist dabei sehr klar. Ein Anrufer landet im linken und einer im rechten Kanal. So sind die beiden Signale deutlich getrennt. Die Audio-Aufnahmen lassen sich teilen, auf externen oder internen Speicher kopieren, per Code sperren und sogar in Text umwandeln. Bei der Umwandlungsfunktion kamen in unserem Test aber eher belustigende als brauchbare Gesprächsprotokolle heraus - in deutsch und in englisch. Sie erinnern an die Ergebnisse, die man aus Auto-Übersetzungen kennt und sind eher noch etwas ungenauer. Aufnahmen lassen sich mit der App auch nachbearbeiten und zum Beispiel auf den wichtigsten Teil kürzen. 

Nicht nur fürs Business

Der Hersteller hält übrigens diesen Recorder nicht allein für ein Gadget, das Geschäftsleuten oder Journalisten erlaubt, Meetings mitzuschneiden oder Interviews aufzuzeichnen. Er sieht den Photofast Call eher als Gerät zum Festhalten persönlicher Erinnerungen. Warum nicht statt eines Fotos den letzten Anruf mit den Lieben zuhause aufnehmen und noch einmal anhören? Ob man das braucht oder nutzt, ist die andere Frage - jedenfalls eine nette Idee. Photofast ist eigentlich Spezialist für Speichererweiterungen. Daher lässt sich der Call Recorder auch zum Abspielen von Musik und Videos nutzen, wenn der Speicher auf dem iPhone knapp wird. Mit der Photofast One-App lassen sich auch Bilder von Instagram mit einer Auto-Backup Funktion in einem Rutsch auf die microSD-Karte laden oder Backups von Cloud-Diensten wie Dropbox erstellen. Insgesamt ist der Call Recorder somit wirklich ein 3-in-1 Gerät und wird so seinem Preis von rund 100 Euro gerecht. 

Fazit: Vielseitig wie praktisch

Mit dem Call Recorder ist ein vielseitiges wie praktisches Aufnahmegerät gelungen, das aber vor allem für Leute, die oft Meetings mitschneiden möchten, interessant sein dürfte. Die Nebenfunktionen als Kartenleser oder einfach als Standard-Kopfhöreradapter fürs iPhone 7 sind ein toller Bonus. Aber Achtung: Das heimliche Mitschneiden von Telefonaten ist grundsätzlich verboten. Also auf jeden Fall den Gesprächspartner informieren, dass man das Telefongespräch aufzeichnen möchte. 

Artikel vom

von Stefan von Gagern

Stefan von Gagern schreibt in Hamburg als freier Journalist über Themen rund
um Technologie, Kreativität, Publishing, Web, Social Media, Mobile und Gadgets.
Er berät Unternehmen bei Social Media Auftritten und Content Marketing. Privat ist
er Musiker, Radfahrer und Landschaftsmaler.

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