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Google Fit wird noch fitter

von Christian Zeiser

MapMyFitness, Human, Runtastic und viele andere Apps buhlen um die Gunst von Smartphone-Besitzern, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Dabei sind viele reichlich zuvorkommend: Der bloße Gang zum Bäcker gilt bei vielen Apps schon als Übung. Das war auch bei Google Fit bisher so. Mit dem jüngsten Update ist allerdings Schluss damit, ab nun ist das Leben für die Gesundheit kein Hundespaziergang mehr.

Unterstützung von Experten

Für das Update haben sich die Google-Entwickler mit Wissenschaftlern der Weltgesundheitsorganisation WHO und der American Heart Association AHA zusammengetan. Das Ergebnis ist, dass sich der Schrittzähler des alten Google Fit verabschiedet hat. An seine Stelle treten zwei neue Werte. Jegliche Form von Aktivität wird als Bewegungsminuten aufgezeichnet, körperlich anspruchsvollere Tätigkeiten liefern Kardiopunkte. Das kann ein flotter Spaziergang, eine Runde Joggen oder Fitnesstraining sein. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass jemand, der zehn Kilometer pro Tag langsam mit dem Hund spazieren geht, deshalb eben noch nicht Sport betreibt und etwas für die eigene Gesundheit tut. Google Fit stellt also durchaus höhere Ansprüche als zuvor.

Ein leicht zügiger Spaziergang dagegen wird mit einem Kardiopunkt pro Minute verbucht, ein Dauerlauf oder anderes Training mit zwei Punkten pro Minute. Die Neuausrichtung ist durchaus sinnvoll, denn viele Fitness-Apps loben ihre Anwender viel zu früh, oft und überschwänglich. „30 Minuten – unglaublich!“ – dabei war man gerade mal beim Supermarkt. Solche Apps sind eher darauf bedacht, Anwender durch Motivation an sich zu binden, als ihnen wirklich zu einem aktiveren Lebensstil zu verhelfen.

Google Fit kennt auch Schneeschuhwandern und Gärtnern

Mit Hilfe von GPS- und Beschleunigungssensoren im Smartphone oder in der Watch erkennt Google Fit dabei selbstständig, ob man gerade geht, läuft oder Fahrrad fährt. Andere Trainingsformen werden von Hand gestartet. Über 100 von ihnen kennt Google Fit, von Aerobic bis Zumba. Selbst das Heimtraining-Programm P90X ist dabei, ebenso wie Schneeschuhwandern und Gärtnern. Aktivitäten lassen sich auch nachträglich hinzufügen – für den Fall, dass man beim Freiwasserschwimmen weder Smartphone noch Watch dabei hat.

Wie jede vernünftige Fitness-App kennt auch Google Fit Trainingsziele: 150 Kardiopunkte pro Woche sollen Anwender erreichen, das ist die Grundeinstellung. Ein flotter Spaziergang von 30 Minuten, fünfmal in der Woche, reicht hierfür schon aus. Dies kann auch bis zu 300 Punkte pro Woche gesteigert werden, was jene freuen wird, die sich bereits körperlich betätigen. Google Fit beobachtet dabei die Trainingserfolge und passt das Wochenziel mit der Zeit an. Außerdem arbeitet Google Fit mit vielen anderen Apps wie Runtastic oder MapMyFitness zusammen und übernimmt von ihnen Daten.

Dies und viele weitere Funktionen von Google Fit beherrschen auch andere Apps. Was Google Fit von der Konkurrenz unterscheidet ist, wie die App Daten auswertet: Das Hauptziel ist, pro Woche eine bestimmte Anzahl an Kardiopunkten zu sammeln – und hierfür reicht eben kein normaler Spaziergang aus, sondern es ist etwas Anstrengung gefordert. Dieser Ansatz ist deutlich sinnvoller als der der gängigen Konkurrenz.

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von Christian Zeiser

Der selbstständige Journalist beschäftigt sich seit 15 Jahren mit smarter Technik.
Angefangen hat alles mit dem Thema "3 Megapixel: Digitalkameras werden erwachsen".
Heute verfolgt er interessiert die Entwicklung des Internet der Dinge.

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