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Smarte Unterwäsche zählt die Schritte

vonSönke Jahn

Hautenge Shirts ersetzen das Fitnessarmband. Denn die neue smarte Unterwäsche ist smart, zählt die Schritte und misst die Pulsfrequenz. Ein spannender Blick unter die Gürtellinie.

Der moderne Mensch ist sportlich und trimmt sich fit. Und trägt beim Laufen oder Strampeln nun ein Fitness-Armband als Schrittzähler und zur Pulsmessung oder sogar einen speziellen Brustgurt zur Messung der Herzfrequenz – um seine Lebenszeichen beim Work out zu »tracken« und diese Daten per Bluetooth-Funk aufs Smartphone zu beamen. So lassen sich mit einem Blick aufs Display die eigenen Werte überwachen und später online auswerten.

Auf Armband und Brustgurt verzichten kann, wer sich in eines dieser stramm wie ein Kompressionsstrumpf sitzenden Leibchen der Hightech-Schneider der
kanadischen Firma OMsignal zwängt. In deren eng anliegenden Trainings-Shirts mit oder ohne Arm sind leitfähige Fäden eingewoben, Dank denen eine mit
Druckknöpfen ans Hemd angeknipste, kleine schwarze Box Herzschlag und Atmung des Trägers überwacht und sogar dessen Schritte zählt. Mit Schlabberhemden funktioniert das leider nicht, denn die versponnenen Messfäden müssen sich wie eine zweite Haut um die Sportlerbrust schmiegen.

Ihre Daten sendet die Blackbox dann drahtlos an die OMsignal-App aufs iPhone. Eine App-Version für Android-Geräte ist angekündigt, aber noch nicht erhältlich. Ebenso angekündigt, aber ebenfalls noch nicht erhältlich, ist eine Damenkollektion dieser Kompressionshemden.


249 US Dollar, umgerechnet zirka 229 Euro, kostet ein Hemd mitsamt der kleinen schwarzen Klippbox beim Hersteller – zuzüglich Versandkosten. Shirts lassen sich auch einzeln nachkaufen, dann kosten sie, je nach Schnitt, zwischen 100 und 130 US Dollar. Die Hemden sollen sich ganz normal in der Maschine waschen lassen, nur die intelligente Blackbox, die sich auch auf nachgekauften Shirts anbringen lässt, sollte man vor der Wäsche abnehmen.

Hier gibt es einen kurzen Clip zur Wäsche:

Als erstes Modelabel will Polo Ralph Lauren im Laufe des Jahres diese Hemden als eigene Smartshirts unter dem Namen »Polo Tech Shirts« anbieten. Preise wurden noch nicht genannt. Auf dem U. S. Open-Tennisturnier im letzten Jahr ließ man testweise bereits einige Balljungen in diesen Marken-Messhemden auflaufen. Der Akku der Blackbox hielt bei den Proto-Poloshirts dem Vernehmen nach einen ganzen Turniertag durch. Aufgeladen wird die Batterie danach per mitgelieferten Mini-USB-Kabel.

Fotos: Ralph Lauren // OMsignal

Artikelvom  01. Juli 2016
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