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Rauchmelder-Pflicht 2017: 5 Fakten sollten Sie kennen

vonFranziska Wischmann

In einigen Bundesländern wie NRW tritt im neuen Jahr die Rauchmelderpflicht in Kraft. Jede Wohnung muss mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Hier lesen Sie mehr dazu!

Man liest es immer wieder: Immer noch sterben Menschen, weil sie keine Rauchmelder zu Hause installiert haben. Sie werden nachts im Schlaf vom Schwelbrand oder Feuer überrascht und verlieren ihr Leben, weil sie nicht rechtzeitig gewarnt werden konnten. Die Zahl der Todesopfer liegt im Schnitt bei 600 pro Jahr, die Verletztenrate ist um ein vielfaches höher. Was nur wenige wissen: 95 Prozent der Todesfälle sind auf eine Rauchgasvergiftung zurück zu führen. Ein Frühwarnsystem hätte dies ganz einfach verhindern können.

Deswegen gibt es seit mehreren Jahren bundesweit Bemühungen, flächendeckend alle Wohnungen und Häuser mit Rauchmeldern auszustatten. Was für Neubauten in fast allen Bundesländern bereits seit Jahren verbindlich ist, wird jetzt auch für bestehenden Wohnraum verpflichtend. Ausnahme sind Berlin, Brandenburg und Sachsen. Dort gibt es für Bestandswohnungen noch keine verbindlichen Regelungen. Sie sollen erst 2020 umgesetzt werden.

Dabei zeigen Beispiele anderer Länder wie Großbritannien und die USA, wie einfach Rauchmelder Leben retten können. Auf den britischen Inseln besteht die Rauchmelderpflicht seit 1992 – die Zahl der Todesopfer ist dadurch um 40 Prozent zurückgegangen. Ähnlich gute Quoten können die Amerikaner verzeichnen. Dort gibt es das Gesetz in einigen Bundesstaaten bereits seit 1970, was ebenfalls dazu geführt hat, dass 40 Prozent weniger Menschen einem Brand zum Opfer fielen.

Grund genug, das Thema aktiv anzugehen und für mehr Sicherheit im Haus zu sorgen. Ein bisschen so ist es wie mit dem Anschnallen im Auto. Mit der Sensibilisierung für das Thema kommt die Eigenverantwortung! Und noch etwas: Rauchmelder sind mit durchschnittlich 20 Euro nicht teuer. Und es ist extrem einfach, sie zu installieren. Nehmen Sie Ihre Sicherheit selbst in die Hand und schützen Sie sich, wenn Sie noch keine Rauchmelder in Ihrem Haus haben sollten.

In welchen Zimmern müssen Rauchmelder installiert werden?

Dort, wo man am häufigsten nachts von Schwelbrand und Feuer überrascht werden kann – also in allen Kinderzimmern und Schlafzimmern. Auch Flure, die als lebenswichtige Rettungswege dienen, müssen künftig mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Es empfiehlt sich, darüber hinaus auch Wohnzimmer und Arbeitsräume damit auszurüsten. Viel hilft viel. Küche und Garage allerdings bilden eine Ausnahme, weil dort natürlich entstehende Dämpfe Fehlalarm auslösen können. Experten empfehlen jedoch, in der Küche so genannte Hitzemelder anzubringen. Denn die Küche gilt immer noch als Hochrisikobereich bei der Entstehung von Bränden.

Wo genau sollten Rauchmeldern angebracht sein?

Möglichst zentral und an der Decke, lautet die Regel. Der Abstand zu Wänden und Ecken sollte mindestens 50 Zentimeter betragen, weil der Rauch sonst nicht von allen Seiten in die Rauchkammer dringen kann. Bei Dachschrägen müssen die Geräte ebenfalls in waagerechter Ausrichtung installiert sein, weil der Rauch sonst durch die Rauchkammern hindurch ziehen kann, ohne einen Alarm auszulösen. Wenn direkt unter dem Rauchmelder Schränke oder Regale stehen, könnte das ebenfalls das Ergebnis beeinflussen.

Wer ist für Installation und Wartung verantwortlich?

Leider ist dies wie bei der Gesetzgebung zur Rauchmelderpflicht von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Mitunter gibt es gar keine eindeutige Regelung. Zwar kann man sagen, dass in fast allen Bundesländern Eigentümer und Vermieter für die Installation verantwortlich sind. Der vermietete Wohnraum muss also von Vermieterseite mit Rauchmeldern ausgerüstet werden. Allerdings ist die Wartung nicht eindeutig geklärt.

Lebensdauer von Rauchmeldern

Die meisten Rauchmelder sind heute mit einer Lithium-Langzeitbatterie ausgestattet, die bis zu 10 Jahren durchhalten kann. Das macht die Geräte äußerst wartungsarm. In der Regel gibt es einen Hinweis, wann ein Batteriewechsel ansteht oder der Rauchmelder ausgetauscht werden muss, weil sich die Langzeitbatterien nicht herausnehmen lassen. Viele moderne Rauchmelder haben eine Batterieüberwachungsfunktion und senden ein Signal, wenn sich die Lebensleistung der Batterien dem Ende zuneigt.

Funk-Rauchmelder sind besonders sicher

Smart sind per App gesteuerte Rauchmelder, die sich über Funk mit anderen Rauchmeldern vernetzen und so überall im Haus Alarm auslösen können. Der HomeMatic Rauchmelder von eQ-3 etwa kann sich sogar mit Lichtquellen verbinden, so dass nicht nur akustische Signale im ganzen Haus losgehen, sondern auch Lampen zu blinken beginnen. Über die EinfachSmart Home Base kann man die Nachricht eines Feueralarms im Haus auf seinem Smartphone empfangen und bei Bedarf sofort die Feuerwehr alarmieren.

Artikelvom  12. Dezember 2016
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