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Virtual Reality – so virtuell wird unsere Realität

von Tobias Hager

Die virtuelle Realität hält Einzug in die deutschen Wohnzimmer. Der noch recht neue Trend ist in den Bereichen Gaming und Online-Marketing bereits ein Hoffnungsträger der Zukunft, doch kann Virtual Reality auch im Alltag nützlich sein?

Die Oculus Rift ist wohl eine der ersten Vertreter der Virtual Reality-Bewegung. Dabei handelt es sich um eine Art Brille, die das Sichtfeld vollkommen bedeckt und es erlaubt sich per Kopfbewegung in Computerspielen „umzusehen.“ Seitdem Samsung mit der Gear VR auch eine Virtual Reality-Brille auf den Markt gebracht hat, trifft man die Technologie in deutschen Haushalten immer häufiger an.

Die Gear VR ist im Gegensatz zur Oculus Rift oder anderen VR-Brillen etwas anders konzipiert. Sie ist mit den aktuellen Samsung-Smartphones kompatibel und im Grunde nicht mehr als eine einfache Brille, in die das Smartphone anschließend als Display hineingesteckt wird. Der Effekt einer virtuellen Realität kommt danach durch spezielle Inhalte, eine entsprechende App und die Linsen der Brille zustande. Ich war total begeistert, als ich zum ersten Mal einem Konzert in der virtuellen Realität beiwohnte. Samsung und andere Anbieter verwenden spezielle Aufnahmegeräte, um den 360-Grad-Effekt realisieren zu können. Anschließend werden die Inhalte aufbereitet und stehen am Ende dem Nutzer teilweise kostenlos und manchmal für wenige Euros zur Verfügung.

Virtual Reality im Alltag – so kann man profitieren

Dank dem großen Hype um die virtuelle Realität, gibt es zahlreiche Möglichkeiten VR-Brillen im Alltag zu nutzen. In Berlin gab es zum Beispiel in der Platoon-Kunsthalle bereits VR-Events. Dort wurden Kurzfilme wie in einem Kino gezeigt. Einziger Unterschied: Die Zuschauer saßen nicht starr vor einer Leinwand, sondern auf drehbaren Stühlen mit einer VR-Brille ausgestattet und konnten sich zum Beispiel im Kurzfilm „Clouds over Sidra“ frei umsehen. Für mich sehr interessant: Im Film ging es um den Alltag in einem jordanischen Lager für Flüchtlinge.

Einige Badausstatter wie zum Beispiel Villeroy und Boch benutzen Virtual Reality, um ihre neuen und oft nicht ganz billigen Entwürfe für Kunden erlebbar zu machen, die sich damit einen realistischen Eindruck verschaffen können. Nach dem gleichen Prinzip handeln Hotelausstatter: Die Hilton Group etwa macht mit VR-Technik Urlaubern Resorts in der Karibik schmackhaft.

Das ist jetzt natürlich noch kein flächendeckendes Konzept, aber der Ansatz lässt Spielraum für viele neue Möglichkeiten. Besonders smart finde ich die Möglichkeit über VR-Brillen bei schlechtem Wetter von der Couch aus eine Sightseeing-Tour zu vielen bekannten Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt zu starten. Das Expeditions Pioneer Program vom Suchmaschinengiganten Google macht es möglich. Dabei geht es darum, Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt möglichst vielen Menschen näher zu bringen. Dazu gibt es oft auch interessante Erklärungen und sogar manchmal Rundgänge durch Gebäude wie zum Beispiel dem Buckingham Palace. Keine Sorge, der Queen wird man dort nicht über den Weg laufen, aber interessant ist es allemal.

Wer sich nun lieber doch von der Couch nach draußen vor die Tür bewegt, kann in vielen Museen und anderen Ausstellungen in Deutschland bereits in den Genuss virtueller Realität kommen. Dinos lassen sich dann beispielsweise im Berliner Museum für Naturkunde bewundern. Sogar zum Leben erweckt. Alles natürlich nur rein virtuell und ungefährlich.

360 Grad-Videos im eigenen Facebook-Feed

Wer kennt nicht die Situation in der man abends auf dem Sofa sitzt und einfach mal den Facebook-Feed scannt. 360-Grad-Videos speziell für Virtual Reality-Endgeräte tauchen dabei auch zunehmend auf. Für Marketingzwecke ist das Phänomen schließlich fantastisch und auch Facebook kündigte bereits seinen verstärkten Einstieg in den VR-Trend an. Kein Wunder, nachdem Facebook vor einigen Jahren Oculus, den Hersteller der Rift gekauft hatte.

Inzwischen bauen immer mehr Anbieter darauf, normalen Menschen wie Ihnen und mir die Chance zu geben, 360-Grad-Aufnahmen selbst zu produzieren. Deshalb veröffentlichte Samsung vor kurzem die Gear 360. Dabei handelt es sich um eine kleine Kamera, dank der man schnell und einfach fantastische Virtual Reality-Filme selbst aufnehmen kann. Doch ist die Technik wirklich schon für jeden geeignet?

Kosten und Herausforderungen der virtuellen Realität

Auch wenn VR-Brillen, Kameras und vieles mehr inzwischen teilweise deutlich günstiger geworden sind, ist und bleibt selbst produzierte virtuelle Realität noch recht teuer. Einige hundert Euro muss man für die Anschaffung berechnen. Dabei ist das Smartphone aber noch nicht eingerechnet. Dafür gibt es bereits viele tolle und faszinierende Inhalte kostenlos in App Stores. Man muss also nicht zwangsläufig selbst zum 360-Grad-Filmemacher werden und kann einfach nur genießen. Es lassen sich beispielsweise auch Serien und Filme mit der VR-Brille über Netflix und Co. schauen. Dann allerdings bislang ohne den 360-Grad-Blick.

Die Entwicklungen in Sachen Virtual Reality überschlagen sich zurzeit und ich bin mir sicher, dass in naher Zukunft Themen wie Vorträge, Events, Weiterbildung und sogar das Arbeiten dank smarten VR-Gadgets deutlich effizienter werden. Die Realität ist und bleibt zwar das spannendste, was mir mein Leben bis jetzt geboten hat, aber ich freue mich trotzdem auf die Zukunft der VR-Technologie. Ich habe Themen wie Bildung und Vernetzung im Sinn. In meinen Augen könnte Virtual Reality dazu beitragen, die Welt noch mal etwas näher zusammen zu rücken. Kreative Menschen zusammen bringen und Kinder in entlegenen Gebieten eine möglichst gute Schulbildung ermöglichen – das wäre doch beeindruckend, oder?

Artikel vom   02. Januar 2017
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