Schritt für Schritt zum Smart Home mit Apple HomeKit

von Christian Zeiser

Wer ein intelligentes Zuhause möchte, sollte sich für ein System entscheiden. Benutzer von iPhones tragen eines bereits bei sich: Das Apple HomeKit ist eine hervorragende Basis für ein Smart Home.

Dass der Begriff „Smart Home“ mehr als ein Hype ist, wird langsam deutlich. Immer mehr namhafte Hersteller bringen Produkte und Lösungen für ein vernetztes, intelligentes Heim. Und je mehr energiesparende, komfortspendende oder die Sicherheit verbessernde Produkte auf den Markt kommen, desto deutlicher wird, auf wie viele Arten ein Smart Home sinnvoll ist. Wenn es da nicht immer noch ein Problem gäbe: Das Fehlen eines weitreichenden Standards. Ein smartes Heim soll Beleuchtung, Heizung, Sensoren für Temperatur und Bewegung, Steckdosen und vernetzte Geräte, außerdem natürlich mindestens ein Smartphone sowie noch weitere Computer oder Tablets integrieren. Freilich gibt es hierfür Lösungen, sogar viele, jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Eines habe diese Lösungen jedoch alle gemein: Sie schränken uns in unserer Auswahl der Geräte, die wir einbinden können, ein. Wer sich für Apple HomeKit entscheidet, kommt in den Genuss einer sehr komfortablen Bedienung und zahlt den Preis eines in Deutschland bisher noch recht eingeschränkten Produktangebots. Trotzdem ist das Angebot groß genug, um mit wenigen Geräten ein Heim in ein Smart Home zu verwandeln.

Die Grundausstattung

Mit einem iPhone oder iPad und der darauf installierten Home-App sind schon gute Voraussetzungen für ein Smart Home geschaffen. Für die Automatisierung wird außerdem ein Apple TV der vierten Generation benötigt – oder ein iPad, das immer im Hause bleibt. Für den günstigen Einstieg ist außerdem ein Starterset von Philips Hue zu empfehlen. Zwei schaltbare Steckdosen Elgato Eve Energy und ein Bewegungssensor Elgato Eve Motion machen die Grundausstattung für ein Smart Home komplett.

Die Einrichtung

Das Philips-Hue-Starterset besteht aus der Basisstation Bridge sowie drei regelbaren LED-Glühlampen. Die Bridge muss zunächst in der Home-App registriert werden, die einzelnen Glühlampen außerdem in der Hue-App. Die Elgato-Geräte werden einfach über Bluetooth verbunden und in der Home-App registriert. Die erstmalige Einrichtung in den Apps ist leider noch etwas mühsamer, als man es sich wünscht. So muss zum Beispiel die schaltbare Steckdose Eve Energy in der Home-App registriert, die dazugehörigen Aktionen aber in der Eve-App definiert werden. Hier ist sicher noch Luft nach oben, was intuitive Benutzung betrifft. Die drei meistgenutzten Räume in einem Zuhause sind das Wohnzimmer, der Flur und die Küche, deshalb wird in diesen drei Räumen jeweils eine Hue-Glühlampe angebracht. Der Bewegungssensor Elgato Motion kommt in den Flur und wird so platziert, dass er Bewegung an der Eingangstür wahrnimmt. Eine der beiden Elgato Energy kommt ins Wohnzimmer an die Steckdose, die Fernseher und andere Entertainment-Geräte versorgt, die andere kommt in die Küche und wird an die Kaffeemaschine oder den Wasserkocher angeschlossen.

Die Nutzung

In der Home-App wird nun eine Szene namens „Guten Abend“ definiert. Diese bewirkt, dass die drei Hue-Lampen etwa mit 80-prozentiger Helligkeit in Warmweiß aufleuchten. In der Eve-App wiederum wird festgelegt, dass der Bewegungsmelder, wenn er nach Sonnenuntergang Bewegung erkennt, die Szene „Guten Abend“ aktivieren soll. Kommen Sie also im Dunkeln nach Hause, schalten sich die Lichter ein, sobald Sie durch die Tür treten. Die nächste Regel heißt „Gute Nacht“. Sie deaktiviert sämtliche Lichter und Steckdosen. Geben Sie dem Telefon also beim Zubettgehen den Sprachbefehl „Hey Siri, gute Nacht“, werden die Lampen ausgeschaltet. Außerdem werden Fernseher und Stereoanlage komplett vom Netz getrennt, sodass sie keinen unnötigen Stand-by-Strom verbrauchen. Eine dritte Regel heißt „Guten Morgen“ und schaltet im Flur und in der Küche die Lampen ein, außerdem aktiviert sie die Steckdose an der Kaffeemaschine, die Sie am Abend zuvor mit Wasser und Kaffeepulver bestückt haben. Diese Regel aktivieren Sie beim Aufstehen mit dem Sprachbefehl, „Hey Siri, guten Morgen“. Daraufhin erleuchtet die Wohnung in freundlichem Licht, außerdem erleichtert das friedliche Gurgeln und der einladende Duft des frisch durchlaufenden Kaffees den Start in den Tag. Die Kosten für diese Grundausstattung betragen 530 Euro (180 Euro für Apple TV, 200 Euro für das Hue-Starterkit, 50 Euro pro Elgato Eve Energy und Elgato Eve Motion) und es dauert sicher ein paar Jahre, bis diese Investition sich durch die Stromersparnis an den Leuchten und dem Entertainmentsystem bezahlt gemacht hat. Ein großes Plus an Komfort gibt es jedoch vom ersten Tag an.




Artikel vom

von Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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