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Summ-Summ-Sommer: Mit dem E-Roller durch die Stadt

von Lena Ingers

Großstädte wie Berlin fahren voll auf die neuen Elektroroller vom Verleih ab.

Was kommt Ihnen als allererstes in den Sinn, wenn Sie an Motorroller denken? Halbstarke Teenager, die von Dorf zu Dorf heizen? Senioren, die gemütlich über Straßen tuckern? Oder denken Sie vor allem an lärmende Zweitakter-Motoren und Dieselgestank? Nun, die Zeiten, in denen sich Mofa-Fahrer abwechselnd zur Lachnummer oder zum meistgehassten Verkehrsteilnehmer gemacht haben, sind bald vorbei. Denn dank Elektroantrieb schwirren die Roller von heute geruch- und geräuschlos durch die Stadt.

Vor allem in den Städten wie Berlin, Hamburg oder Stuttgart sind die Menschen sichtbar auf den Geschmack gekommen: Die Stadtflitzer sind auf einmal allgegenwärtig. Zu verdanken ist das vor allem Leihanbietern wie Coup und Emmy. Deren Fahrzeuge stehen bereits an vielen belebten Ecken und können von jedem mit einem Smartphone und der passenden App ausgeliehen werden. Sogar für einen Helm ist gesorgt, so dass einem spontanen Sommer-Ausflug nichts im Wege steht.

Im Stadtverkehr sind Motorroller das ideale Fortbewegungsmittel, denn sie verbrauchen wenig Platz und Energie. Man kommt in der Regel genauso schnell von A nach B wie mit dem Auto und spart sich bei der Ankunft die lange Suche nach Parkplätzen. Und das Beste: Jeder mit einem normalen PKW-Führerschein darf die 45 km/h schnellen Flitzer steuern.

Und so mietet man einen eScooter

Über die App lassen sich alle Roller in der Nähe anzeigen und für 15 Minuten reservieren. Sobald sich der Nutzer dem reservierten Fahrzeug nähert, kann er es per Knopfdruck entsperren und die Helmbox öffnen. Am Ziel angekommen, kann man den Roller einfach am Straßenrand abstellen und die Miete beenden. Sollte irgendwann der Akku leer sein, kümmert sich der Anbieter ums Aufladen.

Für die Kunden ist das natürlich extrem komfortabel. Mehr und mehr Großstädter sind dank solcher Mobilitätsservices sogar bereit, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Das zeigt auch die Statistik: So kommen auf 1.000 Einwohner deutschlandweit mehr als 500 Privatautos. Das heißt: Jeder zweite Deutsche besitzt ein eigenes Auto. In Berlin dagegen ist es nur jeder Dritte. Öffentlicher Nahverkehr und die Sharingmodelle privater Anbieter befriedigen die Mobilitätsbedürfnisse der Hauptstädter nämlich mindestens genauso gut – und das sogar zu einem günstigeren Preis.

Mit einem Coup zu fahren ist nur ein wenig teurer als mit Bus oder Bahn. Jede Fahrt, die weniger als 30 Minuten dauert, kostet drei Euro. Ab der 30. Minute wird alle zehn Minuten ein weiterer Euro fällig. Es gibt aber auch Tages- oder Nachtpauschalen. Bei Emmy wird nach Minuten (19 Cent pro Minute) oder Kilometern (59 Cent pro Kilometer) abgerechnet – je nachdem, was für den Nutzer günstiger ausfällt. Wer also unvermittelt im Stau feststeckt, muss sich nicht ärgern, dass die Uhr weiter tickt.

Das Geschäft mit dem eScooter-Sharing brummt

Hinter Coup steckt übrigens Bosch, einer der weltweit größten Produzenten von E-Motoren. Und mit diesem Riesen im Rücken begibt sich die Tochterfirma Coup nun auf Expansionskurs. Allein in Berlin hat das Unternehmen bereits 1.000 Elektroroller auf die Straßen geschickt und damit den Branchenpionier Emmy in nur zwei Jahren locker überholt. Aber auch bei Emmy wurde die Flotte aufgestockt, von 150 auf immerhin 350 Fahrzeuge. Derzeit versucht das Startup mit Unterstützung der Deutschen Bahn sein Glück in Stuttgart, Mannheim und Hamburg. In der Hansestadt war zuletzt das Startup Jaano mit seiner benzinbetriebenen Rollerflotte gescheitert – aus Mangel an Investoren. Im Großraum Köln, Essen, Duisburg und Gelsenkirchen wiederum ist die Firma Amberscoot aktiv. Hier kann man die schicken E-Roller nicht nur mieten, sondern auch kaufen.

Artikel vom   07. Juli 2017
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