Arbeiten von überall
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Arbeiten von überall: Top Locations

von Christian Zeiser

Es klingt wie der Traum aller Berufstätigen: Blauer Himmel statt Bürowände. Hier erfahren Sie mehr zum Arbeiten im sonnigen Ausland!

Was klingt reizvoller: Morgens mit der U-Bahn ins Büro zu fahren oder den Laptop auf einer Dachterrasse mit Blick auf den Atlantik aufzuklappen? Auf dem Heimweg noch schnell einzukaufen oder mit dem Surfboard in die Wellen zu springen? Immer mehr Menschen träumen davon, ortsungebunden zu arbeiten und setzen es tatsächlich in die Tat um. Sie reisen von Ort zu Ort und erledigen ihren Job von fernen Ländern aus. Digitale Nomaden nennen sie sich.

Der Reiz des ortsungebundenen Arbeitens liegt auf der Hand: Kein noch so schönes Büro kann es mit der Aussicht auf weiße Strände aufnehmen. Während des Winters gehen viele Menschen im Dunkeln zur Arbeit und kommen im Dunkeln nach Hause. Und wer eine Weile in einem anderen Land lebt und arbeitet, lernt es viel besser kennen als aus einem Reisebus heraus. Deshalb gibt es Angebote wie das SunDesk im marokkanischen Taghazout: eine Art Bed & Breakfast mit angeschlossenem Gemeinschaftsbüro, zehn Zimmern, einer Dachterrasse und W-Lan. Angebote wie das SunDesk entstehen an immer mehr Orten auf der Welt, zum Beispiel in Lissabon, auf der thailändischen Insel Koh Lanta oder auf Gran Canaria.

Wer hier arbeitet, genießt nicht nur meist schönes Wetter. Das Ausbrechen aus der heimischen Routine kann ebenso inspirierend sein wie die Kontakte, die man vor Ort knüpft. Dabei sind die technischen Voraussetzungen für den Ortswechsel denkbar gering: Oft reichen Laptop und Smartphone. Freilich genießt nicht jeder diesen Luxus: Ein Bäcker wird frühmorgens in der Bäckerei erwartet, eine Sekretärin in ihrem Büro. In Taghazout, etwas nördlich von Agadir, treffen Designer auf Journalisten und Programmierer auf PR-Manager. Fast alle arbeiten freiberuflich. Mit dem richtigen Job ist es einfach, den Arbeitsplatz selbst zu wählen – sofern man einiges beachtet.

Arbeiten unter Palmen

Texte verfassen, Kalkulationen erstellen, Präsentationen entwerfen: Dies alles sind Tätigkeiten, bei denen es nicht darauf ankommt, ob sie in Koblenz oder Koh Lanta erledigt werden. Aufbau und Pflege von Kontakten mit deutschen Geschäftspartnern sind in Koh Lanta allerdings deutlich erschwert. Wer plant, den Arbeitsplatz für Wochen oder Monate anderswohin zu verlegen, sollte sich bereits stabile Geschäftsbeziehungen aufgebaut haben. Auch andere Einschränkungen gibt es zu berücksichtigen: Der Satz „Ich schick's Ihnen eben per Fahrradkurier“ ist für's Erste gestrichen.

Nicht jeder Ort ist ideal

Chiang Mai im Norden Thailands ist bei vielen digitalen Nomaden, die ihre Arbeitsplätze immer wieder woandershin verlegen, sehr beliebt. Man wohnt und lebt günstig, das Klima ist freundlich, Essen und Kultur faszinierend. Allerdings: Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und Thailand beträgt sechs Stunden. Wenn man sich dort um 10 Uhr morgens and en Schreibtisch setzt, ist es in Deutschland vier Uhr früh. Das ist schlecht, wenn man mit Kollegen daheim in Kontakt bleiben muss. Wer darauf angewiesen ist, sollte also halbwegs in unserer Zeitzone bleiben – oder bereit sein, den Tagesrhythmus anzupassen.

Auf die Verbindung kommt es an

Innerhalb der zivilisierten Welt findet sich immer ein W-LAN. Allerdings: Nicht immer leistet es das, was man zu Hause gewohnt ist. Wenn dann große Datenmengen in die Heimat übertragen werden sollen, kann es Zeit und Nerven kosten. Es ist also nicht ratsam, sich einfach eine Wohnung im Süden zu mieten, um vom nahen Café aus zu arbeiten. Besser ist es, sich vorher über die vorhandene Infrastruktur zu informieren. Co-Working-Büros sind auf ihre Kundschaft eingestellt und bieten in aller Regel ein zuverlässiges, schnelles W-LAN.

Das nutzt man allerdings mit vielen Anderen, und kein W-LAN ist hundertprozentig sicher. Wie sehr es nötig ist, den eigenen PC vor fremden Zugriffen zu schützen, hängt davon ab, was man mit ihm tut. Wer mit sensiblen Daten einer großen Firma arbeitet muss mehr Vorkehrungen treffen als jemand, der Visitenkarten entwirft. Generell ist immer Vorsicht geboten, und absolute Sicherheit der Daten gibt es nie. Allerdings: Das W-LAN eines großen Konzerns ist für Datendiebe attraktiver als das eines beliebigen Co-Working-Büros oder Cafés, bei dem immer unklar ist, wer es gerade nutzt.

Erste Schritte

NomadList ist eine gute erste Adresse für alle, die mit dem Gedanken spielen, ihren Arbeitsplatz für eine Weile woandershin zu verlegen. Von digitalen Nomaden gepflegt listet die Seite Städte in aller Welt nach vielen Kategorien wie Kosten, Kultur, Wetter, aber etwa auch Toleranz gegenüber Ethnien und Sexualität. Auch Tips zum Arbeiten und Wohnen gibt es dort, ebenso erlaubt es NomadList, mit Ortskundigen Kontakt aufzunehmen. Wenn dann auch daheim alle Vorkehrungen getroffen sind, spricht eigentlich nichts mehr gegen das Arbeiten unter Palmen.

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von Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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