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Trend E-Learning: Digitales Lernen macht Spaß

vonAnnette Franklin-Stokes

Wer heute noch aus Büchern oder nur im Klassenzimmer lernt, ist nicht auf dem neuesten Stand: Hier erfahren Sie mehr zu E-Learning und digitalen Lernmethoden!

Ah, die gute alte Schulzeit... mit gemischten Gefühlen erinnern wir uns: An die engagierte Frau Müller aus dem Deutsch Leistungskurs – ebenso aber auch an den schnarchigen Herrn Siering, der uns damals das (eigentlich spannende) Schulfach Geschichte vermieste. (Und der sicher auch schuld war an unserem Blackout in der mündlichen Abiprüfung, als wir nach den Daten der Russischen Revolution gefragt wurden... äääh.... ??)

Vorbei die Zeiten, in denen Lehrerpersönlichkeiten bestimmten, ob man in einem Fach gute Noten bekam oder nicht. Wir schreiben das Jahr 2016, die Digitalisierung hat vieles verändert, und in dieser brave new world hat sich eine Menge im Marktsegment „Pauken und Pädagogik“ getan.

Präsenzunterricht spielt inzwischen eine immer geringere Rolle: Smartphone, Tablet und Laptop reichen heute aus, um sich Wissen anzueignen, zu vertiefen und ergänzen. Und bringen so etwas wie einen Fun-Faktor in staubtrockene Themen. Ein breitgefächertes und buntes Angebot an E-Learning Tools steht Lernbegierigen jederzeit Online oder Offline zur Verfügung. E-Learning heißt der Oberbegriff. Dahinter verbirgt sich mehr als ein paar Video-Kurse auf youtube. „E-Learnen“ kann man über vielfältige Kanäle und Tools, von denen alle dasselbe Ziel haben: Sie helfen Lernenden und Studierenden heutzutage dabei, sich Lernstoff anzueignen, für Prüfungen fit zu machen oder sich zu vernetzen.

Coole Apps und kurzweiliges Youtube statt langweiligem Pauken

So bereiten sich Oberstufenschüler heute per youtube-Clips auf ihre Deutschklausuren vor: Den Plot von Schillers „Die Räuber“ finden Lernfaule Deutschschüler mit Hang zu Abkürzungen dort als zehnminütige, höchst unterhaltsame Playmobil-Version („Die Räuber to go“). Lücken in Mathematik, dem Horrorfach vieler, füllen Schüler auf YouTube mit einem Onlinekanal auf („The Simple Club“ ¬ – Claim: „Die coolste Nachhilfe Deutschlands“), und weil es richtig Spaß macht, Dinge endlich mal zu begreifen, nebenbei auch gleich noch die Lücken in Chemie, Bio, Physik.

Medizinstudenten oder Hebammen in der Ausbildung eignen sich per Multiple Choice-Apps den Stoff für ihre Prüfungen an und büffeln die Sach-Fragen zu Appendix, Uterus und Co. im Café beim Cappuccino. Und unter Schülern der Sekundarstufe werden Online-Quellen für Englisch-Nachhilfe inzwischen so heiß gehandelt wie früher Yu-Gi-Oh Karten auf dem Schulhof der Grundschule.

Eine Revolution des Lernens überrollt uns gerade, und wir stecken mittendrin. Sogar renommierte Universitäten sind auf den Trend zum Lernen aus dem Netz aufgesprungen. An den US-Elite-Unis Harvard oder Stanford werden sogenannte MOOCs abgehalten – Massive Open Online Courses. Zigtausende Studenten können dadurch zeitgleich der Vorlesung eines Professors zugeschaltet werden – völlig unabhängig von Aula oder Ort.

Für wen ist E-Learning?

E-Learning richtet sich im Prinzip an alle Lernbegierigen: alle, die sich (weiter)bilden wollen. Die heutige Schülergeneration ist dabei die erste, die sich mit den diversen Tools des E-Learning wie selbstverständlich auseinandersetzt. Für sie, die „early adopters“ ohne Berührungsängste mit Technologie, ist E-Learning wie gemacht.

Aber auch die Erwachsenenbildung erlebt durch E-Learning einen Boom. Auf YouTube werden Tutorials und Kurse für alle möglichen Fächer angeboten – von Mainstream-Interessen bis zu Nischen-Stoff: Dort findet man Coachings für Fremdsprachen, Computerfähigkeiten, NLP, Psychologie oder persönliches Wachstum. Und kaum ein Berufszweig, für den heutzutage nicht brancheneigene E-Learning Tools maßgeschneidert wurden.

Selbst im Unternehmens-Bereich prognostizieren Experten dem E-Learning eine rosige Zukunft: So setzen die Kosmetik-oder Computerindustrie für Verkaufstrainings und Schulungen schon seit einigen Jahren auf interaktive E-Learning-Programme, die repetitive (und teure) Schulungen durch Trainer ersetzen oder sinnvoll ergänzen. Die E-Learning Industrie boomt – und entwickelt nicht nur täglich neue Tools, sondern verfügt sogar schon über eigene Fachmessen (LEARNTEC), Kongresse und Preisverleihungen (delina).

E-Learning verändert dabei nicht nur die Art und Weise, wie wir lernen, sondern auch die Qualität. Und den Grad an Spaß und Befriedigung, den erfolgreiches Lernen verschaffen kann. Der sogenannte „Frontalunterricht“ – jemand steht vorne an einer Tafel und bringt Stoff einer ganzen Klasse bei – ist zwar nicht tot, hat aber als Errungenschaft der Pädagogik ernsthafte Konkurrenz bekommen. Und wenn wir an Herrn Siering aus Geschichte damals denken, finden wir das auch gut so. 

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Artikelvom  01. Juli 2016
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