Positive Überraschung mit Sen.se

von Florian_Tm

Design & Verpackung

Wie ist das Produkt verpackt und wie sieht es aus?

Ich hatte das Glück, mit meiner Familie in den letzten Wochen die Sen.se Mother testen zu dürfen. Auf dem Papier macht das Produkt einen interessanten Eindruck. Mal schauen, was es in der Realität zu leisten vermag.

Das Unboxing der Sen.se Mother

Die Sen.se Mother in der Silver-Edition kommt in einem roten, schlanken Karton daher. Ganz außen ist ein dünner Pappkarton, wie ein Banderole um das eigentliche Paket gesteckt. Vom Produkt ist auf dieser Umverpackung nicht viel zu sehen. Das verblüfft ein wenig, denn ich persönlich mag schon sehen, was ich kaufe - nicht nur ein Versprechen. Die einzige Abbildung der Sen.se Mother hat Briefmarkengröße, die abgebildeten Cookies sind noch kleiner.

Verpackung - Sen.se Mother Silver Edition

Was ein bisschen irritiert, ist die verwendete Sprache auf der Verpackung. Um den eigentlichen Produktkarton befindet sich eine Umverpackung aus dünnem Karton. Hier ist noch alles in deutscher Sprache gehalten. Zieht man diese Umverpackung aber ab, um das Produkt auszupacken, hält man einen Karton in den Händen, auf dem alle Angaben nur noch in Englisch sind. Es sind jedoch nicht die gleichen Informationen, die außen auch in deutsch aufgedruckt wurden. Immerhin ist hier ein Bild des Produktes vollflächig und im Verhältnis 1:1 abgedruckt. Im Laden wird man das aber nie so öffnen können.

Für uns stellt Englisch kein Problem dar, ich kann mir aber vorstellen, dass es für andere Käufer Fragen aufwirft.

Ansonsten ist die Umverpackung hochwertig gestaltet und die gewählten Materialien sind von hoher Qualität. Hinter der Umverpackung aus dünnem Karton befinden sich zwei Kartons aus stabilem, starken Karton - ebenfalls in roter Farbe. In dem größeren der beiden befindet sich die Sen.se Mother, in dem kleineren Karton die Cookies, d.h. die Sensoren zur Messung von Bewegung und Temperatur.

Verpackung - Sen.se Mother Silver Edition

Auch hier ist alles ordentlich und sicher verpackt. Es hat jedenfalls richtig Spaß gemacht, das Produkt auszupacken.

Der Lieferumfang

Im Lieferumfang der Silver-Edition befinden sich natürlich die Sen.se Mother, ein Netzteil, ein Netzwerkkabel sowie die vier Cookies in unterschiedlichen Farben zusammen mit fünf Knopfzellen (vier für den unmittelbaren Einsatz, eine weitere als Ersatz).

Neben den Protagonisten finden sich noch ein paar Kurzanleitungen, Garantiekarten und Befestigungsmaterial für die Cookies. Dazu gehören 4 Silikonhüllen, in die die Cookies eingelegt werden können und dadurch ein wenig geschützt sind. Ergänzend findet sich ein kleines Band, dass zur Befestigung am Schlüsselbund genutzt werden kann, sowie Klettband und eine kleine graue Klebemasse. Diese erinnert am ehesten an Knete und dient dazu, den Cookie an nahezu jeder beliebigen Stellen "anzukleben". Cookie und Klebemasse lassen sich aber schnell und rückstandsfrei wieder entfernen.

Auch das Zubehör ist ordentlich verpackt und sortiert. Man findet sich schnell zurecht und hat dadurch alle benötigten Teile beisammen, um die Sen.se Mother in Betrieb zu nehmen.

Den Lieferumfang kann man als komplett bezeichnen. Es fehlt nichts, was man sich jetzt noch dazukaufen müsste, um mit der Sen.se Mother starten zu können.

Der erste Eindruck

Optisch überrascht die Sen.se Mother natürlich mit ihrem Aussehen. Die Basisstation erinnert wohl am ehesten an eine Matroschka-Puppe, also eine kleine Figur mit einer bauchigen, unteren Hälfte und einer sich verjüngenden oberen Hälfte. Verstärkt wird der Eindruck durch das freundliche Gesicht, bestehend aus einem Paar Augen und einem lachenden Mund, der die obere Hälfte des Produktes ziert.

Die Sen.se Mother sieht damit wirklich wie eine kleine Puppe aus. Wohnzimmertauglich ist sie durch die Verwendung von glänzendem, weißen Kunststoff allemal. Ein bisschen erinnert die Farbgebung an ältere Produkte des Unternehmens mit dem angebissenen Apfel.

Die Spaltmaße des Produktes sind klein und gleichmäßig. Hier knarzt nichts und die Mother hat ein deutlich größeres Gewicht, als ihr Äußeres erahnen lässt. Immerhin bringt sie fast 500 Gramm auf die Waage. Das ist aber auch wichtig, denn die Standfläche der Sen.se Mother ist relativ klein und würde ansonsten leichter umkippen können. So steht sie erst einmal relativ fest, wobei es nicht bombensicher ist. Um ehrlich zu sein - man bewegt das Produkt ja nach finaler Platzierung auch nicht beliebig häufig.

Ein Wort zu Sen.se Mother

Die Sen.se Mother ist vom Wohnzimmer ins Arbeitszimmer gewandert. Das hat weniger mit der Optik und dem WAF zu tun (denn die Mother macht trotz ihrer Leibesfülle eine gute Figur), als vielmehr mit der Anschlussmöglichkeit an den Router des DSL-Modem.

Andernfalls muss sichergestellt sein, dass die Sen.se Mother am Standort einen Netzwerkanschluss hat. Eine Anbindung per WLAN ist momentan offenbar nicht vorgesehen.

Verständlichkeit der Produkt-Infos

Erkennt man, was das Produkt kann und wie es funktioniert?

Wie eingangs erwähnt, bekommt man auf der Umverpackung einen Eindruck davon, was das Produkt kann. Es gehört aber ein bisschen Hintergrundwissen dazu, um das Versprechen richtig einzuordnen, so dass Erwartung und Funktionsumfang im Einklang sind. Die Möglichkeiten sind auf einem eher abstrakten Niveau beschrieben. Irgendwie fehlte meiner Frau und mir die komplette Beschreibung. Es wird zum Beispiel genannt, dass die Medikamenteinnahme überwacht werden kann und sich daraus Berichte für Pfleger erstellen lassen. In welchem Ausmaß und welcher Art, lässt sich nicht erkennen.

Wenn man genau wissen möchte, wofür man das Geld in die Hand nimmt, reichen die Infos auf der Verpackung m.E. nicht aus. Hier hilft die Recherche im Internet jedoch weiter. Auf der Homepage von Sense sind ausreichend Informationen vorhanden.

Handhabung

Lassen sich Produkt und App einfach bedienen?

Inbetriebnahme der Sen.se Mother

Um die Sen.se Mother in Betrieb zu nehmen, reicht es aus, das Netzwerkkabel zur Verbindung von Sen.se Mother und Router/DSL-Modem zu verwenden und die Basisstation über das Netzteil mit Strom zu versorgen. Dazu braucht es nicht einmal die Anleitung. Zugegeben ist es nicht unser erstes Smart-Home-Gerät, aber ich glaube, ich würde es auch ohne Anleitung schaffen, wenn dem nicht so wäre.

Innerhalb kurzer Zeit fährt die Mother hoch und quittiert diesen Prozess durch einen kurzen Begrüßungs-Jingle. Fortan leuchten die Augen und die Sen.se Mother lächelt. Für ein wenig Individualität sorgt, dass man die Farbe der Augen anpassen kann. Eine handvoll unterschiedliche Farben stehen dafür zur Verfügung. Mehr als ein kleines Gimmik ist dies aber nicht.

Damit man aber so richtig loslegen kann, braucht es noch die Einrichtung eines Nutzerkontos bei Sen.se und optional der App.

Die Registrierung erfolgt innerhalb weniger Minuten auf der Homepage von Sen.se. Erfreulich ist, dass bei der Registrierung nur Name, E-Mail und ein Passwort abgefragt werden. Ein mehr an "persönlichen" Daten ist nicht notwendig. Zwar muss auch noch die Produktvariante der Sen.se Mother und das Land ausgewählt werden, ich empfinde diese Angaben als weniger persönlich.

Im Übrigen wirbt Sen.se damit, dass die Daten ausnahmslos dem Nutzer gehören und bei Wunsch komplett gelöscht werden. Das klingt schon mal sehr gut, auch wenn nicht garantiert werden kann, was mit den Daten passiert, während sie noch vorhanden sind.

Im Rahmen der Registrierung wird auch die Sen.se Mother dem Nutzerkonto zugeordnet. Das funktioniert automagisch. Jedenfalls wurde die Mother-Zentrale von der Webseite gefunden.

Handhabung - Sen.se Mother Silver Edition

Was das neue Familienmitglied ein bisschen persönlicher macht, ist der Name, der auf die Rückseite der Zentrale gedruckt ist. Dieser wird auch bei der Registrierung des Gerätes angezeigt, kann aber durch den Nutzer geändert werden.

Die Mother erhält als Familienmitglied tatsächlich einen Namen.

Inbetriebnahme der Cookies

Gleiches gilt für die Cookies. Auch diese haben einen Namen aufgedruckt und unterscheiden sich zusätzlich durch die Farbe. Optisch ähneln sie am ehesten einer Pillenform mit einem bunten Ende. Genau dieses bunte Ende lässt sich abziehen, um die kleine Knopfzelle (CR2016) in den Cookie einzulegen. Mit knapp 5,5 cm Länge und 2 cm Breite bei einer Höhe von nur wenigen Millimetern sind die Cookies sehr klein und unaufällig.

Handhabung - Sen.se Mother Silver Edition

Wird ein Cookie in Betrieb genommen, muss dieser auch noch an der Mother-Zentrale angemeldet werden, bevor er verwendet werden kann. Auch das funktioniert problemlos über die Webseite. Hier ist übrigens alles in deutscher Sprache beschrieben und durch Bilder illustriert. Es braucht keinerlei technisches Verständnis, um die Mother oder die Cookies in Betrieb zu nehmen. Man gewinnt manchmal jedoch den Eindruck, dass die Übersetzung und die Qualitätskontrolle der Software konsequenter hätte ausfallen können.

Handhabung - Sen.se Mother Silver Edition

Soll ein Cookie registriert werden, genügt es, im Portal die Registrierung zu starten. Wird der Cookie gefunden, muss er noch kurz berührt werden. Schon weiß die Sen.se Mother, dass es sich um den richtigen Cookie handelt.

Zunächst kann ja so ein Cookie erstmal alles - also Bewegungen registrieren und die Temperatur messen. Erst durch die Anwendung in einem bestimmten Kontext werden diese Daten dann ausgewertet und interpretiert.

Die Mother-Apps

Für die Auswertung der ermittelten Werte der Cookies stehen im Sen.se Web-Portal eine Reihe von Kleinstanwendungen bereit, die man sich installieren und einrichten kann. Die Installation findet jedoch nicht auf dem heimischen Rechner oder der Sen.se Mother statt, sondern vielmehr im Web-Portal. Mit der Installation wird im Grunde die Kleinstanwendung für einen Cookie aktiviert und konfiguriert.

Installation der Batterie-Überwachung-App - Schritt 1

Handhabung - Sen.se Mother Silver Edition

Installation der Batterie-Überwachung-App - Schritt 2

Handhabung - Sen.se Mother Silver Edition

Das kann zum Beispiel die Anwendung zur Überwachung der Temperatur sein. Hier wählt man den Cookie aus, den man zur Temperaturmessung nutzen möchte und gibt einen Zielkorridor an, in welchem sich die Temperatur bewegen soll. Misst der Cookie Temperaturen außerhalb des Korridors wird eine Aktion ausgelöst. Auch diese kann konfiguriert werden. Eine Möglichkeit ist z.B. das Versenden einer E-Mail in bestimmten Zeitintervallen, wenn die Temperatur mal zu hoch oder zu niedrig ist.

Handhabung - Sen.se Mother Silver Edition

Funktion

Hält das Produkt im Alltag, was es verspricht?

Die Cookies bei uns im Haushalt - Cookie 1

Bei uns im Haushalt ist ein Cookie in den Kühlschrank gewandert. Zwar gibt Sen.se als Anwendungsbeispiel die Heizungssteuerung an, um einen Raum auf Wohlfühltemperatur zu halten, doch fehlt es hierzulande noch an kompatiblen Heizungssteuerungen. Wer (woher auch immer und wie auch immer) einen Nest-Thermostat besitzt, kann die Mother und den Thermostat miteinander verbinden.

Bei uns liegt der Cookie im Kühlschrank, damit wir merken, wenn wir vergessen haben, die Tür richtig zu schließen. Die Erwartung ist, dass der Kühlschrank dann entweder für einen Moment zu warm wird oder zu stark kühlt und dann die gemessene Temperatur am Cookie zu niedrig ist.

Auch wenn der Cookie im Inneren des Einbaukühlschranks liegt, d.h. Dämmmaterial und Holzmöbel um sich hat, kommt das Signal des Cookies problemlos bei der Zentrale an, obwohl diese zwei Räume weiter steht und folglich noch zwei Mauern dazwischen sind.

Aufgrund der niedrigen Temperaturen im Kühlschrank erwarten wir eine kürzere Lebensdauer der Batterie, aber das ist in Ordnung.

Bei diesem Anwendungsbeispiel muss man sich aber ein bisschen an die Einstellungen herantasten, um nicht zu oft Fehlarlarm auszulösen (weil man zum Beispiel einen Einkauf einräumt).

Die Cookies bei uns im Haushalt - Cookie 2

Den zweiten Cookie haben wir an die Innenseite der Klappe unseres Briefkastens befestigt. Das sorgt dafür, dass der Cookie an die Zentrale meldet, wenn der Briefkasten durch den Postboten geöffnet wurde. Das ist vielleicht ein kleines bisschen übertrieben, denn wir haben es nicht weit zum Briefkasten, für ältere Leute, die im 1. OG ohne Fahrstuhl wohnen vielleicht eine wirkliche Bereicherung.

(Nicht irritieren lassen, Cookie war zunächst an der Tür, ist jetzt aber am Briefkasten)

Funktion - Sen.se Mother Silver Edition

Die Cookies bei uns im Haushalt - Cookie 3

Auch der dritte Cookie ist bei uns im Einsatz und zwar zur Überwachung der Schlafqualität. Dazu wird er einfach unter das Laken in Höhe der Schultern gelegt. Dort kann er wenig verrutschen und bekommt die meisten Bewegungen mit.

Funktion - Sen.se Mother Silver Edition

Zu spüren ist es aufgrund seiner Größe unter dem Laken nicht.

Für jeden der Cookies musste eine eigene App im Portal installiert werden. Möglich ist es natürlich auch, mehrmals dieselbe App zu installieren und sie für jeweils einen anderen Cookie zu konfigurieren.

Ein Zwischenfazit

Schaut man sich die Sen.se Mother, die Cookies und die Software (d.h. das Web-Portal) an, wird man den Eindruck nicht los, dass es sich um ein Produkt handelt, dessen Entwicklung irgendwo heruntergefahren wurde.

Die Hardware (also Sen.se Mother Zentrale) und die Cookies machen einen fertigen Eindruck. Anders sieht es bei der Software aus. Vielfach stellt man fest, dass nicht alles übersetzt wurde oder die Übersetzung halbherzig ist. Hier und dort fehlt es an Leerzeichen, um Worte voneinander zu trennen. Das ist alles nicht schlimm, trübt dennoch ein bisschen den Gesamteindruck. Das sieht man ganz schön auf dem folgenden Screenshot aus der iOS-App. Hier werden Texte nicht ordentlich umgebrochen und auf den Landschaftmodus rotiert die Anwendung leider auch nicht mit.

Doch an der Mother wird weitergearbeitet. Auf der Webseite prangt der Hinweis, dass es bald Peanut-Cookies geben wird. Was immer man damit auch genau machen kann, ich gucke es mir auf der IFA im September in Berlin an.

Die Pocket Mother - Sen.se auf dem Smartphone oder Tablet In den App Stores für iOS und Android findet man die kostenlose Version der Pocket Mother. Dabei handelt es sich um eine App, die Teile des Web-Portals abbildet. Im Wesentlich können hier aber nur die Daten der Cookies im Rahmen ihrer Anwendungen ausgewerten werden. Das Hinzufügen, Entfernen oder Einstellen von Geräten oder Apps war nicht möglich. Muss es auch nicht zwingend, dafür gibt es ja das Web-Portal.

Wir haben die Pocket Mother auf unserem Familien-iPad installiert. Doch so richtig hat sich der Sinn mir noch nicht erschlossen. Vielleicht habe ich auch den entscheidenden Punkt übersehen, aber wenn ich das Web-Portal habe, wozu brauche ich dann die App. Deutliche Unterschiede in der Usuability, die für die App sprechen würden, habe ich nicht entdecken können.

Der bislang einzige Vorteil ist, dass man auf die Daten mit einem Tappen auf das iPad ansehen kann und nicht erst einen Browser aufrufen und sich am Portal anmelden muss.

Insgesamt sieht die Anwendung "in Ordnung" aus. Leider wirkt sie ein bisschen altbacken und unübersichtlich, auch wenn hier versucht wurde, eine Kacheloptik umzusetzen. Da man die Kacheln auch nicht umsortieren kann, kann ich mir vorstellen, dass mit Nutzung von vielen Anwendung die Übersicht weiter leidet. Screenshots sind hier im Artikel bereits vielfach vorhanden, so dass ich hier darauf verzichte, erneut welche zu posten.

Sei es drum - es gibt die Möglichkeit der App-Nutzung und das sollte nicht unerwähnt bleiben.

IFTTT - Potenzierung des Potentials

Dass die Sen.se Mother an sich nicht schlecht ist, möchte ich an dieser Stelle noch einmal explizit sagen. Richtig umfangreich sind die Anwendungsfälle, die vom Hersteller vorgeschlagen werden, dann jedoch doch nicht. Sie wirken ein wenig konstruiert. Zum Beispiel kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Zahnputzverhalten meines Kindes per Cookie überwachen zu wollen. Aber ein eben solches Beispiel findet sich auf der Verpackung. Cookie an die Zahnbürste packen und fertig. Da würde mir der persönliche Bezug verloren gehen.

Für andere vorgeschlagene Anwendungsfälle mag meine Familie einfach noch nicht das sinnvolle Alter erreicht haben. So liegt es an jedem selbst, die Möglichkeiten der Sen.se Mother zu entdecken, so wie wir das gemacht haben.

Aber es gibt eine Möglichkeit, dass Potential der Sen.se Mother in ihrem wahren Ausmaß zu begreifen und diese Möglichkeit heißt IFTTT. Ich will gar nicht lange über IFTTT sprechen, denn das ist ja der Produkttest der Sen.se Mother. Es sei aber so viel gesagt, dass es sich um einen kostenlosen Dienst im Internet handelt, der unterschiedliche Systeme und Plattformen miteinander interagieren lässt. Und da hinter IFTTT der Begriff "IF This Then That" steckt, handelt es sich folglich um ein einfaches Regelwerk der Sorte "Wenn das, dann das".

Sen.se ist eine der Plattformen, die mit anderen Diensten zusammen genutzt werden kann. Wie muss man sich dass vorstellen, werden nun viele fragen? Stell dir z.B. vor, du hast bei dir im Kinderzimmer eine kleine Kamera installiert, die dein 6 Monate altes Kind beim Schlafen überwacht. Jetzt kann man über IFTTT definieren, dass wenn die Kamera eine Bewegung feststellt, die Sen.se Mother einen Sound abspielt. Von diesen hat sie nämlich eine ganze Reihe an Bord, so dass man nicht immer den Blick auf das Bild der Kamera haben muss. Die Mother weist dann auf die Bewegung akkustisch hin.

Ähnlich aber doch etwas anders haben wir die Mother im Einsatz, um uns über den Wassernotstand bei unseren Pflanzen zu informieren. Zwar ist es auch nicht die Mother, die selbst den Wassermangel misst, die aber darüber informiert wird und dann einen anderen Sound abspielt.

In beiden Fällen ist die Mother diejenige, die eine Aktion aufgrund eines Ereignisses ausführt. Es geht aber auch andersherum. Die Sen.se Mother kann Auslöser von Ereignisse sein, auf die andere Geräte reagieren. Hierzu zwei Beispiele:

  1. Das kleine Gesicht der Mother reagiert auf Berührung. Durch langes Berühren schaltet man die Mother aus. Eine kurze Berührung selbst kann in Verbindung mit IFTTT dafür sorgen, dass eine Nachricht auf das Smartphone des entsprechenden IFTTT-Nutzers geschickt wird. So kann mir meine Frau durch eine einfache Berührung eine Nachricht schicken, dass ich mich zuhause einmal melden möge oder das sie gerade an mich denkt.
  2. Wenn die Sen.se Mother registriert, dass jemand nach Hause kommt (also einen Cookie dabei hat) kann sie per IFTTT das Licht der Philips Hue-Lampen anschalten oder die Heizung hochregeln. Voraussetzung sind natürlich Geräte, die ebenfalls mit IFTTT zusammenarbeiten.

Programmierung der Sen.se Mother

Abschließend vielleicht der Hinweis für die Bastler unter uns. Sen.se legt die API zur Programmierung der Sen.se Mother offen, so dass jeder auf diese zugreifen kann (Zugangsdaten natürlich vorausgesetzt). Das mag nicht Jedermanns Sache sein und dennoch eine Möglichkeit und eine Chance, dass der Funktionsumfang der Mother mit der Zeit wächst.

Qualität

Wie gut ist die Verarbeitung?

In der bisherigen Beschreibung ist es schon ein wenig klar geworden: Von der Qualität der Hardware und deren Bedienung sind wir begeistert. Anders sieht es bei der Qualität der Software aus. Da ist es fast egal, ob es sich um das Web-Portal oder um die App handelt. Da muss die Qualitätssicherung dringend noch einmal ran, um das Produkt auch für den deutschen Markt konkurrenzfähig zu machen.

Im Sinne einer Smart-Home-Lösung fehlen noch ein paar Funktionen, die ja vielleicht noch kommen. Die Peanut-Cookies sind ja ein Schritt in die richtige Richtung. Mehr dazu findet ihr jedenfalls im Magazin von E-Wie-Einfach.

Fazit

Wie war der Gesamteindruck?

Meine Frau und ich haben jetzt die Sen.se Mother vier Wochen lang getestet. Der Eindruck ist ein gemischter. Das technische Produkt an sich ist in unseren Augen ganz gut gelungen. Optisch jedenfalls, weil es sich in vielen Räumen platzieren lässt. Die geringe Größe unterstreicht die Eignung.

Wir sind auch ziemlich sicher, dass die Sen.se Mother technisch einiges leisten kann, aber ihr wahres Potential noch nicht ausspielt. Interessant wäre z.B. zu wissen, ob die Mother nicht einen der Smart-Home-Funkstandards unterstützt und sie irgendwann zu einer vollwertigen Smart-Home-Zentrale heranwachsen könnte.

So ist sie eine Ergänzungslösung zu bestehenden Smart-Home-Lösungen. Keine schlechte, das will an dieser Stelle noch einmal gesagt werden. So richtig interessant wird die Nutzung von Sen.se Mother und den Cookies aber erst durch die Kombination mit IFTTT. Jedenfalls hat der Test Spaß gemacht und die Mother uns jede Menge heitere Momente besorgt. Die Babyüberwachung bzw. der Hinweis auf Bewegung waren natürlich großartig. Was sie noch alles kann, wird sich wahrscheinlich erst mit der Zeit zeigen. Wir sind jedenfalls gespannt...

Ob ich mir das Produkt selbst kaufen und/oder weiterempfehlen würde, weiß ich nicht so recht. Bei Amazon ist sie momentan mit ca. 250 EUR gelistet. Das ist ein stolzer Preis der das Potential mit einpreist, dass sie so vielleicht noch nicht voll ausspielt. Auf der anderen Seite gibt es wenig Alternative, guckt man sich die Verwendung der bewegungsempfindlichen Cookies an. Schon allein deshalb gibt es eine Daseinsberechtigung für die Mother.

Wenn uns jemand fragen würde, kennst ihr eine Lösung, wie ich (auch aus der Ferne) sicherstellen kann, dass meine Lieben zuhause sind, dass sie genug trinken und rechtzeitig ihre Medikamente nehmen, wir würden die Mother uneingeschränkt empfehlen. Für diejenigen, die eine integrative Smart-Home-Lösung suchen, wäre die Mother nicht die erste Wahl.

Artikel vom

von Florian_Tm

Produkttester

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