Haushaltshilfe für WG gesucht?

Apps sind ideale Helfer im Haushalt. Mehr über drei Spezialisten für Wohngemeinschaften erfahren Sie hier.

Katarzyna Grabowska/Unsplash

In Wohngemeinschaften gibt es immer wieder Diskussionen über die Haushaltsführung, da unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen. Apps können helfen, Kompromisse zu finden und die Planung eines Mehrpersonenhaushalts zu optimieren. Wir haben uns drei Haushaltshilfen mal genauer angeschaut.

Hubble – Unkomplizierter Allrounder

Hubble (iOS, Android) ist ein kostenloser Organizer, der die wichtigsten Funktionen für eine geschmeidige Haushaltsführung mitbringt. Mit dem Kalender wird der Tag strukturiert. Events wie Putzen, Lernen, WG-Party oder Fussi gucken können eingetragen und gemeinsam geplant werden. Einkaufszettel sind schnell verfasst, Quittungen werden per Kamera oder via Fotoarchiv hochgeladen. Nach Betätigen der Kassensturz-Funktion haben die Bewohner schnell einen Überblick über die aktuellen WG-Ausgaben und können so gemeinsam das weitere Budget für den Monat festlegen. Nach einer Registrierung geht’s los: Mitbewohner werden in eine Gruppe eingeladen, der aktuelle Status ist dann für alle WG-Mitglieder einsehbar. Wird etwa das Event „Bin zuhause“ gepostet, weiß jeder, ob und wie lange man für obligatorische WG-Aktivitäten (Aufräumen, Putzen, Spülen etc.) zur Verfügung steht. Unbedingt empfehlenswert, da äußerst funktional und einfach aufgebaut. Der Bedienaufwand ist gering, die Handhabung insgesamt unkompliziert. Daumen hoch, mit der App läuft’s rund im Haushalt! Ein ebenfalls auf das Nötigste beschränkter WG-Planer ist Haus Segen (iOS, Android).

Flatastic – Haushaltshilfe für Finanzprofis

Flatastic (iOS, Android) begeistert mit einer schicken Bedienoberfläche, aufkommende Fragen bei der Bedienung werden durch Tipps und eine umfangreiche Online-Hilfe schnell beantwortet. Nach einer Registrierung lässt sich die App schon in der werbefinanzierten Gratisversion umfänglich nutzen. Nachrichten werden per Chat („Pinnwand“) ausgetauscht, unter „Aktivitäten“ können alle WG-Mitglieder jederzeit erledigte Aufgaben einsehen. Vorbildlich ist die Aufbereitung der Finanzen. Unter „Verträge & Abos“ sind zügig alle laufenden Kosten zusammengestellt, die das WG-Konto dauerhaft belasten. Das Tagesgeschäft wird im Bereich „Finanzen“ erledigt, wo z. B. Ausgaben für Einkäufe eingetragen werden. Die App übernimmt die Buchführung inklusive Verrechnung – so wissen alle Bewohner jederzeit, wer wieviel für die WG ausgegeben hat und ob noch jemand Geld z. B. für getätigte Einkäufe bekommt. Eine Einkaufsliste gehört ebenfalls zum Funktionsumfang. Flatastic ist die Top-Empfehlung für eine ambitionierte Haushaltsführung. Vor allem Wohngemeinschaften, die nach einem ausgereiften Finanzhelfer suchen, werden optimal unterstützt. Durch die übersichtliche Aufbereitung behalten auch größere Haushalte immer den Überblick über das Budget. Leider nervt die recht häufig geschaltete Werbung. Ein Umstieg auf die Premium-Version beseitigt lästige Breaks und erweitert obendrein noch den Funktionsumfang (z. B. Export der Finanzeinträge, Auswertung durch anschauliche Statistiken). 1,99 Euro pro Monat oder 17,99 Euro für ein Jahresabo muss man dafür zahlen.

Bring! – Einkaufshelfer für ernährungsbewusste Sparfüchse

Hubble und Flatastic unterstützen bereits mit Abrechnungs- und Listenfunktionen beim Einkauf. Bring! (iOS, Android) geht noch einen Schritt weiter: Wohngemeinschaften sparen bei der Einkaufsplanung effizient Geld, da aktuelle Prospekte mit Sonderangeboten abrufbar sind. Vertreten sind unter anderem Lidl, Edeka, Netto und Media Markt. Wird der Zugriff auf den Standort erlaubt, listet die App Angebote aus der näheren Umgebung auf. Inspirationen für den Einkauf und gemeinsame Koch-Events liefert ein redaktioneller Bereich mit Ernährungstipps und Rezepten, der mit dem umfangreichen Webangebot von Bring! vernetzt ist. Sucht man sich dort ein Rezept aus, erscheinen die Zutaten automatisch in der Einkaufsliste. Enorm praktisch! Man kann im Bereich „Inspiration“ auch eine eigene Sammlung anlegen und sich so die wichtigsten Inhalte individuell zusammenstellen. Insgesamt überzeugt die App mit einer geschmeidigen und modernen Bedienung. Die Darstellung der Einkaufsgegenstände in Kacheln sieht klasse aus, ist aber auch platzraubend. Einfache Listen sind zwar nicht so schick, aber übersichtlicher und schneller erfassbar. Bring! kann auch via Alexa-Skill bedient werden.

Fazit

Die Apps sind hervorragend geeignet, um den Alltag von Wohngemeinschaften zu strukturieren und zu optimieren. Durch die integrierten Chat- und Nachrichtenfunktionen von Flatastic und Hubble bleiben WG-Bewohner in Kontakt und können sich ständig austauschen, falls Dringendes schnell zu erledigen ist. Besonders komplexe Budgets mit vielen Ausgabeposten lassen sich gut kontrollieren, die Finanzen bleiben für alle WG-Mitglieder jederzeit transparent. Bei aller Organisation sollte man aber immer im Blick behalten, dass die „Apperitis“ nicht zu einer zeitraubenden „Überbürokratisierung“ des Zusammenlebens führt. Ob z. B. jede Mini-Ausgabe protokolliert und aufgerechnet werden muss, sei dahingestellt. In meinen Wohngemeinschaften funktionierte die gute alte analoge Haushaltskasse immer recht gut – Geld rein, Geld ausgeben, regelmäßig abrechnen, fertig! Schleichen sich Fehler ein, wird man sich schon irgendwie einig. Grundsätzlich sollten alle Bewohner einer WG immer im Gespräch bleiben und sich nicht nur schriftlich via App austauschen, dann werden Konflikte über die Haushaltsführung schneller beseitigt und können nicht eskalieren.

Rüdiger Maulko

Mehrjährige Tätigkeit an der Universität Hamburg, danach freier Dozent, Texter
für Werbeagenturen und freier Publizist. Promotion im Fach Medienwissenschaft über
die Digitalisierung des Fernsehens.
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