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Smarte Prototypen von der CeBIT 2016

vonSandra Schink

Auf der einst größten Messe für Informationstechnik CeBIT in Hannover finden sich auch in diesem Jahr trotz deutlich spürbarem Aussteller- und Besucherrückgang noch jede Menge Ideen-Perlen für smarte Gadgets, auf die wir gespannt sein dürfen. Denn noch kann man sich auf die folgenden Produkte nur freuen, sie aber nicht kaufen: Es handelt sich um Prototypen, also Versuchsmodelle oder Konzeptstudien.

Ihre kreativen Konstrukteure stehen entweder noch in der Realisierungsphase oder schon in der Finanzierungsphase für ihre Projekte. Mal geht es bei den Produkten um Sicherheit, wie bei REXbike, dem Beach Egg oder dem Smart Home Hub Zoe von Protonet. Beim FitnessShirt, das auf dem Fraunhofer Institut entwickelt wurde und mit Ambiotex realisiert werden soll, geht es um die professionelle Messung von Vitalparametern. Und bei den Projekten Remember the warm times und Bob Belt von Studierenden der Hochschule Osnabrück geht es um wahre Gefühle. Der kleine Roboter Pepper hingegen ist dank IBM Watson gewissermaßen ein Roboter-Mensch-Kontakter - so wie C3PO in Star Wars!

Unterstützung per Crowdfunding

Einige der Produkte können per Crowdfunding vorbestellt und damit in der Realisation unterstützt werden. Für den Unterstützer hat das den Vorteil, das Produkt oft deutlich günstiger zu bekommen und einer der ersten zu sein, der es bekommt. Es kann sich also lohnen, schnell zuzugreifen.

Andere Produkte kommen vielleicht auch niemals auf den Markt, sind aber so smart gedacht, dass ich sie ebenfalls vorstellen möchte.

Die Prototypen auf der CeBIT 2016

Dieses kleine Gerät passt auf Euer Fahrrad und auch auf Euch auf. Wenn Ihr das Rad abschließt und die REXbike-Box aktiviert, registriert sie Bewegungen am Rad und gibt seine Location durch, wenn es geklaut wurde. Ihr könnt aber auch Eure Fahrt tracken, und wenn Ihr einen Unfall habt und der Box nicht sagt, dass alles okay ist, ruft sie Hilfe und gibt Eure Position durch. Die Idee ist toll, aber nur solange Diebe sie nicht kennen. Denn wer ein Fahrrad klauen will, schreckt nicht davor zurück, mit dem Bolzenschneider auch gleich diese Box zu zerstören. An Design und Befestigung kann also noch gefeilt werden. REXbike soll noch im Frühjahr in den Handel kommen. 

Das Beach Egg ist ein Strandsafe, in dem man Smartphone, Portemonaie und Autoschlüssel deponieren kann, während man entspannt surfen geht. Denn das Ei schlägt Alarm, trackt den Weg des Diebs und sendet GPS-Daten, wenn es entwendet wird. Sollte es trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen dennoch entwendet werden, ist man versichert. Das Beach Egg soll zum Sommer 2017 auf den Markt kommen. Möglich, dass man es dann auch im Urlaub in seinem Hotel ausleihen kann.

Wearables wie sie gedacht sind: Beim Fraunhofer Institut wird am smarten FitnessShirt geforscht. Hier seht Ihr einen handgenähten Prototypen. In den Nähten ist stromleitender Stoff vernäht, der die Sensoren mit dem Gerät auf dem Rücken verbindet, das die Vitalparameter des Trägers analysiert. Dies hier ist wirklich ein Prototyp, im nächsten Bild seht Ihr schon die Weiterentwicklung. 

Bei der Version, die mit dem Hersteller Ambiotex weiter entwickelt wurde, wird das Gerät nicht mit Druckknöpfen am Rücken, sondern mit Magneten an der Brust befestigt. Ziel ist ein professionelles und dauerhaftes Monitoring von Atmung und Herzfrequenz, zum Beispiel bei Spitzensportlern, aber auch bei Rettungskräften, die in Einsätzen unter Dauerbelastung stehen und deren Herz- und Atemfunktionen mit diesem Shirt kontinuierlich überprüft werden können. Kleiner Haken, der noch beseitigt werden sollte: Der stromleitende Stoff hält keinen hohen Waschtemperaturen stand. 

Wenn es ihm warm ums Herz wird hat jemand an ihn gedacht. "Remember the warm times" heißt dieser Heizschal, der seine Temperatur verändert, wenn sein Träger einen Ort besucht, an dem ein liebender Mensch eine nette Nachricht für ihn hinterlassen hat. Noch ist der Schal ein Studienprojekt von Heike Gabel und Robert Schnüll, Studenten der Hochschule Osnabrück im Fach Interaction Design. Doch vielleicht findet sich ja ein Investor für dieses wärmende Wearable. 

Zugegeben, am Design könnte noch gefeilt werden. Doch Bob Belt ist eine smarte Idee für Menschen, die wieder richtig fühlen möchten, wenn das Geld knapp wird. In Zeiten von virtuellem Bezahlen verliert man häufig das Gefühl für sein Budget. Bob Belt hilft hier, indem er sich enger schnallt, wenn das Budget-Limit erreicht wird. Das hat fast was Philosophisches. Die drei jungen Entwickler Dennis Timmermann, Fabian Schucht und Mathis Krüper von der Hochschule Osnabrück freuen sich sicher über einen Investor, der die Idee mit ihnen weiter entwickelt. 

Zoe ist ein sogenannter Smart Home Hub. Gewissermaßen das Gehirn, die Steuerungszentrale für das Smart Home. Der Clou: Mit Zoe behält der Hausherr die Datenhoheit über alles, was in seinem Haus geschieht. Kein Gerät muss sich mit einer externen Cloud austauschen, kein Hersteller erhält Zugang auf die Daten. "Free your data" ist das Motto der Entwickler aus Hamburg. Zoe hat ihr Finanzierungsziel auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo bereits nach wenigen Tagen erreicht. Fotos: Protonet (denn der Prototyp war leider auf einer anderen Messe)

Streng genommen ist Pepper kein Prototyp mehr: Der kleine humanoide Roboter von Softbanks robotics corp. mit dem "Gehirn" von IBM Watson wurde als Companion Robot, also als Roboter-Gefährte entwickelt und soll dem Menschen in Zukunft als persönlicher Assistent, als Informationsgeber und Gesprächspartner dienen. Also ähnlich wie C3PO aus Star Wars, der Roboter-Mensch-Kontakter. Da der kindsgroße Roboter bisher aber nur in Verkaufsräumen und im Empfang eingesetzt und aufgrund der dort gemachten Erfahrungen weiter entwickelt wird, bis er für den privaten Einsatz bereit ist, nehme ich ihn in die Runde der Prototypen mit auf. Und natürlich auch, weil er so niedlich ist. 

Auf unserem Instagram-Account findet Ihr weitere smarte Impressionen von der Technikmesse in Hannover.

Fotos: Sandra Schink, sofern nicht anders angegeben.

 

Artikelvom  18. März 2016
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