Zum Chat

  • ThinkstockPhotos-611756104-SLB.jpg

Sechs Fahrrad-Apps für Outdoor-Freunde

von Lena Ingers

Egal, ob in der Stadt, im Ausland oder Querfeldein: Diese Fahrrad-Apps helfen bei der Reise-Vorbereitung und lassen Sie auch unterwegs nicht im Stich. 

Als begeisterter Radfahrer bewegt man sich oft auf unbekannten Wegen. Gerade unter Outdoor-Abenteurern gilt Open Street Maps als eine echte Alternative zu Google Maps. Denn dank einer weltweit aktiven Community weist das Open Source-Projekt gerade die schmalen Pfade abseits der Hauptverkehrswege deutlich zuverlässiger aus. Die Bedienung der dazugehörigen App Open Street Maps for Android (OSMAnd) ist leider alles andere als intuitiv. Doch wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, bietet OSMAnd mehr Informationen und Möglichkeiten als jede andere Navigationsapp. So lassen sich zum Beispiel verschiedene „Points of Interest“ herausfiltern und auf der Karte anzeigen. Egal, ob man nun einen schnellen Imbiss, eine öffentliche Toilette, den nächsten Bahnhof, eine Fahrradwerkstatt, einen Briefkasten oder ein Krankenhaus für den Notfall sucht – die App hilft in jeder Lebenslage weiter. Das Kartenmaterial ist auf allen Kontinenten ausgesprochen detailliert und wird monatlich aktualisiert. Vor einer Reise ins Ausland sollte man sich eine Offline-Karte seiner Zielregion aufs Handy herunterladen. So spart man sich die Roaming-Gebühren. In der Basisversion sind bis zu sieben Karten kostenlos. Danach lohnt sich ein Update auf die Vollversion für 3,49 €.

Mit der Fahrrad-App Komoot kann man seine Route bequem auf dem Computer planen und Freunde dazu einladen. Unterwegs steckt man das Handy mit der Live-Navigation am besten in eine Halterung. So verpasst man keine Abzweigung. Und wenn unterwegs auf dem platten Land einmal das Funksignal verloren geht, navigiert Komoot ganz einfach offline weiter. Das Programm zeichnet die gefahrene Strecke, Fahrdauer, Höhenmeter, Geschwindigkeiten und Daten zur Straßenbeschaffenheit auf. Wer möchte, kann seine Route anschließend veröffentlichen und Highlights mit Fotos hervorheben. Komoot bietet außerdem kuratierte Touren zu lohnenswerten Zielen im deutschsprachigen Raum, Italien und Spanien an. Eines der besten Features dieser App: Die ausgewählte Tour wird automatisch mit einem Schwierigkeitsgrad versehen und man erfährt mehr zur Wegbeschaffenheit und dem erforderlichen Fitness-Level. So weiß man schon vor der Abfahrt genau, worauf man sich einlässt. Die Basisversion ist kostenlos. Mit kostenpflichtigen Downloads lassen sich Zusatzoptionen freischalten.

Auch bei Naviki gibt man einfach seinen Start- und Zielpunkt ein und Naviki findet die beste Route, die auf die Bedürfnisse des Fahrers zugeschnitten ist. Sechs verschiedene Optionen stehen zur Auswahl: Mountainbike, Rennrad, S-Pedelec, Alltag, Freizeit oder die kürzeste Strecke. Diese App bietet nicht ganz so viele Funktionen wie Komoot, kommt dafür aber aufgeräumter und übersichtlicher daher.  

Auch im Alltag nützlich: Spezielle Fahrrad-Apps finden die sicherste und schönste Route durch den Großstadtdschungel

Mit Bike Citizens finden sich Radler auch in einer fremden Stadt gut zurecht. Dabei vertrauen die Macher auf die Erfahrung von Fahrradkurieren. Bike Citizens bevorzugt gut ausgebaute Radwege und Nebenstraßen; viel befahrene Hauptstraßen werden gemieden. So navigiert die App schnell und sicher durch den Großstadtdschungel. Mehr als 350 Orte in Europa, Australien und den USA hat die App bereits gelistet. Touristen werden dadurch ermuntert, ihr Reiseziel auf dem Sattel zu erkunden. Als Partner haben sich die Erfinder dann auch konsequenterweise die Fahrradverleihe nextbike und Call-A-Bike an Land gezogen. Das Basispaket kostet knapp fünf Euro. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich die Stadt „freizustrampeln“: Wer 100 Kilometer in 30 Tagen mit eingeschalteter App radelt, kriegt die Funktionen kostenlos aufs Handy. 

Bei Map My Ride handelt es sich um noch eine Routenplanungsapp, die allerdings ihren Fokus auf Fitness legt. Hier kann der Nutzer unter anderem Trainingspläne erstellen, Kalorien zählen und sich mit seinen Freunden messen. Neben den Tracking-Daten lassen sich auch die Ernährungsgewohnheiten dokumentieren und Trainingsfortschritte beobachten. Wer sich den ausgerufenen „Challenges“ stellt, kann sogar Preise gewinnen. Wem also bisher die Motivation gefehlt hat, sich ehrgeizige Ziele zu setzen, der findet sie hier! Die Pro-Version für drei Euro ist werbefrei. Mit der Jogger-App Runtastic schlägt man übrigens zwei Fliegen mit einer Klappe, denn diese Anwendung eignet sich ebenso gut als Trainingstagebuch für ambitionierte Biker.

Die Fahrrad-App Streetlife BERLIN entstand als ein Testpilot im Rahmen eines Forschungsprojekts am Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR). Der fahrradfreundliche Routenplaner will dazu anregen, auf umweltfreundliche Fortbewegungsmittel umzusteigen und setzt dabei auf spielerische Anreize. Denn für jeden mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer sammeln die Nutzer Punkte. Leider ist die Zukunft der App ungewiss, da das Forschungsprojekt abgeschlossen ist. Doch das Startup MotionTag schickt sich an, in ihre Fußstapfen zu treten. Deren App zeigt dem Nutzer, welchen CO2-Fußabdruck er in seinem alltäglichen Mobilitätsverhalten hinterlässt und wieviele Kilometer er zurückgelegt hat. Gut für‘s Gewissen und die Gesundheit!  

Artikel vom   03. Januar 2017
Speichern Abbrechen
Ähnliche Artikel