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Umzug leicht gemacht: Smarte Umzugshelfer

von Rüdiger Maulko

Ein Umzug ist ein einschneidendes Ereignis, das gute Planung und strukturiertes Vorgehen verlangt. Apps können dabei wichtige Hilfestellungen leisten, Abläufe beschleunigen und Geld sparen. Welche smarten Umzugshelfer besonders praktisch sind, erfahren Sie hier.

Am Anfang eines Umzugs sollte man kritisch mit sich ins Gericht gehen: Welche Dinge brauche ich eigentlich wirklich? Was möchte ich in Zukunft überhaupt noch verwenden? Sind diese Fragen geklärt, kann das Ausmisten beginnen. Die ungeliebte Prozedur nimmt zwar viel Zeit in Anspruch, aber der Aufwand lohnt sich. Man kann sich von Altlasten befreien, lange ungenutzte Staubfänger können sinnvoll von Abnehmern weiterverwendet werden und landen nicht achtlos in der Mülltonne. Außerdem geht der Umzug nach einer Entschlackungskur zügiger und weniger beschwerlich vonstatten. Wird rechtzeitig mit dem Ausmisten begonnen, kann Überflüssiges noch ohne große Hektik entsorgt und gegebenenfalls auch noch ein finanzieller Zuschuss für den Umzug erwirtschaftet werden.

Kleinanzeigen-Apps für lukrative Deals

Der Abverkauf über Kleinanzeigen hat den Vorteil, dass für gut erhaltene Gegenstände noch ansehnliche Preise erzielt werden können. Erste Anlaufstelle ist der Marktführer ebay-Kleinanzeigen. Eine kostenlose Anzeige mit Bild ist schnell erstellt, da die App direkt auf die Kamera und das Fotoalbum des Smartphones zugreifen kann. Bilder und Texte der Anzeige sollte man unbedingt selbst produzieren, um Abmahnungen wegen unrechtmäßiger Verwendung von Fremdmaterial aus dem Weg zu gehen. Beschleunigen lässt sich der Verkauf, indem man die Anzeige via App-Option am Anfang der Suchlisten platziert (TOP-Anzeige) oder farblich hervorhebt (Highlight). Beides ist allerdings kostenpflichtig. In letzter Zeit hat ebay-Kleinanzeigen durch Shpock eine gewisse Konkurrenz bekommen. Die App des digitalen Flohmarkts ist wie ein professioneller Shopping-Katalog aufgemacht, der mit thematisch geordneten Foto-Pinnwänden zum Stöbern einlädt. Der Fokus ist regional, Deals können also rasch und unkompliziert mit Interessenten aus der Nähe abgewickelt werden.

Schnäppchen sind meist schnell verkauft, je nach Preisvorstellung kann es aber auch etwas länger dauern, bis sich Interessenten auf die Kleinanzeigen melden. Leider muss man auch häufiger mit Leuten korrespondieren, die zwar Interesse bekunden, letztlich dann aber doch nicht zuschlagen. Ich habe auch schon mehrere Stunden vergeblich auf potenzielle Käufer gewartet, die sich einfach gar nicht mehr gemeldet haben. Drängt die Zeit oder will man einfach nur auf die Schnelle Platz schaffen, kann Überflüssiges natürlich auch verschenkt werden. Gerade sperriges Material, das im Keller oder auf dem Boden lagert und nur schwerlich Abnehmer findet, lässt sich meist recht zügig mit Kleinanzeigen entsorgen.

Verkauf an die Profis: Recommerce-Unternehmen

Wer nicht lange nach Interessenten suchen möchte, verkauft Gebrauchtes direkt an Recommerce-Unternehmen. Nimmt man die Dienste von Momox, reBuy & Co in Anspruch, kann vieles - guter Zustand vorausgesetzt - noch zu Geld gemacht werden. Zur Aufnahme des Bestands werden die Barcodes der Verkaufsobjekte bequem per Kamerascan in die App des jeweiligen Ankäufers geladen. Sollten diese nicht auslesbar sein, können ISBN-Nummern oder die EAN Codes manuell eingegeben werden. reBuy bietet in seiner App eine Artikelsuche an. Gibt man etwa Smart Watch ein, werden verschiedene Modelle mit Ankaufswert aufgelistet. Wenn es sich um derart aktuelle Elektronik handelt, sind auch höhere Beträge zu erzielen.

Bei älteren DVDs, CDs, Computerspielen und Büchern sind die Wiederverkäufer in der Regel nicht so spendabel. Für viele Bücher bekommt man bei etwa bei Momox lediglich 15 Cent, bei größeren Stückzahlen kommen aber doch recht ansehnliche Beträge zusammen. Gelegentlich ist auch mal ein Volltreffer dabei, dessen Erlös überrascht. Bei meiner letzten Ausmistaktion wickelte Momox den Bücherankauf zügig ab. Besonders praktisch war der Abholservice, der die schweren Bücherkisten kostenlos bei mir zuhause abholte. Beanstandungen aufgrund des Zustands und Abzüge bei der Ankaufsumme gab es keine. Was allerdings zu beachten ist: Abgelehnte Ware schicken die Ankaufportale in der Regel nicht kostenfrei zurück, das Rücksendeporto muss der Verkäufer zahlen.

Spielt der Erlös beim Ausmisten eine vordergründige Rolle, kann man mit der App „Wer zahlt mehr“ das Maximum herausholen. Hier werden die Ankaufspreise mehrerer Portale verglichen, häufig sind die Unterschiede recht beachtlich. Empfehlenswert ist auch ein Besuch von Recyclingmonster. Die Seite bietet neben dem Vergleich von Ankaufspreisen umfangreiche Marktanalysen. So ist der beste Wiederverwerter z. B. für Handys, Smartphones, Spiele, Bücher oder Tablets schnell ermittelt. Auch Gutscheine der Ankaufportale werden auf Recyclingmonster gelistet. Gerade bei einer großen Anzahl von Artikeln kann es sehr zeitaufwendig sein, zu besten Konditionen an verschiedene Reseller zu verkaufen. Ein Handel lohnt sich meist erst richtig, wenn der Aufkäufer das Porto übernimmt. ReBuy und Momox zahlen dieses ab einem Ankaufswert von 10 Euro. Bei Cent-Beträgen für Bücher muss man recht lange knobeln, bis die alten Schmöker möglichst gewinnbringend auf die bestzahlenden Wiederverkäufer verteilt sind.

Klamotten entsorgen mit der Kleiderkreisel-App

Gebrauchte Kleidungsstücke und Accessoires lassen sich am besten mit Hilfe von Secondhand-Plattformen zu Geld machen. Kleiderkreisel ist die größte Plattform, eine kostenlose App steht für Android oder iOS zur Verfügung. Verkaufen, verschenken oder gar tauschen – alles ist per App möglich. Der Abverkauf lässt sich beschleunigen, indem auf Pakete ein Preisnachlass in selbstgewählter Höhe angeboten wird. Ein Bewertungssystem gibt Auskunft über die Reputation des Handelspartners. Wer eine möglichst sichere und reibungslose Abwicklung der Transaktionen wünscht, kann den gebührenpflichten Kreisel-Sicher-Service in Anspruch nehmen. Wie bei allen Verkaufsplattformen sollte man auf Anfragen schnell reagieren, auf eine möglichst professionelle Präsentation mit guten Fotos setzen und ausführlich über den Zustand des Verkaufsobjekts informieren. Der Umsatz lässt sich so steigern und der Abverkauf geht schneller. Ist die Ausmistaktion beendet, können die verbliebenen Reste smart mit Hilfe von Müll Apps entsorgt werden, die im iTunes App Store oder bei GooglePlay zum Download bereitstehen.

Geschmeidig organisieren: Smarte Umzugshelfer

Während die Altlasten entsorgt werden, sollte parallel die Umzugsplanung stattfinden. Besonders nützlich sind MoveHelper für Android und der Immowelt Umzugshelfer für iOS. Anstehende Routineaufgaben fassen die Apps in vorgefertigten Checklisten zusammen, nach Bedarf können diese verändert oder ergänzt werden. Das richtige Gefährt findet man in der Immowelt-App mit dem Umzugswagen-Rechner. Nach Angabe aller Möbelstücke wird der passende Transporter angezeigt, über die App können auch direkt Angebote von Umzugsfirmen eingeholt werden, wodurch Kosten gespart werden können. Ein Ratgeber hält nützliche Tipps rund ums Thema Umziehen bereit.

Will man sich schon vor dem Umzug mit dem Einrichten der neuen Wohnung beschäftigen, hilft MagicPlan. Die App erstellt einen Grundriss, anschließend können Möbel im virtuellen Domizil gestellt werden. Damit entfällt anstrengendes Möbelrücken vor Ort, anstehende Renovierungsarbeiten lassen sich leichter planen und die gebuchte Umzugsfirma kann genauer gebrieft werden. Die Raumvermessung bedient sich der Kamera des Smartphones. Man stellt sich in die Mitte des Raums, dreht sich um die eigene Achse, scannt währenddessen via Sucher die Wände und markiert per Tastendruck und grafischer Hilfslinie die Ecken des Raumes. Nach Aufnahme aller Raumkoordinaten generiert die App den gewünschten Grundriss. Zimmer für Zimmer wird so ein recht präziser Plan erstellt. Wenn allerdings auf den Zentimeter oder gar Millimeter genau gearbeitet werden muss, sollte man mit dem Zollstock nachmessen und kleinere Messfehler korrigieren. Klingt alles sehr einfach, muss aber etwas geübt werden, bis es perfekt klappt.

In welcher Kiste sind denn bloß die Bücher, in welcher die Klamotten? Und wo ist das Küchengeschirr? Hat man beim Umzug den Überblick verloren, wird es kompliziert. Sortly sorgt dafür, dass es gar nicht erst zum Chaos kommt. Ist der Inhalt eines Umzugskartons fotografiert, kann man in der kostenpflichtigen Premiumversion der App ein Sortly QR Label erstellen und anschließend auf jeden Karton kleben. In der neuen Wohnung gibt das Label dann Auskunft über dessen Inhalt, wodurch das Ausräumen und Einrichten erheblich beschleunigt wird. Einen Haken hat die Sache allerdings: das Inventarisieren per App ist relativ aufwendig, ein gewisses Zeitbudget sollte dafür also eingeplant werden. Sortly gibt es bislang nur für iOS, eine Android-Version ist laut Herstellerangaben aktuell in Arbeit.

Souverän über die Ziellinie: Übergabe-Apps

Hat man den Umzug hinter sich, steht die Abnahme der alten Wohnung durch den Vermieter an. Übergabe-Apps wie ImmoKing PRO oder Wohnungsübergabe (Haufe) dienen als Checkliste und Gedächtnisstütze. Sie erstellen ein vollständiges Wohnungsübergabeprotokoll, das z. B. Auskunft über Mängel, Zählerstände von Gas, Wasser und Strom sowie die Anzahl zurückgegebener Schlüssel gibt. Per Mailfunktion erhalten dann Mieter und Vermieter umgehend eine Kopie. Außerdem lässt sich eine PDF-Datei mit den Unterschriften beider Parteien erstellen, die sich sofort auch via Airprint ausdrucken lässt. Die kostenpflichtigen Apps für Apple-Geräte lohnen in jedem Fall. Durch die Step-by-Step-Anleitungen und die gegenseitige Abnahme des Protokolls werden nachträgliche Konflikte und überraschende Kautionskürzungen seitens des Vermieters nahezu ausgeschlossen. Die Apps können natürlich auch bei der Übergabe der neuen Wohnung oder bei weiteren Umzügen gute Dienste leisten. Ist das Organisatorische erledigt und der Umzug erfolgreich gewuppt, beginnt endlich der angenehme Teil: die kreative Einrichtung der neuen Wohnung. Inspirationen für ein smartes Heim liefert der WIE EINFACH!-Shop.

Artikel vom   14. Februar 2017
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