Wenn die Lichtstimmung Stimmung macht

von Peter Kusenberg

Warmes Licht bei Mozarts Klavierkonzerten, grelles Funkeln bei Elektro-Funk: Smart gesteuerte Lichtstimmung kann beruhigend oder stimulierend sein.

Altgediente Rockbands wie Pink Floyd, Genesis und Emerson, Lake and Palmer waren in den 1970er Jahren berüchtigt für ihre pompösen Live-Shows, bei denen sie mehrere Lastwagen-Ladungen voller Scheinwerfer und anderer Leuchtmittel einsetzten, um die Fans während des Konzertes mit überbordenden Licht-Installationen zu betören. Denn die alten Rocker wussten: Eine passende Beleuchtung verstärkt die Wirkung der Musik ungemein. Jeder Musikhörer kann diese einfache Wahrheit in seiner eigenen Wohnung überprüfen – ganz ohne teure Scheinwerfer-Batterien und Effekthascher-Technik. Zahlreiche Hersteller von Audio-Systemen koppeln ihre Lautsprecher mit kleinen Lichtanlagen, die via Digitaltechnik die Rhythmen und Tonhöhen in Beleuchtung übersetzen.

Lichtshow je nach Musik und Stimmung

Die US-Firma Harman verkauft unter dem Namen JBL Pulse 2 schicke Lautsprecher, die via Bluetooth mit einem Musik-Server in Gestalt eines Smartphones oder eines Laptops verbunden sind. Sobald die Musik ertönt, leuchten winzige Lampen im Gehäuse des kolbenförmigen Geräts, was in dunklen Räumen zur Geltung kommt. Man kann das integrierte Objektiv auf bestimmte Hintergründe ausrichten, woraufhin der JBL Pulse 2 seine Lichtshow an die Farbe jenes Hintergrunds anpasst. Feinstellungen nimmt man über die zugehörige App vor, die kostenlos erhältlich ist. Das Gerät kostet rund 200 Euro, ist spritzwasserdicht und lässt sich, ähnlich wie die UE BoomBox 2 von Logitech, bestens auf abendlichen Strand- oder Baggersee-Partys einsetzen.

Smart gesteuerte Lichtstimmung

Eine grundlegende Technik für Hersteller und Entwickler präsentierte jüngst der einflussreiche kalifornische Chiphersteller Qualcomm. Unter dem Namen Smart Lightning entwickelt die Firma unter anderem zusammen mit den Tochter-Unternehmen Atheros und Startup Lifx Module, die man mit verschiedenartigen LED-Lampen kombiniert. Diese Lampen leuchten weiß, in einer Primär- oder in einer Sekundärfarbe. Als zentrale Einheit dient Qualcomms Chip QCA4002, der sich wegen seiner Sparsamkeit hervorragend für das Internet der Dinge eignet, also für intelligente Geräte und Kleidungsstücke. Das Modul selbst hat die Größe einer 1-Euro-Münze, es wird mit einer Leucht-Anlage des Lampenherstellers Arrow Electronics verbunden und via Software des Herstellers Lifx bedient. Wegen des moderaten Preises der Module ab 20 US-Dollar dürfte man bald eine Reihe Produkte im deutschen Markt finden, die Geräte mit Qualcomm-Chip und Leuchtanlagen enthalten. Für den Einsatz gibt es keine Beschränkungen, Qualcomm empfiehlt die Koppelung mit Stereo-Anlage, Fernseher und Videospielkonsole. Entscheidend ist die Wirkung, die darin besteht, dass die Technik unterschiedliche Klänge in angemessene Lichtsignale übersetzt und das mentale Eintauchen in Musikstücke erleichtert.

Deutsches Kickstarter-Projekt macht Licht und Sound

Seit einigen Jahren kann man Lautsprecher-/Lichtanlagen-Combos der Hamburger Firma Xounts kaufen und im Wohnzimmer platzieren. Bei den Geräten handelt es sich vornehmlich um hochwertige Lautsprecher, in denen Xounts mehrere Bass-Elemente, Hoch- und Tieftöner verbaut hat. Die gesamte Technik steckt in einem pyramidenförmigen Gerüst, das klassische Stereo-Anschlüsse enthält, außerdem ein Bluetooth-Modul für kabellose Musik-Versorgung und Bedienung. Die Töne klingen voll und klar, der Lautsprecher ist für die Beschallung mittlerer bis größer Räume gut geeignet. Die verhältnismäßig große Pyramide mit einer Standfläche von rund 40 x 40 Zentimetern enthält eine Lampe, die sich über eine Fernbedienung dimmen lässt, wobei sie über den dicken, verschiedenfarbigen Bezugsstoff ein diffuses, angenehmes Licht an die Umgebung abgibt. Die Farbe des Stoffes darf der Käufer selbst bestimmen. Wer mag, kann eine Lichtorgel aktivieren, insofern es zur aktuellen Musik passt. Das Xounts-Basissystem kostet rund 300 Euro, Anschlusskabel und Sparlampe sind enthalten.






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Artikel vom

von Peter Kusenberg

Peter Kusenberg studierte Geisteswissenschaften, der gebürtige Rheinländer arbeitet
als freier Autor und Redakteur. Er schreibt Rezensionen, Interviews, Glossen und
Reportagen für Fachmagazine und betreibt zusammen mit einem Berliner Kollegen den
Redaktionsdienst Digitext.
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