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Netatmo Wetterstation – Daten für Ihr Smart Home

von Sandra Schink

Die Netatmo Wetterstation kann mehr für Sie tun als einfach nur das Wetter aufzuzeichnen. Hier lesen Sie mehr zu den Möglichkeiten der Netatmo Wetterstation!

"Was soll ich denn mit einer eigenen Wetterstation?" werden Sie sich vielleicht denken. Es gibt doch genügend verschiedene Wetter-Apps für das Smartphone. Macht es wirklich Sinn, eine eigene Wetterstation in den Garten zu stellen, die mir per Pushbenachrichtigung mitteilt, dass es regnet? Danke, dafür reicht doch ein Blick aus dem Fenster. Und wenn ich nicht zuhause bin, kann ich darauf sowieso nicht reagieren. Oder?

Mit gutem Gefühl das Wochenendhaus verlassen

Nun gibt es aber tatsächlich Anwendungen, bei denen der Einsatz von hyperlokalen Wetterinformationen Sinn ergibt. Wer zum Beispiel ein Wochenend- oder Schrebergartenhäuschen hat, der kennt das Gefühl der Unruhe, wenn man einige Zeit nicht da ist, um nach dem Rechten schauen zu können: Vielleicht stürmt oder regnet es, und es wäre besser, die Rollläden zu schließen. Oder möglicherweise regnet es überhaupt nicht, vielleicht sollte man den Nachbarn grundsätzlich bitten, den Garten IMMER mit zu bewässern? Aber das will man ja dann auch nicht. Und was ist, wenn eingebrochen wird? Klar, da wäre eine Alarmanlage das Beste. Vielleicht tut es aber auch eine kleinere Lösung.

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Schlicht und schick statt rustikal

Die Grundausstattung dafür ist die Netatmo-Wetterstation mit Innen- und Außensensor. Die beiden Geräte haben mit dem klassischen Wandbarometer, das früher in Opas und Omas Flur hing, äußerlich gar nichts mehr gemeinsam: Die schlichten Alu-Zylinder mit LED-Leuchte könnten ohne weiteres als schicke Design-Objekte daherkommen. Auf die Idee, dass es sich um Wettersensoren handeln könnte, kommt man nicht.

Der größere Zylinder ist der Innensensor, über den alle anderen Geräte verbunden werden. Man verbindet ihn am besten per Kabel mit dem Computer und richtet ihn von dort mit eigenem Namen und eigenem Benutzerprofil ein, denn auch nach mehreren Versuchen sowohl mit iOS- als auch Android-Apps war es bei der Einrichtung nicht möglich, über Smartphones eine Verbindung herzustellen.

Geräte optimal platzieren

Der Innensensor ist dann per WLAN mit dem Internet verbunden. Er sollte später so platziert werden, dass er eine gute Verbindung zum Internetrouter halten und dennoch störungsfrei über Funk mit den Außengeräten kommunizieren kann. An seinem Standort misst er die Luftfeuchtigkeit, den Luftdruck, den Kohlendioxid-Gehalt in der Raumluft, die Umgebungslautstärke und die Raumtemperatur. Deshalb sollte er auch nicht in einem Fenster zur Sonnenseite platziert werden. Er wird wie alle anderen Geräte der Netatmo-Wetterstation mit AA-Batterien betrieben.

Der Außensensor wird dann direkt per Funk mit dem Innensensor gekoppelt. Der Außensensor misst die Außentemperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Luftqualität. Netatmo hat dafür keinerlei Halterungen vorgesehen. Im Herstellervideo wird er einfach draußen auf den Gartentisch gestellt. Frank Abel, Meteorologe bei MeteoGroup, dem größten privaten europäischen Wetterunternehmen, empfiehlt aber für vergleichbare Werte eine dauerhafte Anbringung an der sonnengeschützten Nordseite des Hauses. "Der Temperaturfühler muss möglichst frei und im Schatten stehen und belüftet sein, sonst misst Du die Strahlungstemperatur der Wand." (Foto: Jürgen Bochardt)

Windmesser in zehn Meter Höhe

Was beim Außensensor noch recht trivial zu lösen ist, wird beim Windsensor von Netatmo schon etwas kniffliger. Wind sucht sich seinen Weg und so können viele Einflüsse in der unmittelbaren Umgebung dazu führen, dass die Ergebnisse des hauseigenen Windmessers durch umstehende Häuser, Hausdächer und Bäume vollständig von denen der offiziellen und von der WMO anerkannten Wetterstationen abweichen. Die von mir für den Test gewählte Anbringung auf einem Zaunpfahl in etwa 1,60m Höhe ist zum Beispiel nicht geeignet, um allgemeinverlässliche Daten zu liefern. "Ein Windmesser sollte etwa 10 Meter oberhalb der Reibungsschicht angebracht werden." erläutert Frank Abel. Wer tatsächlich die Möglichkeit hat, den Windmesser in dieser Höhe anzubringen, sollte bei seiner Konstruktion daran denken, dass er regelmäßig die Batterien im Gerät austauschen muss.

Der Regensensor dagegen ist am Einfachsten anzubringen, Höhe und Rundumbebauung sind hier nicht entscheidend: Nur nach oben frei und offen muss er sein, um das Regenwasser aufzufangen, das im Inneren über eine Wippe die Menge misst. Achtung: Der Boden des Regensensors sollte frei sein, denn das Wasser muss ja auch wieder abfließen können.

Offizielle Anforderungen an eine Wetterstation

"Um den internationalen Normen für die Aufstellung von meteorologischen Messstationen zu entsprechen, muss der Standort über ein relativ hindernisfreies, 300 – 400 qm großes Grundstück verfügen. Für die Messung der Bodentemperatur sind 30 Quadratmetern Rasenfläche notwendig. Zu Hauswänden und befestigten Flächen ist ein Abstand von 10 Metern einzuhalten. Windrichtung/Windgeschwindigkeit und Sonnenscheindauer werden etwa 10 Meter über Boden an einem freistehenden Mast oder – bei Anbringung auf Gebäuden - 5 Meter oberhalb des Dachgiebels gemessen." So lauten die Vorgaben für offizielle Wetterstationen, die unter anderem bei MeteoGroup zu finden sind. Da diese Vorgaben kaum ein Netatmo-Anwender realisieren kann - die meisten Geräte werden direkt am Haus an Regenrinnen und auf Balkonen angebracht - sind die per Netatmo gewonnenen Daten also auch nicht mit den offiziellen Wetterdaten vergleichbar. Die unterschiedlichen Bedingungen der Anwender vor Ort erklären auch die Abweichungen selbst bei Nachbarn auf der Netatmo-Wetterkarte: Sowohl bei der Temperatur als auch bei Regenmengen gibt es sichtbare Unterschiede. Ein Trend lässt sich dennoch immer ablesen.

Temperatur und Regenmengen können über die Wetterkarteb abgelesen werden. 



Temperatur und Regenmengen können über die Wetterkarten abgelesen werden.

Netatmo kann fühlen, hören und befehlen

Wozu das ganze also, werden Sie sich vielleicht fragen, wenn die gesammelten Wetterdaten doch gar nicht so präzise sind? Gerade wenn keine offizielle Wetterstation in Ihrer Nähe ist, können die selbst gesammelten Daten, die im Laufe der Zeit auch miteinander verglichen werden können, Aufschluss über das bei Ihnen herrschende Mikroklima liefern. Und auch wenn Sie gar nicht so interessiert am Wetter sind, können die Daten Ihnen helfen, wenn Sie Ihr Haus bereits smart automatisiert haben. Über Dienste wie zum Beispiel IFTTT können die Daten der Wetterstation mit Funktionen in Ihrem Haus verbunden werden.

So wäre es zum Beispiel möglich, die Rollläden automatisch schließen zu lassen, wenn es stürmt. Oder Sie können die Fenster schließen lassen, wenn es regnet. Selbst wenn Sie zuhause sind und der CO2-Sensor in der Innenstation bedenkliche Werte liefert, können Sie sich mit einer Koppelung zur Philipps Hue anzeigen lassen, dass es jetzt angeraten wäre den Raum zu lüften. Wer pubertierende Teenies zuhause hat, wird wissen, dass eine spürbar stickige Luft alleine nicht immer reicht, um die Herrschaften dazu zu bewegen.

Dieselbe Zielgruppe könnte auch auf mehreren Kanälen informiert werden, wenn es während Ihrer elterlichen Abwesenheit deutlich zu laut im Haus wird und der Lautstärke-Pegel auf Party-Niveau gestiegen ist. Wenn gar keiner zu Hause ist und es trotzdem auf einmal laut im Haus wird, könnte das auf Einbrecher hin deuten: Eine Verbindung zu einem gekoppelten Überwachungskamera-System wie zum Beispiel der Netatmo Überwachungskamera mit Gesichtserkennung oder auch einem anderen Hersteller könnte Aufschluss über die Lärmquelle geben - und gegebenenfalls kann dann schnell die Polizei alarmiert werden.

Aber auch, wenn Ihr Haus noch gar nicht smart ist: IFTTT-Rezepte, die einen einfach nur über die Lage vor Ort informieren, gibt es bereits viele.

Aber wie ist das mit dem Datenschutz?

Auf den ersten Blick mögen die Informationen, die eine Wetterstation liefert, völlig unkritisch sein. Doch habe ich in Foren, in denen sich über die Funktionen ausgetauscht wurde, schon Kommentare gelesen, aus denen hervor ging, dass sich Anwender unwohl bei dem Gedanken fühlten, dass die Innenstation Raumluft und Lautstärke misst und die Daten dazu ausgibt, weil sich daraus ableiten lassen könnte, wieviel Personen zu welcher Zeit anwesend gewesen sein könnten.

Das werden die einen unter Paranoia abhaken, für andere könnte es eine kritische Relevanz haben: Wenn die geschäftsreisende Gattin nachts um drei einen Hinweis erhält, dass in ihrem heimischen Schlafzimmer ungewöhnlich hohe CO2-Werte und dauerhaft hohe Geräuschpegel gemessen werden, könnte das interessante Rückschlüsse auf die dortigen Aktivitäten zulassen.

Die Kosten

Die Netatmo Wetterstation mit Innen- und Außensensor kostet 169 Euro, mit den Windmesser kommen nochmal 99 Euro und mit dem Regenmesser 69 Euro dazu. Die von Netatmo angebotene Halterung kommt im Praxistest nicht gut weg. Vielleicht ist das der Grund, warum die Halterung derzeit nicht direkt im Netatmo-Shop erhältlich ist. Eine individuell für den von Ihnen gewählten Standort geeignete Methode zum Beispiel mit Stativschrauben auf einer Stange oder einem Balken kann am Ende sogar günstiger werden.

Ich danke dem Medienmetereologen Frank Abel, Blogger Milos Willing und den Anwendern Jürgen Borchardt und Michail Girnus für ihre Informationen und Erfahrungen, die ich in diesen Artikel einfließen lassen konnte.

Die Netatmo Wetterstation wurde in einem Test der Computerbild mit dem Testurteil "gut" und als Testsieger ausgezeichnet. Die Wetterstation für innen und außen können Sie ganz einfach im WIE EINFACH!-Shop bestellen.

Artikel vom   22. September 2017
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