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Roboter fürs Fensterputzen: Funktioniert das?

vonSönke Jahn

Funktioniert das wirklich, einen Roboter auf das Fensterputzen loszulassen? Die Firma Sichler hat einen Fensterputz-Roboter auf den Markt gebracht, der streifenfrei für klaren Durchblick sorgen soll.

Es gibt Putzjobs im Haus, die stehen alles andere als hoch im Kurs. Laut Studien über die unbeliebtesten Hausarbeiten rangiert Fensterputzen neben Bodenwischen dabei auf den ersten Plätzen. Deswegen klingt die Idee einer automatischen Scheibenreinigung zunächst auch mehr als sexy. Die Funktionsweise des Fensterputz-Roboters ist einfach: Man drückt ihn einfach mit der Unterseite an die Fensterscheibe, schaltet ihn mit dem Kippschalter ein und das Gerät saugt sich mit seinen beiden Kunststoffringen, über die Reinigungspads in Mikrofaser gezogen wurden, fest. Mit deutlich vernehmbaren Staubsaugerbrausen erzeugt dieser Windows Cleaner einen Unterdruck, dank dem er der Schwerkraft trotzt und sich festsaugt, anstatt wie ein Stein herunter zu plumpsen.

Klar, dass das nicht ohne Netz und doppelten Boden funktioniert. Der 29 Zentimeter lange, 15 Zentimeter breite und zwölf Zentimeter hohe Kerl muss mit seinem (mitgelieferten) Verlängerungskabel also permanent an der Steckdose hängen, weil seine Ansaugdüsen nur unter Strom leistungsfähig sind. Zudem empfiehlt der Hersteller, ihn mit einer ebenfalls mitgelieferten Sicherungsleine an einen Sicherungshaken zu hängen, damit er im Falle eines Falles nicht am Boden zerschellt. Darin allerdings besteht der erste Denkfehler. Denn was den Apparat sichern soll, schränkt ihn auch ein. Sobald die Sicherungsleine zu wenig Spiel hat, rotiert der Roboter auf der Stelle. Außerdem hat nicht jedes Fenster Haken oder Stangen, an denen man das Sicherheitsseil befestigen kann.

Fensterputz-Roboter mit Rahmenbedingungen

Nach dem Start bewegt sich der Fensterputz-Roboter auf den beiden abwechselnd rotierenden Scheiben übers Glas; seitwärts irgendwie humpelnd, indem er erst die obere Hälfte etwas zur Seite neigt und dann die untere Hälfte nachzieht und immer so weiter. Bis er an den Fensterrahmen stößt und leicht in der Höhe versetzt wieder kehrt macht. Hoch und runter klettern kann der Kerl auch: Dafür dreht er sich um 90 Grad in die Waagerechte und rudert dann – abwechselnd links, rechts, links, rechts seine Putzscheiben rotieren lassend – nach oben oder nach unten. Er schafft so einen Quadratmeter Scheibe in knapp fünf Minuten. Richtig schnell ist etwas anderes.

Einen Fensterrahmen (zur Orientierung) setzt diese Putzmaschine ebenso zwingend voraus wie eine zu putzende Scheibe ohne störende Aufkleber oder Beschädigungen. Aber auch feucht darf sie nicht sein. Der Hersteller empfiehlt, den Automaten nur an trockenen, sonnigen und nicht an feuchten, regnerischen Tagen einzusetzen. Und festsitzenden Dreck zuvor mit einem trockenen Tuch per Hand abzurubbeln. Denn mit nassen Putzpads erzeugt der Roboter anfangs nicht nur wellenförmige Putzstreifen, er kommt schließlich ins Rutschen und glitscht sinnig quer übers Glas hinab an den unteren Scheibenrand.

Der Nutzen des fensterlnden Roboters im Klartext

Dieses Hightech-Helferlein poliert saubere Fenster an sonnigen Tagen, kommt dabei mit seinen runden Putzscheiben aber nicht bis in die Ecken. Der Tag, an dem die Maschinen die Macht übernehmen, kommt also offenbar noch später, als bislang von diversen Science fiction-Autoren angenommen. Denn weiterhin scheitern Roboter an den banalsten Dingen. Hier etwa an der Aufgabe, ein Fenster komplett autonom, streifenfrei, sicher und stressfrei zu putzen. Auch das bleibt also weiterhin an uns hängen. Hier gibt's einen Clip zum Produkt:

Bezugsquelle: Pearl, www.pearl.de
Bestell-Nr. NC-5805
Preis: UVP 329,90 Euro.

Fotos: oben © Thinkstock / sonstige © Presse www.pearl.de

Artikelvom  06. Juni 2015
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