Zum Chat

  • ThinkstockPhotos-86488393-SLB.jpg

Musik machen mit Smartphone und Tablet

vonStefan von Gagern

Musik machen geht heute auf verschiedene Art und Weise: Mit diesen Apps wird Ihr Smartphone oder Tablet zum Heimstudio, Musiklehrer oder Instrument.

Wenn es ums Musikmachen geht, sind Smartphone und Tablet längst ernstzunehmende Helfer geworden. Selbst Profis nutzen die neue Technik auf der Bühne oder im Studio. Was Instrumente und Mischpulte auf dem iPad so intuitiv macht, ist die Touchscreen-Bedienung: Tasten, Knöpfe und Saiten lassen sich realistischer als mit der Computermaus streichen, tippen und drehen. Und wenn doch echte Tasten oder Geräte Vorteile bringen, gibt es eine breite Palette externer Hardware zum Anschluss echter Gitarren, Keyboards, Mixer oder Mikrofone.

Das komplette Heimstudio

Ein komplettes Studio fürs iPad und iPhone ist Garage Band von Apple. Damit soll Musik machen so einfach wie Musik hören sein. Wer damit aufnehmen möchte, muss sich schon ein wenig einarbeiten, aber mit vorgefertigten Loops gelingt es schon in Minuten, einen eigenen Song in mehreren Spuren zusammen zu stellen. Wer möchte, kann auch echte Instrumente wie Gitarren, Gesang und andere Instrumente mit Mikrofonen aufnehmen - oder die gesampelte Version als „Software-Instrument“ nutzen. Garage Band gibt es leider nur für iOS. Für Android ist Musik Maker Jam eine gute Alternative.

Für Einsteiger: Live Loop Modus

Wer eigentlich noch nie Musik gemacht hat, kann trotzdem etwas mit Garage Band anfangen. Mit dem später hinzugekommenen Live Loops Modus ist es sehr einfach, elektronische Musik wie ein DJ durch Antippen von Spuren und Loops ineinander zu mischen. Mit Touchpads können Sie noch Effekte wie Phaser steuern und die Musik verfremden. Das Mixen macht sofort Spaß - sogar Kindern.

Konzertflügel-Töne auf dem Tablet

Es gibt Apps für wenig Geld, die seltene und teure Instrumente täuschend echt simlulieren. Wer schon immer mal einen Konzertflügel spielen wollte und nie den Platz oder das Kleingeld hatte, findet mit iGrand Piano seinen Traum. Vom gleichen Hersteller gibt es Elektrische Pianos und Bässe sowie Sample Tank  – eine universelle Sammlung von gesampelten Instrumenten, die ganze Streicherensembles realistisch ertönen lassen.

Wer etwas Spezielleres sucht, wird ebenfalls fündig. Zum Beispiel können sich dank Apps Liebhaber seltener Synthesizer aus den 70er und 80er Jahren den Originalsound dieser Raritäten auf ihr Tablet holen. Ein tolles Beispiel ist der Korg iMS 20, ein analoger Sequenzer, bei dem Sie mit Kabeln experimentieren und so die Blubberklänge modulieren können. Sogar legendäre Synthesizer wie der Moog Model 15 wurden komplett als App nachgebaut. Und Laien macht das Ausprobieren damit dank eines einsteigerfreundlichen Intros ebenfalls Spaß.

Instrumente lernen oder spielen

Das Lernen eines Instruments bedeutet manchmal viel harte Arbeit - und oft teuren Musikunterricht. Apps sind eine günstige Alternative, gute Ergänzung oder einfache Möglichkeit, bei einem Instrument mal rein zu schnuppern. Zum Beispiel können Sie mit Sonotap Grand Piano sich am Klavier ausprobieren. Statt Noten fallen farbige Balken vom Himmel, die zeigen, wie lange eine Taste gespielt wird. So können Sie von Kinderliedern bis klassischen Werken Stücke üben - auch die rechte oder linke Hand einzeln. Für Gitarristen und Lagerfeuer-Musikanten ist Tabs & Chords praktisch das ultimative Liederbuch in App-Form. Hier gibt es über eine Million Liedtexte mit Akkorden. Teils sind die Stücke in detaillierten Tabulaturen ausnotiert. Mit einer Abspielfunktion kann der Gitarrist exakt sehen, welche Note er wo greifen muss. So wird das Lernen von Akkorden, Riffs und Solos sehr viel einfacher.

Verbindung zu echten Instrumenten

So toll, wie sich viele Apps per Touchscreen spielen und bedienen lassen - oft können sie nicht echte Tasten oder Saiten ersetzen. Für diesen Fall gibt es passende Hardware als Ergänzung. Der Hersteller ikMultimedia hat mit iRig Keys Mini ein Midi-Keyboard im Programm, dass sich mit 25 Tasten gut spielen lässt und an iOS und Android-Apps passt. Die Anschlußkabel sind gleich dabei. Gitarristen hilft iRig HD 2 vom gleichen Hersteller. Damit ist es möglich, die Gitarre an das iPad anzuschlessen. Dort warten in Garage Band oder in Apps wie Amplitube ganze Sammlungen an Gitarrenverstärkern und Effekten. Diese können Sie dann mit der echten E-Gitarre ansteuern und direkt in Tablet-Studio eigene Songs aufnehmen.

Artikelvom  09. Januar 2017
SpeichernAbbrechen
Ähnliche Artikel