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Smart Gardening – Hightech für den Garten

von Rüdiger Maulko

Mähroboter, Bewässerungsautomaten und Sensoren schicken sich an, die Gartenpflege zu revolutionieren. Wie Ihre grüne Oase smart wird, erfahren Sie hier.

Wir alle lieben ihn: Ein Garten ist Abenteuerspielplatz für die Kinder, Ort der Entspannung und idyllischer Schauplatz sommerlicher Grillabende. Aber es gibt auch die andere Seite: Die Hege und Pflege des heimischen Kleinods ist teils anstrengend und wer einen schönen Garten bevorzugt, muss sich permanent um ihn kümmern. Smart Gardening setzt an dieser Stelle an, mittlerweile gibt es schon eine beachtliche Auswahl an intelligenten Geräten, die den Alltag von lästiger Gartenarbeit befreien sollen.

Mähroboter & Co - Gartenarbeiter der Zukunft

Zu den wichtigsten Playern eines smarten Gartens gehören ein Mähroboter und eine smarte Bewässerungssteuerung, die man sich von verschiedenen Herstellern wie Kärcher oder Bosch kaufen kann. Der Hersteller Gardena bietet seit 2016 ein einheitliches System aus aufeinander abgestimmten Komponenten an, das modular aufgebaut und je nach Bedarf erweiterbar ist. Zum Gardena smart system Set gehören ein Bewässerungsautomat, ein Mähroboter und smarte Sensoren, die wichtige Daten für die Gartenpflege liefern. Hinzu kommt eine digitale Steuerungseinheit, die entweder per Kabel oder WLAN mit dem Router und damit auch mit dem Internet verbunden wird. Einer weltweiten Steuerung smarter Gartenpflege steht somit nichts im Wege. Über Funk koordiniert das Gateway die Abläufe der Bausteine, befehligt den Mähroboter und sorgt nach Vorgaben eines festen Zeitplans für das richtige Timing: Die beste Bewässerungszeit ist zwischen drei und vier Uhr morgens – für jeden Normalsterblichen eine unmenschliche Zeit. Dem Bewässerungsautomaten ist es egal, wann er seinen Job zu erledigen hat.

Eine individuelle Steuerung per Smartphone und App gehört bei Smart Garden-Geräten meist zur Grundausstattung. So kann man bei der Gardena-App wichtige Gartendaten wie Bodenfeuchte, Temperatur und Lichtstärke einsehen und daraufhin die Mähfrequenz optimal an die Witterungsverhältnisse anpassen.

Smart Gardening braucht Planung und Struktur

Damit Smart Garden-Komponenten perfekt arbeiten, sind Voraussetzungen zu erfüllen. Nach dem Kauf ist eine gewisse Einarbeitung in die Software sowie in die Steuerungsabläufe der vernetzten Geräte notwendig. Außerdem sind Veränderungen im Garten unumgänglich. So muss das Revier der meisten Mähroboter durch Begrenzungsdrähte definiert werden, sonst könnte das Blumenbeet überrollt oder versehentlich beim Nachbarn gemäht werden. Für die Bewässerung müssen Leitungen verlegt werden. Die Infrastruktur für das Mähen und Bewässern kann auf- oder unterhalb der Rasenoberfläche installiert werden. Eine gute Planung ist dabei unerlässlich, da der Garten dauerhaft umgestaltet wird und seine Nutzung durch die Veränderungen auch auf längere Sicht nicht beeinträchtigt werden sollte. Die Drähte und Leitungen sind so zu verlegen, dass der Mähroboter möglichst problemlos verwinkeltes Gelände meistern und selbst entlegene Zonen des Gartens erreichen kann. Natürlich ist ein Gartenteich zu umgehen, sonst bleibt es bei einer einmaligen Expedition des Hightech-Mähers.

Um die erholsame Ruhe der heimischen Chillout-Zone zu wahren, sollte man beim Kauf des Mähroboters auf einen geringen Lärmpegel achten. Zum Glück liegt dieser aber oft schon deutlich niedriger als bei den herkömmlichen elektrischen Rasenmähern. Einen anspruchsvolleren Parcours mit Steigungen, engen Passagen oder unebenenem Terrain sollte der kleine Flitzer möglichst problemlos meistern können. Wer einen großen Garten hat, muss sich nach einem Mähroboter mit entsprechender Akku-Power umsehen. Auch die Einsatzzeiten sollten gut überlegt sein. Wer will es sich schon mit dem Nachbarn verderben, der ausgerechnet zur auserwählten Hauptmähzeit sein tägliches Mittagsschläfchen hält? Es ist ratsam, die Mähzyklen an die Spielzeiten der Kinder anzupassen. Das Verletzungsrisiko ist zwar beim derzeitigen Stand der Technik eher gering, theoretisch könnten unbeaufsichtigte Kinder den wuseligen Enkel von R2D2 aber zum Star Wars-Spielzeug umfunktionieren und sich an den rotierenden Messern verletzen. Erfreulich: Eine besondere Einzäunung des Gartens ist nicht nötig. Die futuristischen Rasenpfleger könnten bei unbeaufsichtigter Arbeit zwar Begehrlichkeiten bei Langfingern wecken, sie sind aber mit einem wirksamen Diebstahlschutz wie PIN-Sicherung versehen.

Noch Schwächen, aber Besserung ist in Sicht

Derzeit haben Smart Garden-Systeme und -Komponenten noch gewisse Schwächen. Teils arbeiten sie noch nicht optimal zusammen und reagieren nicht in allen Jahreszeiten und bei jeder Witterungslage bestmöglich auf die Bedürfnisse der Pflanzen. Erste Ansätze für eine intelligentere und flexiblere Gartenpflege sind aber bereits vorhanden. So können die Geräte auf Daten von Sensoren zurückgreifen, die etwa Auskunft über die Boden- und Luftfeuchtigkeit geben. Signalisieren diese etwa einen zu trockenen Rasen, kann auch unabhängig vom Zeitplan bewässert werden. Melden die Sensoren zugleich eine starke Sonneneinstrahlung, wird ein anderer Zeitpunkt gewählt, da der Rasen sonst Schaden nehmen könnte. Die Firma viRaCube hat momentan ein sensorgesteuertes System am Start, das definierte Bewässerungszonen bedarfsgerecht mit der richtigen Wasserdosis versorgt. Besonders durstige Pflanzen erhalten dadurch mehr, genügsamere Sorten entsprechend weniger Wasser. Besteht kein Bedarf, wird nicht bewässert.

Preis versus Nutzen

Die innovative Technik hat zwar ihren Preis, dieser sollte aber mit den Vorteilen automatisierter Gartenarbeit relationiert werden. Dem Anschaffungspreis beispielsweise für ein Gardena smart system Set - aktuell ca. 1800 Euro - steht ein Plus an Lebensqualität und Freizeit im Alltag gegenüber. Bei längeren Reisen ist man nicht mehr auf die Hilfe von Freunden oder Nachbarn angewiesen und kann übers Internet die heimische Gartenpflege organisieren. Auch sind Mähroboter für ältere Menschen, denen körperliche Arbeit schwer fällt, eine echte Erleichterung. Allergiker können ebenfalls von der smarten Technik profitieren, da sie die Allergene auf Abstand halten können. Intelligente Gartenpflege ist oft auch effizienter, denn nicht jeder hat einen grünen Daumen. Um weitere Kaufanreize zu schaffen, achten die Hersteller neben Komfortsteigerung auch auf Kosteneinsparungen und ökologische Aspekte. viRaCube z. B. nutzt für die Bewässerungssteuerung umweltfreundliche Solarenergie zum Nulltarif. Bei der Rasenpflege setzen die meisten Anbieter auf sogenannte Mulchmäher, die das abgeschnittene Gras feingehäckselt auf dem Rasen deponieren. Eine mühevolle Entsorgung entfällt, das Gemähte bleibt einfach liegen und fungiert so als Bio-Dünger, der mit natürlichen Mitteln auf Dauer die Rasenqualität verbessert. Der GreenIQ Smart Garden Hub spart Wasser und damit auch Kosten, indem er aktuelle Wetterberichte in eine flexiblere Bewässerungssteuerung einbindet.

Die vielversprechenden Ansätze weisen den Weg: Autonomie, Effizienz und Flexibilität der Systeme werden sicherlich weiter zunehmen und den „Smartness-Faktor“ in den nächsten Jahren noch deutlich steigern. Es ist davon auszugehen, dass speziell das intelligente Zusammenspiel der Systemkomponenten kontinuierlich optimiert und die Funktionsvielfalt von Apps und Geräten zunehmen wird.

Die große Langeweile?

Keine Angst, langweilig wird die grüne Oase nie. Selbst im Hightech-Garten müssen wir weiterhin Hecken schneiden, Unkraut jäten, Beete anlegen und Löcher buddeln. Und dann ist da ja immer noch die Technik, die natürlich auch nicht gänzlich ohne Zuwendung auskommt, wenn etwa der Mähroboter mal wieder zu warten ist. Oder man kauft sich von Zeit zu Zeit einfach neue smarte Komponenten, die dann die Aufmerksamkeit fordern und den Garten weiter aufwerten. Empfehlenswert ist etwa die Gartenleuchte LIGHTIFY Gardenspot Mini RGB, die via App steuerbar ist und an lauen Sommerabenden stimmungsvolle Lichteffekte erzeugt. Die energiesparenden Mini-Spotlights sind kompatibel mit der EinfachSmart Home Base, die zukünftig noch weitere smarte Gartengadgets steuern kann. 



Artikel vom   20. April 2017
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