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Mit dem Walabot DIY kann man durch Wände sehen

von Rob Vegas

Der Walabot DIY-Sensor kann mit einem Android-Smartphone durch Wände sehen. Nutzen? Man weiß, wo sich eine Wasserleitung befinden könnte. Und bohrt sie nicht versehentlich an. 

Ein Problem mit dem Auge

Unser menschliches Auge ist schon ein Wunderwerk. Es kann sich an das Licht anpassen, in dunklen Umgebungen trotzdem noch Gegenstände erfassen und sieht in den meisten Fällen scharf. Nur durch Wände kann unser Auge auch nach Millionen von Jahren der Evolution immer noch nicht schauen. Ich selbst lebe in einem sanierten Altbau und traue mich kaum noch, einen Nagel in die Wand zu hauen. Theoretisch könnten hier hinter jeder Wand alte Rohre, Kabelgewirr und außerirdische Lebensformen lauern. Einmal fand ich dann sogar durch die Verbindung von Kraft und einem Hammer einen alten Schacht, der wohl einmal Teil eines Kamins gewesen ist. Oft hätte ich mir hier schon einen Röntgenblick gewünscht. Nun scheint es endlich eine vergleichsweise kostengünstige Lösung zu geben.

Walabot DIY kommt nach Europa

In den USA schwören schon viele Handwerker auf das Gadget der israelischen Firma Vayyar Imaging, das sich vor allem mit Imaging- und Sensortechnik bei Industrie und Medizin einen Namen gemacht hat. Die Sensoren kamen bisher vor allem bei Operationen und in der Industrie zum Einsatz, doch dann dachten die Macher auch an Heimwerker und Privatpersonen als mögliche Nutzer. Dabei wird der Walabot DIY auf der Rückseite eines Smartphones befestigt, per Kabel mit dem Phone verbunden und die App zeigt dann sofort eine Liveansicht. Das grenzt im ersten Augenblick an Zauberei, doch etliche Redaktionen in Amerika konnten sich schon selbst ein Bild davon machen. Es funktioniert und kann eine tolle Hilfe sein. Vor allem aber wird so ein Schlag mit dem Hammer auf einen Nagel nicht mehr gleichzeitig zum Glücksspiel mit der Versicherung.

James Bond unter den Heimwerkern

Der Walabot DIY kann Rohre aus Kunststoff und Metall erkennen. Zudem erfassen die Sensoren auch elektrische Drähte und Bolzen. Das Livebild ist insofern kein echtes Video, sondern eine Art Analyse des Untergrunds in Echtzeit. So kann jeder Heimwerker ein wenig zu James Bond mutieren, wenn er dieses Gadget in seinen Händen hält. Vor dem Einsatz muss man das Gerät allerdings erst einmal kalibrieren, um den Normalzustand zu erfassen. Dazu muss man das Gadget über einen Bereich fahren, welcher gar keine verborgenen Rohre und Leitungen beinhaltet. Erst so kann dann der Walabot DIY die Unterschiede selbst wahrnehmen und als Visualisierung über die App an den Nutzer ausgeben. Aktuell kann man das Gerät nur mit einem Android-Smartphone nutzen. Eine App für iOS gibt es derzeit leider nicht. Unter Heimwerkern in den USA ist das clevere Gadget schon sehr beliebt. Das dürfte hierzulande bald nicht anders sein. Zum Start kostet das Gadget hier nur 99 Euro. Später wird es dann im Handel für 199 Euro regulär erhältlich sein.

Artikel vom   27. Juni 2017
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