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Old but smart: Unabhängig im Alter dank Vernetzung

von Sandra Schink

Die Menschen werden immer älter und bleiben auch im Alter fit. Trotzdem steigt das Bedürfnis nach Sicherheit und Unterstützung. Was tun, wenn die Familie weit weg wohnt und man sich für das Seniorenheim zu fit fühlt?

Machen wir uns nichts vor, meine Damen und Herren: Am Altern kommen wir nicht vorbei. Beulen und Kratzer werden wir haben, und auch wenn wir uns dann geistig immer noch wie ein Sportwagen fühlen: Unsere Karosserie und unser Motor wird auch dann schwächeln, wenn wir ihn bis dato immer scheckheftgepflegt haben. Und so verlangt es mit der Zeit nach immer mehr Aufmerksamkeit auf unsere Verschleissteile, und wenn das Getriebe nicht mehr ganz rund läuft und die Scheinwerfer trübe werden, dann ist es vielleicht Zeit für ein kleines smartes Tuning.

Wie wir smart zu liebevoll gewarteten Oldtimern werden

Der Vergleich mit einem Auto hinkt? Nun, nur zum Teil. Während es bei Oldtimern nämlich schwierig mit der Diagnose wird, wenn in der Werkstatt nur noch ein Mechatroniker mit Laptop neben dem alten 8-Zylinder-Motor steht und verzweifelt die Schnittstelle für die elektronische Fehler-Analyse sucht, können wir einige unserer Körperfunktionen mit smarten Gadgets selbst checken und die Auswertung ein Stück weit eigenständig im Blick haben. Und das hilft ungemein um Kolbenfresser zu verhindern. Vor allem dann, wenn auch noch eine Fernwartung möglich ist.

Es gibt verschiedene Apps, Gadgets und Dienste, die uns auf einfache Weise helfen auch mit unseren Verschleisserscheinungen gut durch den Tag zu kommen und die notfalls Alarm auslösen, wenn der Motor auf einmal nur noch rumrödelt.

Werkzeuge für Analyse und Fernwartung

Möglichkeiten gibt es viele, vom einfachen Senioren-Smartphone mit Notfallknopf bis zum komplex vernetzten seniorengerechten Smart Home wurde schon alles erdacht. Für die einen ist es eine Frage des Geldes und wie ernsthaft man das Gesundheitsscanning betreiben will und muss, für die anderen ist der engmaschige Check bestimmter Werte und die Möglichkeit im Zweifel schnell einen Verwandten, seinen Arzt oder gar einen Notarzt rufen (lassen) zu können, essentiell für ein selbstbestimmtes Leben trotz lebensbedrohlicher Leiden wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Gesundheitscheck für Einsteiger

Wer bereits ohne nennenswerte Erkrankungen aus reinem Interesse seine Werte wie Blutdruck, Gewicht, Bewegung im Blick halten möchte, ist mit Geräten wie zum Beispiel dem Smart Body Analyzer, der smarten Körperanalysewaage von Withings  schon gut bedient. Dazu das passende Blutdruckmessgerät, das Fieberthermometer, der Pulstracker, alles verbunden mit der gemeinsamen App, und man hat ungewöhnliche Schwankungen ganz gut im Blick, auch wenn man wissen sollte, dass diese Geräte für den Privatgebrauch - wie zum Beispiel auch aus dem Sortiment von Philips - nicht bei allen Messungen präzise arbeiten können. Denn die Messungen der Körperanalysewaagen über die Fußsohlen für Cardio-Werte und Körperfett scheitern schon mal an zu trockenen Füßen oder dicker Hornhaut. Wer zuverlässige und vergleichbare Werte benötigt, sollte auf etwas präzisere Lösungen wie das Blutdruck-Messgerät von Beurer mit EKG-Funktion zurück greifen. Fakt ist: Auch wenn bei der Anschaffung der Geräte schon ein ordentliches Sümmchen zusammen kommen kann, so ist man damit erst mal gut versorgt, solange keine ernsthaften Erkrankungen vorliegen.

Wer es wirklich präzise braucht: EKG to go


Mobiles appgesteuertes EKGManchmal geht es nicht anders: Dann ist eine engmaschige Überwachung des Herzens unerlässlich. Langzeit-EKG und Ereignisrekorder werden dann zum dauerhaften Begleiter, diese professionellen medizinischen Geräte sind aber kompliziert zu händeln und die Werte von Laien schwer einzuordnen. Eine Alternative bietet CardioSecur Active, ein mobiles App-gesteuertes EKG mit nur vier Elektroden, das einfach mit dem passenden Kabel ans eigene Smartphone oder Tablet angeschlossen wird. Nach der Erstellung eines Referenz-EKGs, am Besten mit seinem Arzt, werden die Werte der folgenden Messungen damit verglichen. Bei starken Auffälligkeiten kommt dann sofort eine Handlungsempfehlung aufs Display. 

Smartphones, Kameras und Knöpfe gegen die Angst vor dem Fallen

Viele ältere Menschen, die alleine leben, haben vor allem davor Angst, in ihrer Wohnung zu stürzen und sich so zu verletzen, dass sie nicht mehr alleine aufstehen können - und dass sie dann niemand zeitnah findet. Ein einfach zu bedienendes Senioren-Smartphone wie das Doro 8031 kann ein erstes Mittel für mehr Sicherheit sein. Die wichtigsten Nummern von Kindern oder Hausarzt sind mit einem Tip auf das Display gewählt, und ein Notfallknopf auf der Rückseite löst einen Alarm aus, der bei allen vorher festgelegten Kontakten eingeht. Das Smartphone ist hörgerätekompatibel, kann von Angehörigen ferngewartet und -eingerichtet werden und ermöglicht es auch weniger technikaffinen Herrschaften einfach im Internet zu surfen oder E-Mails zu versenden.

Wem das noch nicht genug ist, der installiert eine smarte Kamera wie den Smartfrog oder die Withings 360 in der Wohnung, und gewährt Angehörigen den Zugang per App, damit diese auch von Ferne nachschauen können, wenn man sich zu lange nicht gemeldet hat und nicht ans Telefon geht. Dazu gehört aber natürlich Vertrauen zu seinen Angehörigen.

Sicherheit und Privatsphäre erhalten

Dieser Einblick in die Privatsphäre geht Ihnen zu weit? Dann besorgen Sie sich einfach einen Knopf. Notfallsysteme, die beim Auslösen einen Notdienst alarmieren, gibt es schon lange und viele. Dabei hat man ein Abo für eine Hotline zu Diensten wie der Johanniter Unfallhilfe oder dem Malteser Hilfsdienst, GoSafe Lifeline Prototyp auf der Medica Previewdie bei Alarm zunächst über eine Rücksprechanlage versuchen Kontakt mit dem Hilfesuchenden aufzunehmen und dann gegebenenfalls jemanden schicken, der die nötigen Maßnahmen ergreifen kann.

Doch was, wenn man diesen Notfallknopf nicht mehr erreichen kann? Philips bringt zwei Anhänger raus, die man ständig um den Hals tragen kann - selbst beim Duschen. Fällt man und steht nicht mehr auf, löst der Alarm automatisch aus, wenn man ihn nicht selbst innerhalb einer bestimmten Zeit drückt. Zunächst meldet sich dann über einen integrierten Lautsprecher der Philips Hausnotruf und der schickt dann Hilfe, wenn es notwendig ist. GoSafe Lifeline heißt das System, ein Anhänger ist nur für den Hausgebrauch und ab November 2016 zu beziehen, der andere - mit SIM-Karte und GPS ausgestattet - kommt 2017. Mit ihm ist man dann auch unterwegs sicher, und man kann wirklich überall gefunden werden.

Philips GoSafe Lifeline ist in den USA bereits im Einsatz

Rundumsorglos und komfortabel: Smartes Zuhause mit AAL

Wer heute baut oder eine Haussanierung plant oder wer seine Wohnung mit AAL-Systemen ausstatten möchte, sollte sich eingehend von einem Smart-Home-Berater aufklären lassen, bevor er loslegt. AAL, das ist die Abkürzung von Ambient Assisted Living, oder auf deutsch: Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben. Die Möglichkeiten hier sind weitreichend, sowohl von den einsetzbaren Technologien als auch von den Diensten, die man modulweise nach Betreuungsbedarf hinzubuchen kann. Ein Beispiel ist der Smart-Home-Anbieter digitalSTROM, der mit seiner Systemlösung hohe Gestaltungsflexibilität und Kompatibilität mit vielen Geräten ermöglicht. digitalSTROM kooperiert mit dem Betreuungsdienst Servaris, der vom Notfallservice bis zur House Keeping viele Pakete für die Bedürfnisse von Senioren schnüren kann. Entsprechend staffeln sich die Preise.

Umfassenden und aktuellen Überblick über komplexe und individuelle Lösungen bieten unabhängige Smart-Home-Berater, die zum Beispiel über die Smart-Home-Initiative Deutschland zu finden sind. 

Damit der Motor läuft und läuft und läuft

Natürlich werden auch smarte Technologien nicht verhindern, dass unser Motor eines Tages verrecken wird. Wohl dosiert und passend eingesetzt können sie uns aber bei der Pflege und der Wartung helfen und damit dafür sorgen, dass er noch lange läuft und läuft und läuft...

Artikel vom   04. Oktober 2016
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