Philipps Hue

Philips Hue im Langzeittest: Ein Fazit nach 3 Jahren

von Christian Zeiser

Das Lichtsystem Hue von Philips wächst immer weiter, mittlerweile gibt es eine Vielzahl verschiedener Leuchten. Lohnt der Umstieg auf das LED-System mit W-LAN-Steuerung? Unser Autor berichtet von über drei Jahren Hue-Erfahrung.

Im Jahr 2012 kam das drahtlos steuerbare LED-Lichtsystem Philips Hue auf den Markt, seit Sommer 2013 beleuchte ich meine Wohnung damit. Leicht machte ich mir die Entscheidung damals nicht, denn wer gibt schon mal eben mehrere hundert Euro für Leuchtmittel aus? Der zu erwartende Komfort gab letztlich den Ausschlag, und so ersetzte ich alle Lampen durch Hue. Drei Jahre später ist Zeit für ein Fazit: Hat sich der Umstieg gelohnt?

Bringt Philips Hue ein Mehr an Komfort?

Abends vom Bett aus mit einem einzigen Fingertippen das Licht in der ganzen Wohnung löschen oder vor dem Aufstehen ebenso einfach in allen Zimmern eine angenehme Beleuchtung einschalten: Das ist ein Komfort, den ich vor Philips Hue nicht hatte. Darüber hinaus nutze ich den Web-Dienst If This Than That, um die Beleuchtung daheim automatisch zu steuern: Verlasse ich die Wohnung, erlischt das Licht, komme ich im Dunkeln nach Hause, wird es rechtzeitig eingeschaltet und ich betrete eine helle Wohnung. Im Sommer gilt eine andere Regel: Dann wird das Licht bei Sonnenuntergang eingeschaltet. Bin ich für mehrere Tage nicht zu Hause, brennt das Licht im Wohnzimmer trotzdem während der Abendstunden und täuscht meine Anwesenheit vor. Obendrein scheint nun in jedem Zimmer ein passendes Licht: In Wohn- und Schlafzimmer ein wärmerer Ton, in Bad und Küche ein klares Weiß. Jede Lampe ist dimmbar. Kurz: Ja, Hue steigert den Wohnkomfort erheblich.

Spart Hue Strom?

Eine Hue-Leuchte verbraucht bei maximaler Helligkeit 9 Watt und ist dann etwa so hell wie eine herkömmliche 50-Watt-Glühbirne. Zwar verbrauchen Hue-Leuchten wegen des integrierten W-LAN-Moduls auch dann ein wenig Strom, wenn sie ausgeschaltet sind, dennoch senkt Hue den Stromverbrauch deutlich. Freilich: Mit etwa 60 Euro pro Stück sind die Leuchten deutlich teurer als herkömmliche Glühlampen. Der eingesparte Strom macht sich finanziell also nur bemerkbar, wenn die Lebensdauer der Hue-Leuchten entsprechend lang ist. Allerdings: Nach mehr als drei Jahren sind alle meiner ursprünglichen Hue-Leuchten noch in Betrieb. Die Investition hat sich also ausgezahlt.

Funktioniert Hue, wie es soll?

Eine Hue-Leuchte an sich ist nicht sehr komplex. Sie empfängt per W-LAN ein Signal und führt dann eine recht einfache Aktion aus: einschalten, ausschalten, Farbe oder Helligkeit ändern. Die potentiellen Tücken liegen in der Software, die dies steuert. Wann immer ich manuell – über die App auf meinem Smartphone oder mit einem dazugehörigen Widget auf dem Home-Screen – die Beleuchtung steuere, funktioniert dies reibungslos. Etwas kniffliger wird’s, wenn ich die Geofencing-Funktion der Hue-App nutze. Die bewirkt, dass sich das Licht automatisch einschaltet, wenn ich nach Hause komme und erlischt, wenn ich die Wohnung verlasse. Als ich diese Funktion aktiviert hatte, kam es vor, dass sämtliche Lampen mit einem Mal erloschen, obwohl ich zu Hause war, oder auch mitten in der Nacht Festbeleuchtung eingeschaltet wurde. Es ist nun schwierig, hier einen Schuldigen auszumachen: Ich steuere Lichter von Philips mit einem Smartphone von Motorola, auf dem ein Betriebssystem von Google läuft. Allerdings trat dieses Problem auch mit anderen Smartphones von Sony oder Apple auf. Statt der Geofencing-Funktion der App nutze ich daher If This Than That, was reibungslos funktioniert.

Fazit: Hat es sich gelohnt?

Hue ist ein durchdachtes, komfortables und Strom sparendes Lichtsystem, das abgesehen von der kleinen Schwäche beim Geofencing problemlos funktioniert. Dabei haben die LED-Leuchten keine der Schwächen anderer Technologien: Herkömmliche Glühbirnen brennen zu früh durch, Energiesparlampen erreichen nur langsam volle Helligkeit, Halogenlicht ist kalt und ungemütlich. LED-Licht ist sofort da und angenehm, die Lampen halten lange. Die Investition in Hue war die richtige Entscheidung. Die einzig verbleibende Frage ist: Schaffe ich als nächstes die Tischleuchte Bloom oder die Leuchtstreifen LightStrip an?

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Artikel vom

von Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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