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Was sind Funkstandards?

vonAnita Schneiders

Voll vernetzt – es funkt gewaltig mit Smart Home, aber welche Funkstandards gibt es und was ist ein Funkstandard überhaupt? Wir erklären es einfach.

Der Smart-Home-Markt wächst stetig, aber sind die Systeme auch sicher und passen alle Geräte zu jedem System? Vor diesen und anderen Fragen stehen regelmäßig Käufer von Smart-Home-Systemen. Hier ein kurzer Überblick zu den gängigsten Funkstandards.

Was ist überhaupt ein Funkstandard?

Damit man über eine App Endgeräte im Haus oder in der Wohnung kabellos steuern kann, muss man erstmal sicherstellen, dass diese miteinander kommunizieren können. Über Frequenzbänder werden Signale gebündelt übertragen. Es werden in der Praxis von Herstellern verschiedene Funkstandards verwendet, die sich in Bezug auf den Frequenzbereich unterscheiden (z.B. Z-Wave funkt auf einer 868-MHz-Frequenz). Alle Daten werden hierbei verschlüsselt übertragen. Hersteller geben die mögliche Reichweite im freien Raum an, in geschlossenen Räumen mit anderen signalgebenden oder -empfangenden Geräten kann diese erheblich sinken, dicke Betonwände tun ihr übriges.

Wlan

Wlan (= wireless lan) ist ein weitverbreiteter Funkstandard. Wohnungen mit Internetanschluss sind fast ausschließlich mit Wlan vernetzt. Das beudeutet, dass auch Smartphones, Fernsehern, Spielkonsolen, praktisch alle modernen Endgeräte standardmäßig mit Wlan ausgestattet sind. Hohe Übertragungsraten und der hohe Sicherheitsstandard sind definitiv Vorteile. Diese unschlagbaren Vorteile bringen ein großes Problem mit sich: Wlan ist energieintensiv, d.h. der hohe Akkuverbrauch führt zu einem schnellen Betriebsende der Endgeräte, es sei denn, man nutzt Geräte mit Stromverbindung. Doch damit ist der flexible Einsatz der Endgeräte stark eingeschränkt.

Bluetooth

Bluetooth ist ein Funkstandard mit hohem Verbreitungsgrad. Nahezu jedes neue mobile Gerät (Smartphone, Tablet etc.) verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle, über die Daten übertragen werden können. Damit kann das Smartphone mit dem Notebook kommunizieren. Bluetooth schont dabei den Akku des Endgerätes, allerdings ist die Datenübertragung via Bluetooth nur für kurze Distanzen geeignet. Von unterwegs kann man damit nicht über Bluetooth auf seine Smart-Home-Geräte zugreifen, sondern benötigt zusätzliche Komponenten (Steuerungszentrale, Internetanschluss) um die volle Bandbreite der Hausautomatisierung nutzen zu können.

Z-Wave

Z-Wave ist zurzeit der international führende Funkstandard in Sachen drahtlose Kommunikation bei der Hausautomatisierung. Über Z-Wave kommunizieren nicht nur Endgeräte mit der Steuerzentrale, sondern sie kommunizieren auch untereinander. Damit ergeben sich für den Nutzer vielfältige Möglichkeiten im Rahmen der intelligenten Vernetzung von Endgeräten. Z-Wave verfügt über einen hohen Sicherheitsstandard und eine hohe Stabilität , je mehr Z-Wave-Geräte, desto besser. Durch vermaschte Netzwerke (mehrere Endgeräte sind miteinander als Netzwerkknoten verbunden) ist eine Kommunikation zwischen den Geräten und der Steuerungszentrale auch weiterhin möglich, wenn ein Endgerät ausfällt.
Hinter dem Funkstandard Z-Wave seht eine Unternehmensallianz, die Z-Wave zu einem offenen Standard gemacht hat. Den Nutzer stehen rund 1.200 Produkte von über 300 Herstellern zur Auswahl.

ZigBee

Zigbee ist ein Funkstandard, der Endgeräte auf kurze Distanzen miteinander verbindet. ZigBee funkt auf einem Standard, der sich international durchgesetzt und zunehmend vereinheitlicht wurde. Endgeräte, die im Ausland gekauft werden, können so auch hier in Deutschland verwendet werden, aber Achtung: Hier handelt jeder Verbraucher auf eigene Gefahr. Nicht jedes im Ausland gefertigte Endgerät entspricht auch den deutschen Sicherheitsbestimmungen. Großer Vorteil: Mit ZigBee kommunizieren Endgeräte energieeffizient, Akkus werden geschont und Batterien müssen nicht ständig ausgetauscht werden.

EnOcean

Keine Lust auf Batteriewechsel – EnOcean ist der einzige Anbieter, der Funkschalter und –sensoren anbietet, die ohne Batterien funktionieren. EnOcean ist ein Funkstandard, der auf extrem niedrigen Energiebedarf ausgelegt ist und bis zu 300 Meter weit funkt. Damit lassen sich Wohnungen und Häuser batterie- und kabelfrei smart gestalten – über Licht, Bewegung oder Temperaturänderungen – Sensordaten werden so kabellos innerhalb eines Hauses oder einer Wohnung übertragen.

DECT ULE

DECT ULE ist ein relativ junger Funkstandard im Bereich Smart Home, ist er auch eher aus dem Bereich der Festnetztelefonie bekannt. Der internationale Standard DECT wurde 1993 eingeführt, jeder kennt ihn aus dem Bereich des schnurlosen Telefonierens, aber auch gängige Babyphones nutzten diesen bislang. In 2011 wurde der DECT ULE eingeführt. Vorteil ist hier auch der niedrige Energieverbrauch (ULE = Ultra Low Energy) und das von anderen Anbietern selten genutzte Frequenzband. Dieser Funkstandard wird zumeist von Telekommunikationsanbietern wie AVM verwendet.

Fazit:

Smart Home-Systeme bieten tolle Möglichkeiten das eigene Heim intelligent zu vernetzen. Bei der Wahl sollte man auf den Funkstandard und das Angebot der kompatiblen Endgeräte achten. Ideal: Systeme wie Qivicon, die mehrere Funkstandards über Ihre Steuerungszentrale abdecken.

Artikelvom  31. März 2016
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