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Programmieren lernen: Kinder, ist das kreativ!

von Franziska Wischmann

Einfach immer nur daddeln auf dem Smartphone? Das ist auf Dauer ganz schön stumpf. Die Idee, dass Kinder spielerisch programmieren lernen, ist deswegen vielversprechend.

Die User werden immer jünger. Jüngsten Studien von Statista zufolge besitzen 23 Prozent der 6jährigen ein Handy. Bei den 7jährigen sind es fast 30 Prozent. Lange bevor sie lesen und schreiben können, wissen die Kleinen schon ein Smartphone zu bedienen und zoomen und swipen wie die Großen. Kein Wunder, dass der Markt für Kinderspiel-Apps immer größer wird. Zig tausende Apps konkurrieren auf allen Betriebsprogrammen um die Aufmerksamkeit dieser Zielgruppe.

Auch wenn einige Psychologen das kritisch sehen, gibt es Tendenzen, die in eine vielversprechende Richtung gehen. Denn immer mehr Entwickler bemühen sich, Kinder aus dem reinen Konsummodus herauszuholen und sie zu mehr kreativen Ansätzen zu animieren. Kinder sollen spielerisch mit Technik umgehen lernen. Mit digitaler Technik. Die Idee dahinter: Die »Digital Natives« der nächsten Generation können heute ganz einfach programmieren lernen oder mit 3D Druckern selbst entworfene Figuren drucken. Wir haben uns den Markt einmal angeschaut und stellen vier ganz schön kreative Trends vor.

TinkerToy: Spielzeug aus dem 3D-Drucker

Spielfiguren haben mitunter eine kurze Halbwertszeit. Kaum hat man sie im Kinderzimmer, verlieren sie an Reiz. Das ändert sich, wenn der Weg zum Ziel wird – also wenn Kinder selbst zum Designer werden und ihr eigenes Spielzeug entwerfen können. Genau das ist die Idee von TinkerToy. Das Team hat eine kindgerechte Konstruktionssoftware entwickelt, die es Kindern ermöglicht, auf dem Computer, Tablet oder Smartphone ihre eigene Fantasiewelt zu kreieren. Die Entwürfe können sie per Mail an TinkerToy schicken. Dort werden sie im sogenannten Rapid Prototyping gedruckt und danach an die kleinen Konstrukteure zurückgeschickt. Kinder lernen auf diese Weise, spielerisch mit Designprogrammen wie Photoshop umzugehen. Für die Produktion der beweglichen Figuren, Tiere und Häuser werden übrigens biologisch abbaubare Kunststoffe aus Maisstärke verwendet. Auch die Farbstoffe sind frei von Weichmachern. In drei Städten, Berlin, Hamburg und Leipzig gibt es Designstationen, in denen Kinder sich treffen, unter Anleitung gemeinsam kreativ werden und noch vieles lernen können. Weitere Städte sollen folgen.

Da Vinci Drucker für Schulen

In die gleiche Richtung geht der Ansatz, der sich mit den 3D-Druckern aus der Serie da Vinci Color realisieren lässt. Diese Firma bietet mit dem XYZmaker eine 3D-Designsoftware an, die über eine große Auswahl an Werkzeugen und Modellbibliotheken verfügt. Mit Online-Schritt-für-Schritt-Anleitungen kann man eigene Spielfiguren, Masken oder Objekte kreieren. Das Besondere an diesem Verfahren: Die Drucker können dank winziger Absorption von Tintentröpfchen Vollfarbdrucke herstellen, die Objekte sind also nicht einfarbig, sondern können wunderhübsch gestaltet werden. Auch hier bestehen Kunststoff und Farben aus biologisch abbaubaren PLA-Materialien. Die kleinsten Versionen der Drucker-Serie liegen preislich bei 299 Euro und sind somit auch sehr attraktiv für den Kunstunterricht in Schulen.

Lego Boost: animierte Plastikklötzchen

Auch der Klötzchenhersteller aus Dänemark setzt neuerdings auf digitale Uploads. Mit Lego-Boost lässt er 7 bis 12 jährige Kinder erste Programmiererfahrungen sammeln. Im Set enthalten sind 843 Lego Bausteine. Zu der Zentraleinheit, dem Boost Hub, gehören ein kombinierter Farb- und Entfernungssensor und ein interaktiver Motor, der mit AAA.Batterien betrieben wird. Dazu gibt es eine kostenlose App, mit der die Kleinen fünf verschiedene Beispielroboter schaffen und animieren können. Basismodelle sind Frankie the Cat, eine Gitarre, ein Multi-Tool-Rover sowie ein Autobuilder. Aber natürlich können die Kinder auch eigene Lego-Modelle boosten.

Programmieren lernen mit Minecraft 

Minecraft liegt bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs. Das hat sich noch gesteigert, seit sie mit so genannten Mods das Computerspiel ganz einfach programmieren können. Mods sind quasi Erweiterungen, mit denen sich das Spiel noch präziser eigenen Wünschen anpassen lässt. Der positive Nebeneffekt: Man kann den Nachwuchs spielerisch in die Welt der Programmierung einführen und sie animieren, selbst kreativ tätig zu werden. Das gelingt selbst kleinen Kindern, die weder Englisch sprechen noch gut tippen können. Auf der Site Computercraftedu.com gibt es kleine programmierbare Turtle-Robots, die aussehen wie kleine grüne Klötzchen. Man kann sie ganz einfach durch grafische Befehle programmieren, die per Drag-and-Drop von einer Toolbox in ein Gitter gezogen werden. Die Turtels lassen sich drehen und in die unterschiedlichsten Richtungen schicken. Sie können, mit einem speziellen Tool ausgestattet, sogar Materialien abbauen und diese als Treppen, Tunnel oder Gebäude wieder aufbauen. Der Fantasie der kleinen Programmierer sind keine Grenzen gesetzt. Für die Älteren ist die Plattform Code.org eine wahre Wundertüte. Jugendliche können mit zahllosen Spielen die Grundlagen des Programmierens lernen. Besonders gut: Neben vielen Übungen zur Erstellung neuer Konzepte hält die Site auch viele Erklärvideos bereit, die bei weitem nicht nur Minecraft beinhalten. Auch andere bekannte Spiele wie Angry Birds oder Star Wars sind mit am Start.

Artikel vom   26. Oktober 2017
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