Gewohnheiten ändern
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Gewohnheiten ändern mit Apps

von Franziska Wischmann

Gewohnheiten ändern zu wollen, ist eine harte Sache. Sie laufen unterbewusst ab, quasi wie ein Programm. Doch es gibt Apps, die wachrütteln können.

Gewohnheiten sind nicht per se schlecht

Grundsätzlich sind Gewohnheiten gut. Vor allem für unser Gehirn, denn das braucht Routine. Je weniger wir über jeden Schritt nachdenken müssen, den wir tun, desto mehr mentale Energie haben wir frei, um uns auf wichtige neue Dinge konzentrieren zu können. Abgespeichert sind Gewohnheiten in einem Zellhaufen im Gehirn, wo auch Reflexe und Instinkte angesiedelt sind. Der Grat zwischen meditativ und mechanisch ist allerdings schmal. Auf manche Gewohnheiten können wir echt verzichten. Auf Rauchen zum Beispiel, Süßes futtern oder auf die Angewohnheit, alle drei Minuten unsere Mails zu checken.

Schluss mit schlechten Angewohnheiten

Bekanntlich aber sind ausgetrampelte Pfade bequemer zu begehen als ein neuer steiniger Weg. Wer an seine schlechten Gewohnheiten ran will, muss sich bewusst machen, welche Mechanismen dahinter stecken. Wir haben gelernt, dass wir mit diesen Gewohnheiten besser fahren. Dass sie uns Gutes tun. Etwa Schokolade zu essen, wenn wir uns einsam fühlen, oder abends ein Glas Wein zu trinken, um die innere Anspannung loszuwerden. Das Gehirn verstärkt dieses Phänomen, indem es Botenstoffe ausschüttet, durch die wir uns wohlfühlen. Damit wird das Verlangen neuronal im Gehirn verankert: Es wird quasi darauf programmiert. Das macht es so schwer, so ein Programm zu unterbrechen.

Wer Gewohnheiten ändern will, muss jeden Tag an sich arbeiten. Dabei helfen neue Apps.

Mehr Wasser trinken

Klar, wir wissen das mit den zwei Litern am Tag. Aber im täglichen Run vergessen wir es viel zu häuig und sind von einem anständigen Flüssigkeitshaushalt meilenweit entfernt. Mit den Cookies von Silver Mother geht das jetzt spielend leicht. Einfach einen Cookie an einer vollen Wasserflasche befestigen und mit der App verbinden. Jetzt gibt es regelmäßig Alarm, wenn man zu wenig trinkt oder zu viel auf einmal in sich hineinschüttet.

Mit dem Rauchen aufhören

Rauchen gehört definitiv nicht zu den kleinen Süchten. Sich Nikotingenuss wieder abzugewöhnen, gehört zu den härtesten Herausforderungen überhaupt. Die Quit-It-App setzt auf die normative Kraft des Faktischen: Sie füttert ihre Aspiranten mit klugem Zahlenmaterial, das ausschließlich motivieren soll: wie viel Geld man spart, wie viel Teer man sich nicht mehr durch die Lungen zieht und schließlich die tolle Zahl, wie viele Zigaretten man nicht geraucht hat. 

Langsamer essen

Nomen est Omen: Die Eat-Slower-App bewahrt davor, unkontrolliert schnell zu essen. Jeder weiß, wer schnell futtert, der verdrückt auch mehr. Die Anwendung ist denkbar einfach: die Geschwindigkeit einstellen – von 20 Sekunden kann man sich auf 3 Minuten steigern! – und so lange kauen, bis ein Sound erklingt. Erst dann einen neuen Bissen in den Mund schieben. Was das bringt? Dass man bewusster isst, sich auf sein Essen konzentriert und es nicht nebenbei in sich hineinschaufelt. Und wenn man dann irgendwann bei drei Minuten Kauen und langsam Hinunterschlucken angekommen ist, spürt man, welche tollen Nebeneffekte das hat – für die Verdauung, für die Waage, für das Wohlbefinden. 

Nägel kauen abgewöhnen

Die Stop-Nail-Biting-App setzt auf Hypnose. Die wirkt im Unterbewusstsein und es wird empfohlen, sich dem hypnotisierenden Coaching während der Schlafphase auszusetzen. Darüber hinaus setzt die App auf die gemeinschaftlichen Aspekte des Sharings: Jeder kann seine Erfolge posten und kommentieren lassen.

Stop Surfing!

Die Verlockung ist nur einen Klick entfernt. Mal schnell Facebook oder Instagram checken und schwupps hat man wieder 2 Stunden auf Seiten verdaddelt, die vor allem eines gemeinsam haben: Zeit schlucken. »Self Control« hilft bei dieser schlechten Angewohnheit und sperrt radikal Internetseiten, die vom Arbeiten abhalten.

Endlich abnehmen und Gewicht halten

Die Noom-App ist Fitnesscoach, Kalorienrechner, Einkaufshelfer, Ernährungs- und Sporttagebuch in einem. Das Programm ist individuell auf den Benutzer zugeschnitten. Er kann entscheiden, in welchem Modus er abnehmen will. Wobei Coaching sehr im Vordergrund steht. Wer vom Kurs abkommt, wird mit einer intensiven Betreuung wieder auf den Abnehm-Modus geeicht.



Artikel vom

von Franziska Wischmann

Franziska Wischmann, Redakteurin mit den Schwerpunkten Wissenschaft und Forschung,
hat mit dem Heranwachsen ihrer Kinder für sich ein spannendes neues Feld entdeckt:
Technik, Gadgets, Apps für jede Lebenslage.

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