snu:mee - Smarte Babyspieluhr mit Metallica

von Rob Vegas

Dieses Gadget kann nicht nur als smarte Babyspieluhr dienen, sondern ist gleichzeitig auch noch ein Babyphone und MP3-Player mit WLAN-Funktionen.

Als junger Vater bekommt man schnell mehr als nur eine Spieluhr von Verwandten und Freunden geschenkt. Die sind zwar immer sehr süß gestaltet, doch irgendwann hat man von La-Le-Lu im Kinderzimmer auch genug. Hersteller Babystarsrock2sleep aus Bad Rodach hat hier eine eigene Lösung mit snu:mee parat. Babyphone, Spieluhr und MP3 Player in einem Gerät. Das machte mich neugierig.

Vom Konzept her fast eine Konsole

Erst einmal war ich von diesem kleinen Paket überrascht. Von den Fotos her hatte ich mir so ein snu:mee wie einen großen Teller mit neun dicken Batterien im Hinterteil vorgestellt. In der Realität ist das Gerät geradezu winzig. Schon das Verpackungsdesign klärt mich logisch über die Funktionen auf. Diese Feinarbeit wird oft von Herstellern unterschätzt. Allgemein erhält das snu:mee von mir extrem viele Extrapunkte für liebevolle Details. Am Ende aber leider auch ein bisschen Prügel, weil es mich ein paar Nerven gekostet hat, das Gerät mit dem Smartphone zu koppeln. Welche Funktionen von snu:mee überzeugen? Wie schlägt sich die App im Alltag? Und was haben snu:mee und ein Gameboy von Nintendo gemeinsam?

Nicht nur Babyspieluhr

Kommen wir erst einmal zu den harten Fakten. Ein nacktes snu:mee kostet aktuell im Netz um die hundert Euro. Für einen einfachen Babymonitor schon ein stolzer Preis, doch das Gerät kann ja deutlich mehr. Technisch gesehen ist aber auch ein liebevoll an Eltern gerichtetes Babygadget mit einem süßen Namen am Ende des Tages auch nur eine mobile Jukebox, welche sich mit dem eigenen Telefon über WLAN verbinden kann. Ich gehe hier zum Start übrigens extra mit der Hardware ein wenig härter ins Gericht, weil die Idee hinter dem snu:mee sehr viel spannender umgesetzt ist. Das Gerät ist nicht nur ein Lautsprecher mit Mikrofon und Rückkanal zum eigenen Tablet. Es ist auch eine erste Spielekonsole für Babys. Zumindest soll snu:mee die Eltern zu weiteren Käufen im eigenen Shop begeistern.

Der Hausfrauentest

Das snu:mee kann man zwar auch ohne App nutzen, doch sein ganzes Potential wird erst mit Smartphone und Tablet ausgeschöpft. Mitunter reicht aber auch zur schnellen Einschlafhilfe in der Praxis der kleine Druck auf die Play-Taste. In meinem Test war es nur leider gar nicht so einfach snu:mee mit der App zu koppeln. Dabei bin ich nun wirklich kein Anfänger, sondern habe schon dutzende Gadgets in meinem Leben über Apps gekoppelt. Den Hausfrauentest bei der Inbetriebnahme hat snu:mee also leider nicht fehlerfrei bestanden. Es war ein wenig Fummelei und somit umständlicher als gedacht. Davon berichten auch User im Google Playstore unter der App. Meine Frau hat es mit der App für iOS schneller hinbekommen. Das muss man zur Ehrenrettung sagen. Dabei ist die App übrigens nicht nur ein einfaches Walkie-Talkie für snu:mee, sondern bietet durch die App wirklich viele Funktionen und sogar einen eigenen Shop für neue Lieder. 12 Stücke sind übrigens schon mit an Bord und obendrein noch ein Gutschein für weitere 6 Songs, sofern man sich online registriert. Habe ich als mehr als ordentlichen Umfang empfunden, denn es geht hier nicht um 08/15 Songs.

Helene Fischer vs. Metallica

Coldplay, P!nk und Robbie Williams als Einschlafhilfe für das eigene Baby? Richtig gelesen. Dieses kleine snu:mee ist auch eine sehr viel größere Idee. Man kann sich aus dem Shop immer neue Songs kaufen, welche man auf das snu:mee übertragen kann. Sogar Metallica gibt es hier als liebevolles Geklimper für das eigene Baby. Lust auf Helene Fischer? Gar kein Problem. Dabei stehen Alben und auch einzelne Songs zum kostenpflichtigen Download bereit. Für mich ist damit snu:mee schon fast eine Art kleine Spielkonsole. Kaufe snu:mee, nutze die App und lade als Papa auch bald neue Songs aus unserem Store! Natürlich ein sehr cleveres Geschäftsmodell vom Hersteller, doch irgendwo auch eine sehr süße Idee. Welche Spieluhr der Welt kann man immerhin schon mit Metallica bestücken? Vor allem hatte sogar ich Spaß an diesen Versionen bekannter Hits. Diese Idee der Niedlichkeit fängt bei der Verpackung an und endet wirklich in der letzten Naht der speziellen Sleeves für snu:mee. Die Status-LED blinkt wie ein Stern. Man kann das snu:mee in kleine Affen oder Teddys integrieren, welche extra zu diesem Zweck erbenfalls erhältlich sind. Es wurde an einen rutschfesten Sockel gedacht. Die App hat sogar eine virtuelle Schnur einer Spieluhr als Button. Es sind unendlich viele dieser Details, welche man bei jeder Nutzung neu entdeckt. Auch die Lieder sind nicht billig als MIDI konvertiert, sondern wurden extra für snu:mee eingespielt. In der Tasche vom Sleeve für das snu:mee ist dann noch eine aufwändige Stickerei zu finden. Das hat mir wirklich sehr gefallen, weil man diese Details im Alltag bemerkt und schätzt. Ich bekomme hier kein ominöses Plastikteil mit Appsteuerung, sondern ein durchdachtes Konzept.

Verspielte Details bis hin zum Netzteil

Das snu:mee hat übrigens einen integrierten Akku. Damit kann man es auch problemlos schnell einmal ohne langes Netzkabel nutzen. Nur hält der Akku natürlich keine zehn Stunden. Will man wirklich die Monitoringfunktionen nutzen, so sollte man das lange USB-Kabel andocken. Damit ist man dann sicher. Sogar auf dem Netzstecker ist übrigens auch noch einmal das Logo ins Plastik versenkt worden. Hätte man sich sparen können, aber ist wieder ein nettes Detail vom Hersteller. Babyphone und Monitoring funktionieren übrigens sehr gut. Da braucht es schon kein Kamerabild mehr. Man kann irgendwann sowieso die Laute vom Baby unterscheiden. Laut Hersteller wird übrigens eine strahlungsarme WLAN Technologie verwendet. Trotzdem sollte man zur Vorsicht ein wenig Abstand zum Baby halten. Hier machen auch die zusätzlich erhältlichen Sleeves für snu:mee Sinn, weil man es damit und einer integrierten Schnur besser überall rund um das Baby aufhängen kann. Praktisch ist auch die App. Sie ist selbsterklärend und bietet Schlummerplayer, Rekorder, Shop, snu:mee-Player, Babyphohne und Steuerung. Sogar mein eigenes Smartphone kann zur Handyspieluhr mutieren und ich kann als Nutzer Playlisten anlegen. Ziemlich smart angedacht und hat mir in der Praxis sehr gefallen. Vor allem aber schafft die App den Spagat zwischen niedlicher Aufmachung und einfacher Navigation. Per USB lässt sich die smarte Babyspieluhr auch an den Rechner andocken.

Ein passabler MP3-Player

Das Baby ist mittlerweile ein Kind und braucht die smarte Spieluhr nicht mehr? Dann landen solche Gadgets entweder schnell bei eBay-Kleinanzeigen oder gar direkt im Müll. Nur ist snu:mee auch ganz nebenbei auch noch ein vollwertiger MP3-Player. Seitlich am Gerät kann man einen Kopfhörer über Klinke anschliessen. Theoretisch natürlich auch eine ganze Musikanlage. So kann man das Gerät auch später noch als MP3-Player für das Kind nutzen. Dieser rudimentäre MP3-Player hat dann zwar kein Display und ist nicht mehr der letzte Schrei am Technikhimmel, doch zumindest wächst das Gadget ein wenig mit und kann als kleiner Musikspieler genutzt werden.

Fazit

Das Gerät ist seine ca. 100 Euro auf jeden Fall wert. Zwar hatte ich meine Probleme mit der ersten Kopplung zum Smartphone, doch am Ende haben mich das Konzept und die Detailverliebtheit überzeugt. Die Musikstücke sind allesamt liebevoll produziert worden. Die App ist sinnvoll und vor allem trägt man das Smartphone immer bei sich. Am Ende gibt es für snu:mee vor allem ein ganz großes Alleinstellungsmerkmal:

Auf welchem Babyphone kann man schon Metallica neben Helene Fischer laufen lassen?


 

Artikel vom

von Rob Vegas

Seit 2003 im Netz unterwegs. Blogger, Digital Native, falscher Harald Schmidt
auf Twitter und neuerdings Papa mit Vorliebe für Gadgets.
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