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Family Apps: Haushaltshilfe oder Tracking App gesucht?

von Rüdiger Maulko

Apps für Familien gibt es viele. Wir haben Ihnen ein Rundum-sorglos-Paket aus besonders komfortablen und effizienten Alltagshilfen zusammengestellt.

Mehr Effizienz durch smarte Haushaltshilfen

Familien sind auf eine gute Planung angewiesen, um die vielfältigen Aktivitäten zu organisieren. „Famanice“ (iOS, Android) deckt mit einem Familienkalender und einem Schulplaner wichtige Alltagsbereiche ab. Ergänzend stehen To-do- und Einkaufslisten zur Verfügung. Eine Besonderheit ist der Familienchat, über den Eltern und Kinder unkompliziert Nachrichten austauschen können. Wer zusätzliche Features (z. B. erweiterte Kontakt- und Kalenderfunktionen) benötigt und störende Werbung loswerden möchte, muss die kostenpflichtige Pro-Version erwerben. Einen ähnlichen Funktionsumfang bieten „PlenoFamilie“ (iOS, Android) und der „Cozi Family Organizer“ (iOS, Android), der mit einem besonderen Highlight überzeugt. Im Journal sichert man Fotos oder Notizen von besonderen Events wie Geburtstagen, anschließend kann der neue Eintrag mit den Kindern geteilt werden. Cozi Widgets erinnern auf dem Startbildschirm des Handys an Termine oder präsentieren die aktuelle Einkaufsliste.

Täglich anstehende Routineaufgaben sorgen in der Familie immer wieder für Diskussionen. Apps können mit klaren Vorgaben und einer soliden Planung den Alltag besser strukturieren und dadurch Konfliktpotenziale beseitigen. Aufgaben innerhalb der Familie werden effizienter verteilt. Wenn es ums Putzen geht, empfiehlt sich „Putzalarm! Haus- & Putzplan“ (iOS, Android). Die smarte Haushaltshilfe kommt mit einem E-Book, das ausführlich in die Grundlagen strukturierter Haushaltsführung einführt. Die Aufteilung der To-dos orientiert sich an den Wohnräumen. Basics wie Aufräumen sollen im gesamten Haushalt täglich abgearbeitet werden. Hinzu kommt pro Tag ein Raum, der intensiver gereinigt werden soll. Eine Checkliste gibt die Routinetätigkeiten vor. Motivieren soll ein Timer, der für Basics fünf und für die gründlichere Raumreinigung zehn Minuten vorgibt. Jede Tagesaufgabe kann durch ein Extra ergänzt werden, wie z. B. Fenster putzen. Auch hier gibt die App detaillierte Anweisungen. Um die tägliche Prozedur angenehmer zu gestalten, kümmert sich „Putzalarm!“ sogar um die passende Musik.

Aufräumen gehört in der Regel nicht zu den Lieblingstätigkeiten des Nachwuchses. Der Entwickler FamilyTech will das auf spielerische Weise ändern. Eltern haben mit der „Mothershp App“ (iOS, Android) die Möglichkeit, eine To-do-Liste zu erstellen und spezielle Belohnungen für erbrachte Leistungen festzulegen. Haben die Kids einzelne Aufgaben erledigt, machen sie einen Vermerk in der kindgerecht aufbereiteten App „ChoreMonster“ (iOS, Android). Anschließend gibt es - nach Gegencheck und Bestätigung der Eltern - eine Punktegutschrift oder eine konkrete Belohnung (z. B. Eis). Bleiben die Kinder dauerhaft am Ball, warten zusätzliche „Monsterüberraschungen“ auf sie. In die Erledigungsliste können natürlich auch andere Tätigkeiten aufgenommen werden, wie etwa Zähneputzen oder Hausaufgaben machen.

Belohnungsbasierte Apps sollten mit Bedacht eingesetzt werden. Pädagogen weisen darauf hin, dass Kinder sich schnell an Gegenleistungen gewöhnen und dann kaum noch etwas freiwillig und ohne äußeren Reiz erledigen. Zudem kann ein Belohnungsprinzip schnell kontraproduktiv werden, wenn die Ansprüche kontinuierlich steigen und „Prämien“ ständig diskutiert werden. Eine Probephase ist sicherlich sinnvoll, in der die motivierende Wirkung getestet wird. Eltern können Spielregeln erproben und herausfinden, wie das System möglichst geschickt eingesetzt wird. Belohnungen sollten nicht nur materiell ausfallen, sondern auch auf mehr Quality time mit der Familie abzielen. Statt Schokoriegel oder Eis könnte etwa ein gemeinsamer Ausflug (Campen, Kino, Zoo) in Aussicht gestellt werden. Wenn die Art der Belohnung flexibel gehandhabt und weniger Messbares eingebaut wird, ist das System für Kinder schwerer durchschaubar.

Besser einschlafen und gesund bleiben

„Ich will nicht ins Bett“ ist ein Satz, der die Nerven vieler Eltern beinahe täglich strapaziert. „Wer hat den Mond gestohlen?“ möchte dazu beitragen, dass das Ins-Bett-Geh-Ritual deutlich entspannter abläuft. Die App bietet eine Kombination aus Gutenachtgeschichte, Musik, interaktiven Elementen und kreativen Spielen, an der Kinder ab ca. 4 Jahren auch länger Freude haben werden. Ein Highlight sind die aufwendigen und liebevoll gemachten Zeichnungen des digitalen Bilderbuchs. Apples App Store bietet drei Alternativen an: eine Gratisversion zum Testen, eine iPad-Version mit der besten Optik und eine kostengünstigere iPhone-Version mit gewissen Einschränkungen in der Darstellung. Kinder zwischen 2 und 6 Jahren können auch mit „Kleiner Fuchs Kinderlieder“ (iOS, Android, Kindle Fire) entspannt einschlafen. Für Kinder zwischen 1 und 4 Jahren eignet sich die hochwertig illustrierte Gute-Nacht-App „Schlaf Gut“ (iOS, Android, Kindle Fire), mit In-App-Käufen werden neue Protagonisten der Gutenachtgeschichte freigeschaltet.

Unbedingt eine Empfehlung wert ist „MediKid“ (iOS, Android). Die Gesundheits-App, die von einem Kinderarzt entwickelt wurde, versteht sich als Leitfaden speziell für junge und noch recht unerfahrene Eltern. Sie gibt Tipps bei der Diagnose, enthält Handlungsanweisungen für Notfälle und informiert über Krankheiten und Symptome. Nutzer werden darüber aufgeklärt, ab wann ein Arztbesuch ratsam ist. Impfpläne können gepflegt werden, eine Erinnerungsfunktion für Arzt- und Vorsorgetermine ist ebenfalls mit an Bord. Krankheitsverläufe dokumentiert man im persönlichen Profil des Kindes, wodurch eine optimale Vorbereitung für einen anstehenden Arztbesuch gewährleistet ist. Die Daten werden ausschließlich auf dem mobilen Endgerät des Nutzers gespeichert. Eine Weitergabe an Dritte schließt der Hersteller aus. Wer alternative Heilmethoden bei der Behandlung alltäglicher Beschwerden bevorzugt, kann auf „Homöopathie für Kinder“ (iOS) zurückgreifen. Grundsätzlich gilt: Gesundheits-Apps sollten ergänzend eingesetzt werden, eine fachkundige Diagnose und einen Arztbesuch können sie nicht ersetzen.

Nachbarschaftshilfe via App

Im Haushalt gibt es ständig was zu tun. Nicht immer ist das geeignete Werkzeug verfügbar, auch könnte man mal eine helfende Hand gebrauchen. In solchen Situationen hilft „Nebenan.de“ (iOS, Android). Die Plattform hat sich auf die Vernetzung von Nachbarn spezialisiert. Man orientiert sich an Facebook, will über die reine Nachbarschaftshilfe hinaus Kontakte knüpfen. Die User sollen miteinander feiern, Touren machen oder gegenseitig auf die Kinder aufpassen. Bekannte sollen im Idealfall zu Freunden werden. Wer mitmachen möchte, muss allerdings personenbezogene Daten preisgeben (Realnamen, Adresse), deren Korrektheit überprüft wird. Als Mitglied einer Nachbarschafts-Community ist man von seinem näheren Umfeld via Bild, Name und Straßenangabe leicht zu identifizieren. Ob das akzeptabel ist, muss jeder Nutzer für sich selbst entscheiden. Derzeit wird das Portal noch von Investoren finanziert, in Zukunft soll vermehrt regionale Werbung geschaltet werden.

Helferlein für unterwegs und draußen

Tracking Apps erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Schnell ist via Ortungstechnik geklärt, ob der Nachwuchs seine Termine einhält oder noch rechtzeitig zur gemeinsamen Mahlzeit nach Hause kommt. Auch beruhigt es ungemein, wenn zu fortgeschrittener Stunde oder bei Verspätungen der aktuelle Aufenthaltsort der Kids bekannt ist. „Life360“ (iOS, Android) erhöht die Sicherheit mit einem SOS-Notruf für Familienmitglieder, der auf Knopfdruck erfolgt. Eine Chatfunktion sorgt für regen Kontakt, bei Bedarf können auch Bilder versendet werden. Man kann den aktuellen Standort teilen, eine Deaktivierung der GPS-Ortung ist ebenfalls möglich. Praktisch ist die Geofencing-Funktion, mit der bestimmte Aufenthaltszonen (Haus, Arbeit, Schule) definiert werden. Wenn jemand aus der Familie diese Zonen betritt oder verlässt, erfolgt automatisch eine Benachrichtigung. Der smarte Tracker ist in der kostenlosen Version bereits umfangreich nutzbar, für weitere Funktionen muss gezahlt werden (z. B. Bewegungsprotokolle, unbegrenzte Ortsbenachrichtigungen).

„Sind wir bald da?“ Wer diese Standardfrage nicht mehr hören kann, sollte sich die „fragFINN-App“ aufs Smartphone laden. Während einer längeren Tour können sich die Kids damit die Zeit vertreiben und im Netz surfen. Die App fungiert als Filter, der interne Browser lässt nur den Besuch von Webangeboten zu, die zuvor von Medienpädagogen geprüft wurden. Eine Suchmaschine erleichtert den schnellen Zugriff, die Redaktion stellt den Kindern regelmäßig besondere Angebote vor. Auf Reisen nicht fehlen sollte „Spielplatztreff“ (iOS, Android). Via Karte oder Liste findet sich schnell der nächste Spielplatz um die Ecke. Der Anbieter setzt auf die Mithilfe der Community – Spielplätze können ergänzt und detailliert bewertet werden, Bilder lassen sich hochladen. Sollten Sie mal eine Toilette in der Nähe des Spielplatzes suchen, hilft „Flush“ (iOS, Android).

Wie Sie die Finanzen Ihrer Familie in den Griff bekommen, erfahren Sie hier. Denken Sie gerade ans Ausmisten des Haushalts, helfen diese Apps.

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Artikel vom

von Rüdiger Maulko

Mehrjährige Tätigkeit an der Universität Hamburg, danach freier Dozent, Texter
für Werbeagenturen und freier Publizist. Promotion im Fach Medienwissenschaft über
die Digitalisierung des Fernsehens.
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