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Netatmo Welcome erkennt Gesichter

von Anita Schneiders

Überwachungskameras gibt es viele. Mit der Netatmo Welcome kommt die erste Kamera mit ausgereifter Gesichtserkennung auf den Markt. Wir haben sie getestet.

Auf der CES 2016 ist die neue Entwicklung aus dem Hause Netatmo immerhin mit dem Innovation Award ausgezeichnet worden. Die Überwachungskamera Netatmo Welcome funktioniert über Gesichtserkennung und soll verlässlich aufs Smartphone spielen, wer sich gerade zu Hause aufhält. So hat man immer auf dem Schirm, wann die Kinder eintrudeln, ob die Großeltern schon wieder im Hause sind oder ob sich ungewünschte Gäste im Haus aufhalten.

Das Auspack-Erlebnis

Die Verpackung der Netatmo Welcome ist vielversprechend. Die Box sieht hochwertig aus und enthält neben der Kamera ein Micro-USB-Stromkabel mit Adapter, ein Netzwerkkabel und eine Micro-SD-Karte. Die Kamera selbst kommt im schicken Alu-Gold-Look und sieht schön stylisch aus. Klein und handlich ist sie auch, nicht größer als 16 Zentimeter mit einem Durchmesser von 4 Zentimetern. Die Anleitung ist für meinen Geschmack allerdings etwas zu kurz gehalten. Wer also nicht über ein profundes technisches Verständnis verfügt, dürfte damit an seine Grenzen stoßen. Doch es gibt eine gute Exit-Strategie: Die Homepage von Netatmo hilft bei offenen Fragen.

Die Installation

Für die Installation der Netatmo Welcome benötigt man die App des Herstellers, die es für Android- und iOS-Geräte gibt. Die Kamera selber wird über das Micro-USB-Kabel mit Strom versorgt. Hier hat die Kamera ein erstes Manko: Sie muss in unmittelbarer Nähe einer Steckdose stehen oder man verwendet ein längeres Kabel für den Stromanschluss. Das ist unpraktisch und kann schnell in einem Kabelsalat enden. Zum Start muss man einfach die Schritte in der App des Herstellers befolgen, und dann ist die Kamera installiert. Für den Betrieb wird ein ständiger Internetanschluss benötigt, dieser ist über WLAN (hierfür muss man das Passwort seiner Routers in die App eingeben) oder LAN möglich. Bilder werden auf der mitgelieferten Micro-SD-Karte gespeichert. Eine Speicherung in der Cloud ist nicht möglich.

Die Welcome-Kamera in der Praxis

Gesichtserkennung per Scan – die neue Netatmo Welcome-Kamera verspricht Full-HD-Aufnahmen mit Nachtsicht und Ton. Damit soll die Kamera zwischen erwünschten und unerwünschten Personen im eigenen Heim unterscheiden und gegebenenfalls einen Alarm auslösen. Damit das funktioniert, hat man aber noch ein paar Meter zurückzulegen. Denn zunächst speichert die Kamera jedes Gesicht als unbekannt ab. In der App muss man also im ersten Schritt jede Person einzeln per Eingabe identifizieren. Die Erkennung lief in der Praxis nicht ganz reibungslos. Um die Identifizierung sicher abzuschließen, war es notwendig, viele verschiedene Aufnahmen bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu machen. Für jede Person musste hier ein separates Profil angelegt werden. Das war ganz schön aufwendig.


Der Nutzen

Was das bringt? Man weiß immer genau, was zu Hause los ist, egal, wo man sich selbst gerade befindet. Über die App kann man vom Büro, aus dem Auto oder Ausland einen Blick in das eigene Heim werfen. Denn die von der Kamera erfassten und identifizierten Personen werden mit Foto, Datum und Uhrzeit auf das Display gespielt. Wer kommt, wer geht oder bleibt – alles wird transparent und ist vom Handy aus mitzuverfolgen.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

So verführerisch diese Kontrolle ist, so massiv ist die Privatsphäre betroffen. Im Kreise der Familie oder der betroffenen Personen sollte das ausdiskutiert werden. Für ältere Familienmitglieder ist es tatsächlich eine gute Möglichkeit, sie im Auge zu behalten, wenn sie sich nur noch eingeschränkt selbst versorgen können. Der Nutzen für kleine Kinder ist nicht so leicht zu durchschauen, weil sie einer engmaschigen persönlichen Betreuung bedürfen. Umstritten ist sicherlich das Thema Privatsphäre. Netatmo ist sich diesen heiklen Themas bewusst. Die aufgezeichneten Videos werden laut Netatmo nur auf der Micro-SD-Karte abgespeichert, eine Speicherung in einer Cloud erfolgt nicht. Zudem soll die Datenübermittlung von der Kamera an die App verschlüsselt ablaufen. Jedes Ereignis wird allerdings auf Netatmo-Servern in einer Cloud abgespeichert.

Abzüge bei der sicheren Gesichtserkennung

Im Praxistest konnte die Kamera bereits identifizierte Personen nicht erkennen, wenn diese zum Beispiel bei schlechten Lichtverhältnissen aufgenommen worden waren oder wenn das Haar ins Gesicht fiel. Die Trefferquote steigert sich aber offensichtlich über längeren Gebrauch. Die Qualität der Aufnahmen hat uns positiv überrascht, vor allem im Nachtmodus.

Bloß nicht den Stecker ziehen

Mitunter übertrug die Kamera einen schwarzen Bildschirm. Einfacher Problemlöser: Stromkabel raus und die Kamera funktionierte wieder. Eine Tücke hat die App: Es gibt ein grünes Feld mit der Funktion „Reset für diese Kamera ausführen“. Man sollte tunlichst vermeiden, unterwegs darauf zu tippen, denn damit wird die Kamera auf ihre Ursprungseinstellung zurückgesetzt. Sollte man sich gerade im Urlaub befinden, ist die Kamera für den Rest der Zeit unbrauchbar. Das Reset muss vor Ort zusammen mit der Kamera gemacht werden, denn es handelt sich hierbei um eine Neueinrichtung, d.h. man fängt von vorne an.

Gut: Über die App kann man einstellen wie und wann Benachrichtigungen versendet werden sollen. Zudem kann man auch die Personen festlegen, die gefilmt werden dürfen. Achtung bei Haustieren (z.B. Katzen): diese können zu widersprüchlichen Meldungen führen, wenn sie von der Kamera erfasst werden („Bewegung erfasst“) und damit einen Benachrichtigung auslösen, die dann eigentlich ein Fehlalarm ist.

Fazit

Insgesamt ist die Kamera Netatmo-Welcom ein interessantes Gerät um das eigene Heim sicherer zu machen. Die Gesichtserkennung ist gut, mit Luft nach oben. Die Kamera hat in der Praxis mit guten Aufnahmen überzeugt, hat allerdings einige Mankos, die manchen Nutzer abschrecken könnte. Neben datenschutzrechtlichen Gedanken könnte das auch der Preis in Höhe von 199 € sein.

Die Netatmo Welcome können Sie ganz einfach im WIE EINFACH!-Shop bestellen.

Artikel vom   15. Februar 2016
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