Der Chat ist momentan leider nicht verfügbar

  • ThinkstockPhotos-471656106-SLB.jpg

Smarte Duschsysteme

von Anita Schneiders

Smarte Duschsysteme sind im Kommen. Denn auch der letzte hat begriffen, dass wir Trinkwasser nicht einfach im Ausguss versickern lassen dürfen.

Wasser ist eine wertvolle Ressource. Zahlen verdeutlichen, dass wir damit nicht besonders vorausschauend umgehen. Laut Umweltbundesamt verbrauchen wir pro Person 121 Liter Trinkwasser täglich. Zuviel, erkennen auch Energie-Experten und bieten zunehmend smarte Duschsysteme mit Sparpotential an. Drei neue Projekte haben wir unter die Lupe genommen.

Hydrao:

Hydrao ist ein neues Duschssystem aus Frankreich, das den Wasserverbrauch beim Duschen reduzieren will.

Der smarte Duschkopf verfügt über einen integrierten Chipeinsatz, der den Wasserverbrauch zählt. Der Duschkopf (laut Hersteller standardisiert) lässt sich einfach auf den vorhanden Wasserschlauch schrauben und leuchtet grün, wenn wenig Wasser verbraucht wird (bis 10 Liter). Nach 10 Litern (hier einem mittleren Wasserverbrauch) erscheint blaue Farbe und bei einem Verbrauch von über 50 Litern blinkt das Licht im Duschkopf rot auf.

Der Duschkopf lässt sich über App steuern (Android und IOS kompatibel) , d.h. es können individuelle Farben und Grenzen vergeben werden. Des Weiteren lässt sich hier auch der Wasserverbrauch monitoren. Für den Duschkopf wird keine Batterie benötigt, hat er doch ein kleines Wasserkraftwerk im Inneren, d.h. die LEDs werden durch das durchlaufende Wasser angetrieben. Die Lebensdauer entspricht laut Herstellern der eines normalen Duschkopfs.

Hydrao kostet 79,90 €

EVA Drop

Kennen Sie das Problem? Sie wollen unter die Dusche springen und heiß duschen, die erste Minute kommt aber nur kaltes Wasser raus. EVA Drop, ein smartes Duschsystem, setzt genau hier an. Das Kickstarter-Projekt kommt übrigens aus Kalifornien (USA), wo man seit Jahren aufgrund der inzwischen lebensbedrohlichen Wasserknappheit unter Hochdruck an smarten Lösungen forscht. Ziel ist es Wasser zu sparen, allerdings nicht mit dem Ansatz, die Zeit unter der Dusche zu verkürzen, sondern dort anzusetzen, wo viele Wasser „verschwenden“: beim Aufdrehen des Wasserhahns und dem Warten auf die gewünschte Wassertemperatur.

Eva Drop ist ein viereckiger Kasten, der in der Dusche angebracht wird – an der Wand mit einem Anschluss an der Wasserleitung, der Duschkopf wird dann vorne an dem Kasten angeschraubt. Eva Drop verfügt über einen Sensor, der erkennt, ob eine Person unter die Dusche will oder nicht. Damit wird unnötiger Wasserverbrauch verhindert, Wasser fließt nur, wenn der Sensor aktiviert wird. Bei Betätigung des Wasserhahns wird damit das Wasser im Kasten angesammelt und erst freigegeben, wenn das Wasser die gewünschte Temeperatur erreicht hat und/oder jemand unter der Dusche steht.

Die Gestaltung des Duschsystems entspricht allerdings dem Standard des amerikanischen Marktes, für Deutschland bzw. Europa müsste dieses System entsprechend angepasst werden. Mit der vom Hersteller entwickelten App kann der Nutzer seinen Wasserverbrauch überprüfen und bei Bedarf auch eine Wassermenge vorgeben. Das Duschsystem wird dann bei der nächsten Dusche das Wasser beim Erreichen der Zielvorgabe automatisch kappen.

Erscheinungsdatum: Voraussichtlich im Herbst 2016, Pre-order möglich, 199,00 $ (die Bedingungen sind zu beachten)

amphiro b1

Auch die saubere, umweltbewusste Schweiz beteiligt sich an dem Rennen um smarte Lösungen. Das Unternehmen Amphiro AG hat das System amphiro b1 in der Pipeline. Ziel von b1 ist es, beim Duschen Wasser zu sparen, laut Hersteller hilft b1 jährlich, 4.400 kWh Wärmeenergie und 8.500 Liter Trink- und Abwasser zu sparen. Beim Duschen wird nicht nur der Wasserverbrauch in Echtzeit angezeigt, sondern auch die Temperatur. b1 wird als Verbindungsstück zwischen den Duschschlauch und den Duschkopf geschraubt und besteht aus einem Wasserschlauch mit einem kleinen Monitor. Die Installation ist damit kinderleicht. Der smarte Wasserzähler sendet per Bluetooth 4.0 die Daten an ihr Smartphone.

Guter Coup der Schweizer Genossen? Sie laden ihr Tool emotional auf. Neben Temperatur und Wasserverbrauch verfügt das Display über eine Graphik, die einen Eisbären auf einer Eisscholle zeigt. Bei einem zu hohen Wasserverbrauch schmilzt die Eisscholle auf der der Eisbär sitzt. Und jeder Dauerduscher hat das Gefühl, an der Klimakatastrophe direkt beteiligt zu sein. Schlechtes Gewissen ist hier vorprogrammiert.

Der Wasserzähler benötigt keine Batterie, die Energie wird über Elektronik-Module im Turbinen-Design mit dem durchlaufenden Wasser erzeugt und soll auch Kalk und hohen Einsatztemperaturen (65°C) trotzen.

amphiro b1 gibt es zu einem Preis von 79,90 €

Artikel vom   20. Oktober 2015
Speichern Abbrechen
Ähnliche Artikel