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So erkennen Sie Fake-Shops im Internet

von Alexander Penzel

Das neue Smartphone für nur 100 Euro? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es ein Angebot eines Fake-Shops ist. Wie Sie sich schützen können, erfahren Sie hier.

Der E-Commerce steigt rasant. 30 Millionen Menschen bestellen inzwischen regelmäßig ihre Ware per Mausklick. Nicht ohne Risiken. Denn laut einer kürzlich veröffentlichten Bitkom-Studie unter Internetnutzern gaben 20 Prozent der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten Opfer eines Betrugs bei Online-Geschäften geworden zu sein. Hierbei handelt es sich meist um Betrug durch sogenannte Fake-Shops. Wie Sie einen Fake-Online-Shop von einem vertrauenswürdigen unterscheiden können, dafür gibt es zehn einfache, wirksame Tipps.

1. Keine Spontankäufe

Als erstes ist es wichtig, sich nicht aufgrund des bestechend niedrigen Preises und der scheinbar guten Versandmöglichkeiten oder der limitierten Verfügbarkeit von Produkten zu einem Spontankauf hinreißen zu lassen. Natürlich ist es sehr schwer, wenn der Shop mit Rabattaktionen von 30 – 40 Prozent und kurzer Aktionsdauer lockt, nicht sofort zuzugreifen. Allerdings ist in den meisten Fällen eine kurze Recherche von immenser Wichtigkeit.

2. Kurze Hintergrundrecherche zum Shop

Meist können wir einen Fake-Shop bereits als solchen entlarven, wenn wir nur kurz nach dem Betreiber oder dem Seitennamen mit dem Zusatz „Beschwerde“, „Bewertung“ oder „Betrug“ googlen. Des Weiteren kann die Verbraucherzentrale in den meisten Fällen hilfreiche Aussagen zu den anzuzweifelnden Shops geben.

3. Trusted-Shops Logo platziert und verlinkt

Ein Indiz für die Authentizität einer Seite ist das bekannte „Trusted-Shops“ Logo, welches meist prominent auf der Landingpage platziert wird. Doch Obacht: Viele Anbieter von Fake-Shops im Internet fälschen das Logo einfach und platzieren es unerlaubterweise auf ihrer Website. Ein einfacher Trick, die Echtheit des Logos zu prüfen, ist darauf zu klicken. Verlinkt das Logo auf die Trusted-Shops Homepage, ist es echt. Wer ganz sicher gehen möchte, kann auch direkt auf der Website schauen, ob der Shop verifiziert ist.

4. Fake-Shops haben verdächtig gute Preise

Wir alle fühlen uns zu Schnäppchen regelrecht hingezogen. Dabei gibt es auch Preise, die zu gut zu sein scheinen, um wahr zu sein – und es dann meistens auch nicht sind. Bei Rabatten um die Hälfte des Originalpreises sollten Sie den jeweiligen Shop zunächst einmal kritisch beäugen und den gesunden Menschenverstand einschalten. Gleiches gilt für Fake-Shops, auf denen die Produkte durchweg gute Bewertungen haben oder durchgehend erhältlich sind. Hier kann etwas nicht stimmen.

5. AGBs und Datenschutzerklärung oft schlecht übersetzt

Ein weiteres Merkmal für einen Fake-Shop sind fehlerhafte, übersetzt wirkende AGBs und Datenschutzerklärungen. Fake-Shops werden meist aus dem Ausland betrieben und bedienen sich öfter auch dem Google Übersetzer. Gleiches gilt im Übrigen auch für das Impressum, worauf wir im kommenden Absatz eingehen.

6. Fehlendes oder unvollständiges Impressum

Ein Impressum ist nur dann legitim, wenn es einen Firmennamen, eine physikalische Adresse (kein Postfach!), eine Telefonnummer und eine E-Mailadresse beinhaltet. Bei juristischen Personen, wie beispielsweise einer GmbH, muss außerdem noch ein Vertreter genannt werden. Leider ist es allerdings nicht schwer, ein Impressum zu fälschen. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte einfach vorher bei der ausgewiesenen Telefonnummer anrufen oder die Adresse googlen.

7. Keine https (SSL-) Verschlüsselung mit Vorhängeschloss

Vertrauenswürdige Onlineshops verwenden eine SSL-Verschlüsslung, um personenbezogene - und Rechnungsdaten sicher übertragen zu können. Meist weisen Websites diese Verschlüsselung aus. Erkennbar ist die Verschlüsselung durch die Browserurl, welche mit einem https beginnt und das kleine Vorhängeschloss, welches im Browser in der URL-Leiste angezeigt wird. Unterstützt ein Online-Shop eine solche Verschlüsselung nicht, zumindest nicht während des Kaufprozesses, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Fake-Shop und es sollte von einem Kauf abgesehen werden.

8. Bezahlmöglichkeiten beschränkt

Bei Fake-Shops sind die Bezahlmöglichkeiten beschränkt. Damit die Masche, die hinter solchen Shops steckt, funktioniert, müssen die geprellten Kunden per Sofortüberweisung oder Vorauskasse bezahlen. Dann können die Betreiber über Strohmänner das Geld bereits kurze Zeit später abheben. So kann sich der Geschädigte das Geld nicht über seine Bank wiederholen.

9. Mangelhafte Bestellbestätigung inkl. „Lieferschwierigkeiten“

Damit obiges nicht passiert, nutzen Fake-Shops meist eine perfide Masche: Sie schreiben in der Bestellbestätigung, dass sich die Ankunft der Ware beim Kunden verzögert. Gründe für die Lieferschwierigkeiten werden meist nicht genannt. Jedoch wartet der Konsument so lange genug, damit es für eine Rücküberweisung durch die Bank des Geschädigten bereits zu spät ist, wenn dieser bemerkt, dass er einer Masche zum Opfer gefallen ist.

10. Bargeldtransfers werden unterstützt

Sogenannte Bargeldtransfers, wie sie beispielsweise durch WesternUnion, MoneyGram oder paysafe angeboten werden, sind eine beliebte Zahlungsweise bei Fake-Shops. Dadurch, dass es so viele Anbieter gibt, die eine Auszahlung beispielsweise durch WesternUnion unterstützen, aber nicht direkt unter WU stehen, ist der Betrug durch gefälschte Ausweise hier sehr einfach. Seriöse Onlinehändler nutzen das Bargeldtransferverfahren nicht, da hier zu hohe Gebühren anfallen.

Es ist irrelevant, weshalb ein nichtsahnender Kunde zum Opfer eines Fake-Online-Shops wird – es ist immer ärgerlich. Da die Server solcher Websites allerdings meist im Ausland stehen, ist eine schnelle Beseitigung des Problems in vielen Fällen nicht möglich. Umso wichtiger ist es, dass wir wissen, wie wir Fake-Shops erkennen können, um uns selbst vor der Gefahr zu schützen.

Artikel vom   15. März 2017
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