Qbo - Die smarte Kaffeemaschine

von Rob Vegas

Die hochwertige Qbo von Tchibo tritt gegen den Marktführer bei Kapselmaschinen in den Ring und überzeugt mit kleinen Details und der Verarbeitung.

Hochwertiges Design bei Qbo

Diese Kaffeemaschine macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Ein verchromter Hebel trägt zu diesem eleganten Erscheinungsbild bei. Allein das Verpackungsdesign der Qbo hätte einen eigenen Preis verdient. Sofort hat man alle Features im Blick. Wer die Maschine aus der Verpackung hebt, wird erstaunt sein. Das Ding ist richtig schwer! Ich konnte die Qbo mehrere Wochen ausprobieren und bin dankbar über diesen langen Zeitraum: Erst in der täglichen Praxis kann man sich von positiven Details an einer Kaffeemaschine überzeugen und bemerkt auch die negativen Seiten.

Smart dank App und WiFi

Es ist wirklich wahr. In meinem heimischen WLAN hängt neuerdings eine Kaffeemaschine. Da musste ich doch schmunzeln, denn in ein paar Jahren wird dieser Lifestyle Standard in vielen Haushalten zu finden sein. Die Qbo gehört zu einer neuen Gattung an smarten Kaffeemaschinen. Sie besitzt ein Display, das sich installieren lässt. Die Installation ist wirklich kinderleicht und die Maschine kann sich so Firmware-Updates vom Hersteller selbst herunterladen. Nebenbei überträgt sie natürlich auch Daten eigenständig ins Netz. So dürfte ein Nutzerprofil von mir beim Hersteller entstehen. Darüber muss man sich als Nutzer dieser Geräte immer bewusst sein. Dazu kommt noch die eigene Qbo-App, die die Kapselmaschine richtig smart macht. Die Nutzung der App ist allerdings nicht zwingend für den Betrieb der Maschine notwendig. Auch ohne App kommt man schnell zum eigenen Espresso. Ich hatte zusätzlich die Möglichkeit, auch den optional erhältlichen Milk Master auszuprobieren, der dann auch Kaffeespezialitäten wie Latte macchiato ermöglicht. Er wird einfach seitlich an die verchromte Brüheinheit gesteckt. Das ist selbsterklärend und praktisch gelöst.

Dank App zum Wunschkaffee

Die Qbo-App ist sehr schön gestaltet. Alle erdenklichen Kaffeesorten werden präsentiert und auch in ihrem Aroma beschrieben. Mithilfe der App kann man sich so auch seinen eigenen Wunschkaffee bauen. So lässt sich der Wasser- und Milchgehalt individuell an den Nutzer anpassen und in der App mit einem eigenen Namen für die Kreation abspeichern. Selbst Freunde und Besucher können sich darüber ihren eigenen Kaffee in der App gestalten und bei jedem Besuch wieder trinken. In der Theorie natürlich ein klasse Feature, doch im Alltag vieler Menschen eher eine Spielerei. Ich habe mir einfach dank der App meinen Wunschkaffee gebaut und war mit dieser Kreation glücklich. Dabei kann die App aber leider noch keine Tasse aus dem Schrank holen und den Wassertank auffüllen. Apps können heutzutage auch noch keine frische Milch aus dem Kühlschrank holen und damit den Milk Master auffüllen. Sie können einen Milk Master auch nicht in der Spüle reinigen und wieder zusammensetzen. Der letzte Schritt bleibt auch bei der Qbo immer Handarbeit. Zwar kann ich als Nutzer meine Kaffeekreation drahtlos an die Maschine senden, aber die Kapsel dafür muss ich auch hier noch selbst einlegen und kann erst dann die Maschine starten. Smarter geht es aber halt auch einfach noch nicht. Der Traum vom automatisch zubereiteten Kaffee, welcher mit Zauberhänden ans Bett getragen wird, bleibt auch weiterhin ein ungelöster Menschheitstraum. Außer man macht seinem Partner eine Freude und bringt frischen Kaffee ans Bett.

Display auf der Oberseite

Die Qbo informiert den Nutzer über ein Display auf der Oberseite der Maschine. Hier kann man auch sehr schnell und ohne App per Drehknopf das gewünschte Kaffeeprodukt anwählen und schon startet die Maschine. Für manche Kreationen ist hier natürlich der Milk Master notwendig, da Milchschaum produziert werden muss. Das ganze Design der Kapselmaschine mit patentierter Brühtechnik ist dabei sehr ansprechend und in schlichter Eleganz gehalten. Das hat mir sehr gut gefallen. Die verchromten Metallteile springen immer wieder wertig ins Auge. Das wiederhole ich gern, weil es auch wirklich hässliche Kaffeemaschinen am Markt gibt. In der Praxis fand ich dann aber auch Licht und Schatten bei der Qbo Kapselmaschine. Benachrichtigungen können nämlich nerven. Immer wieder soll ich nach jeder Zubereitung den Milk Master automatisch reinigen lassen. Das ist natürlich wichtig, aber ein Hinweis auf eine Reinigung würde auch alle drei Kaffeekreationen ausreichen. Manchmal will man halt auch nur einfach schnell vier Espressi für Freunde machen und erst danach spülen. Vor allem aber kann es durchaus passieren, dass man zwar für den nächsten Cappuccino genug Milch im Milk Master parat hat, aber zu wenig Wasser im Wassertank vorhanden ist. Das erkennt die Maschine und weist mich auf den Umstand hin. Bitte Wassertank auffüllen. Jetzt kann man leider nicht den Wassertank bei der Qbo seitlich herausnehmen und schnell auffüllen, sondern muss zu diesem Zwecke erst einmal den Milk Master entnehmen. Er verbaut in diesen Momenten den direkten Zugang zum Wassertank, weil er sich genau davor platziert. Im Design sehr klar und schön gelöst, aber ein kleines Ärgernis in der täglichen Praxis. Ich komme nicht an den Wassertank, ohne den Milk Master kurz abzubauen.

Exklusives Erlebnis

Die Maschinen und Kapseln von Qbo findet man nicht bei Edeka oder REWE. Hier muss man wirklich in ein Geschäft von Tchibo gehen, oder sie online von der Webseite nachbestellen. Daneben erhält man die Maschine aber auch in den großen Städten in ausgewählten Geschäften. So kann man eine Qbo zum Beispiel im Alsterhaus in Hamburg erwerben, oder mittlerweile bei amazon online bestellen. Ich will die exklusive Versorgung mit den dazugehörigen Kapseln hier aber nicht als allzu großen Kritikpunkt werten, da die Konkurrenz auf das gleiche System mit eigenen Shops und einem exklusiven Club baut. Beim Marktführer ist lediglich der Verbreitungsgrad an Maschinen schon sehr viel höher und daher gibt es im Supermarkt alternative Nachfüllprodukte. Diese findet man für die Qbo noch nicht im klassischen Handel. Das dürfte auch nicht so schnell passieren, da die Qbo die eingelegten Kapseln anhand eines Codes erkennt. Für mich war das jedoch kein Problem, weil ich hier in Hamburg gleich in der Nachbarschaft einen Laden von Tchibo habe. Vor allem aber schmeckt der Kaffee aus der Qbo richtig gut und die Hinweise auf dem Display und der App zu den Kapseln empfand ich als hilfreich. Bei Konkurrenzprodukten kann man sich hier oft nur anhand von Farben und Namen den Stärkegrad selbst denken, aber die Qbo zeigt vor jedem Brühvorgang die eingelegte Kaffeesorte noch einmal im Detail an. Übrigens ein sehr smartes Feature der Qbo. Auf allen Kapseln ist auf der Unterseite eine Art QR-Code eingeprägt. Man sieht ihn kaum, aber hierdurch ermittelt die Maschine die betreffende Sorte. Wahrscheinlich ist die Qbo auch aus diesen Gründen einen Tick schwerer als die Konkurrenz. Hier steckt einfach sehr viel mehr Technik zwischen Kapsel und Maschine.

Kaffeegenuss nur noch mit App?

Ich hatte  Spaß mit der Qbo von Tchibo und habe mich sehr schnell an die Maschine gewöhnt. Das hätte ich so nie für möglich gehalten, weil ich gern Filterkaffee trinke. Man muss hier auch nicht die Debatte um Kapseln neu eröffnen, denn jeder Käufer einer solchen Maschine hat sich schon dafür entschieden. Für mich war es die erste Berührung mit einer Kapselmaschine und ich bin vorher ein wahrer Meister darin gewesen, zu viel Filterkaffee zu kochen, um ihn dann später kalt wegzuschütten. Vor allem mag meine Frau milderen Kaffee und so gab es immer wieder Beschwerden. Dank der Qbo-App hatten wir nun beide jederzeit unseren Wunschkaffee hinterlegt und das Leben ist einfacher geworden. Der Preis für die Kapseln bewegt sich hier auch ihm Rahmen der Konkurrenz. In der nächsten Version der Qbo könnte man lediglich den Wassertank so konstruieren, dass man ihn auch seitlich entnehmen kann. Das würde dann den kurzfristigen Abbau vom Milk Master ersparen. Ansonsten steht dem Kaffeegenuss per App nichts im Weg.



 

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von Rob Vegas

Seit 2003 im Netz unterwegs. Blogger, Digital Native, falscher Harald Schmidt
auf Twitter und neuerdings Papa mit Vorliebe für Gadgets.
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