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Live TV und Videostreaming mit dem iPad – so geht ‘s

von Rüdiger Maulko

Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass das iPad ein echtes Multitalent ist. Hier erfahren Sie, wie Live TV und Videostreaming mit dem beliebten Tablet zum echten Vergnügen werden.

Das iPad eignet sich wunderbar als smarte Zentrale für Film und Fernsehen. Mit einer App surfen Sie bequem durch die Angebote von TV-Sendern und Videoportalen. Das Ausgewählte kann unterwegs auf dem handlichen Display des Tablets oder zu Hause via Airplay oder Chromecast auf einem großen Fernseher betrachtet werden. Apps und Anbieter für Live TV und Videostreaming gibt es einige. Wir haben sie uns genauer angeschaut.

Live TV - Einklinken in den Flow

Laufende TV-Programme kann man sich mit der App TV-Spielfilm anschauen. Die Bedienung ist einfach und intuitiv: Ein Fingertipp im Programmführer ruft eine Sendung auf, gezappt wird durch Swipen. Streicht man im Videofenster oder im Full Screen-Modus mit dem Finger nach links oder rechts, erfolgt ein flüssiger Senderwechsel. Unter „Meine Sender“ lässt sich ein individuelles Paket mit bevorzugten Sendern konfigurieren. Hilfreich bei der Orientierung sind die Bewertungen und Zusatzinfos zu einzelnen Sendungen, Highlights werden gesondert vorgestellt. Die App schaltet nach einer Registrierung den kostenlosen Zugang zu über 50 Programmen frei, für den Empfang der verschlüsselten Privatsender (z. B. RTL, Pro7, Sat.1) muss das Premium-Paket für 9,99 € monatlich abonniert werden.

Ebenfalls eine gute Adresse für Live TV ist Zattoo-TV. Das werbefinanzierte Free-Paket bietet 79 Sender gratis, einige davon sogar hochaufgelöst in High Definition (HD). Neben öffentlich-rechtlichen Programmen wie ARD und ZDF sind auch internationale Sender enthalten. Das kostenpflichtige Premium-Paket für 9,99 € pro Monat enthält zusätzlich die Privatsender. Zubuchbar sind internationale Sender-Pakete. Die App glänzt mit einer pfiffigen Live-Vorschau aus eingefrorenen Miniaturbildern, die anschaulich auf gerade Laufendes verweisen. Eine Erinnerungsfunktion sorgt dafür, dass keine Sendung mehr verpasst wird. Das Premium-Paket enthält einen digitalen Videorecorder inklusive Speicherplatz für 250 Aufzeichnungen (Recall-Option). Das Streamen archivierter Inhalte - auch TV oder Video on Demand genannt - ist ebenfalls möglich. Zattoo-TV erlaubt Multitasking. Im Fullscreen-Modus wird die Bild-im-Bild-Funktion aktiviert, daraufhin verkleinert sich das Videofenster und andere Anwendungen können parallel genutzt werden.

Seit März 2017 gibt es eine neue Technik für Live TV. DVB-T2 HD steht für Fernsehen via Antenne in durchgängig hoher Auflösung (HDTV-Qualität). In allen großen Ballungsgebieten ist der Nachfolgestandard von DVB-T schon am Start, weitere Regionen sollen folgen. Die gebührenfinanzierten Sender sind kostenlos, für Privatsender in HD muss auch hier gezahlt werden. Die Technik steckt in den Anfängen und kämpft noch mit Kinderkrankheiten. Eine erste mobile Lösung für das iPad bietet der Hersteller LogiLink an. Auf dem Tablet muss dann die App Air DTV Wifi installiert werden.

Video on Demand – Mediatheken und Videoportale

TV-Inhalte und Videos werden immer häufiger auf Abruf konsumiert. Nahezu jeder größere TV-Sender bietet mittlerweile eine eigene Mediathek samt App an. Die Archive enthalten nicht das gesamte Programm, sondern nur eine Auswahl. Die Nutzung öffentlich-rechtlicher Mediatheken ist aufgrund der Gebührenfinanzierung kostenfrei. Programminhalte von Privatsendern sind teils frei zugänglich, teils muss gezahlt werden. Die RTL interactive GmbH, zu der sämtliche RTL-Ableger, Vox und n-tv gehören, bietet mit TV Now Plus ein uneingeschränktes Abo für 2.99 € pro Monat an. Enthalten ist Pre-TV, Programmhighlights stehen also schon vor der offiziellen TV-Ausstrahlung zum Abruf bereit. Zeitlich begrenzt werden einzelne Sendungen ins Netz gestellt, die im Safari Browser des iPads umsonst angeschaut werden können. Bei der Senderfamilie Pro7/Sat.1, der auch Kabel eins und weitere kleine Sender angehören, ist die Nutzung der 7TV App gratis. Enthalten sind neben Eigenproduktionen in kompletter Länge (z. B. Magazine, Shows) viele Clips und Trailer, die auf Programmhöhepunkte aufmerksam machen. Punktuell findet man auch ganze Serienfolgen. Abendfüllende Blockbuster jüngeren Datums sind nicht zu finden. Integriert ist eine Live TV-Option, die 30 Tage lang kostenlos getestet werden kann.  

Die TV Pro Mediathek bündelt die Inhalte öffentlich-rechtlicher Videotheken und beschleunigt so den Zugriff. Diverse Mediatheken-Apps müssen nicht mehr extra installiert und einzeln aufgerufen werden. Nach dem Start dauert es zwar manchmal etwas länger, bis die App vollständig geladen ist. Aber das Warten lohnt sich, denn das abwechslungsreiche Angebot macht Laune auf einen netten TV-Abend. Übersichtliche Rubriken strukturieren das Angebot. Die TV Pro Redaktion gibt auch konkrete Empfehlungen, um die Auswahl zu erleichtern. Mit der integrierten Suche ist der verpasste Tatort vom Sonntag schnell gefunden. Nach einer Testphase fallen auch hier Abokosten an (2,99 €/Monat; 14,99 €/Jahr).

Videostreaming für Spezialisten

Ist das Angebot der klassischen TV-Sender mal nicht ausreichend, empfiehlt sich die Nutzung spezieller On Demand-Dienste. Sie widmen sich einzelnen Genres ausführlicher und liefern attraktive Inhalte, die es im deutschen Fernsehen oft gar nicht zu sehen gibt. Serienjunkies sei vor allem die Netflix App ans Herz gelegt. Für monatlich 9,99 € (Standard-Abo) schaut man seine Lieblingsserien auf zwei Geräten gleichzeitig in HD-Qualität. Die Maxdome App punktet mit einer riesigen Filmauswahl in HD für 7,99 € pro Monat. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet Amazon. Nach Abschluss eines kostenpflichtigen Prime Abos gibt es für 5,75 € pro Monat nicht nur Zugriff auf ein ansprechendes Film- und Serienangebot, das die App Amazon Prime Video zugänglich macht. Ein kostenfreier Premiumversand für bestellte Artikel, ein unbegrenzter Cloud Speicher für Bilder sowie der Musikstreaming-Dienst Prime Music sind ebenfalls Bestandteile des Abos. 

Wenn Filmgenuss auf Abruf umsonst sein soll, bietet sich die Netzkino App an. Das Angebot ist breit gefächert, unter anderem sind Thriller, Komödien, Science Fiction- und Kinderfilme enthalten. Die Qualität des Gebotenen schwankt mitunter stark. Da es sich um ein Gratisangebot handelt, fehlen angesagte Blockbuster. Für einen gemütlichen Filmabend ist die Auswahl aber allemal ausreichend. Bedenklich ist allerdings, dass in der momentan erhältlichen Version Filme ab 18 Jahren barrierefrei zugänglich sind. Kindern sollte man daher eine unbeaufsichtigte Nutzung der App auf keinen Fall erlauben.

Äußerst unterhaltsam und kurzweilig sind die Musikvideos, die Vevo in großer Zahl - teils sogar in HD-Qualität - anbietet. Die App kann jeder nutzen, eine Registrierung erweitert allerdings den Funktionsumfang. Mit Hilfe des Favoriten-Buttons kann man einen eigenen Clipkanal mit Lieblingskünstlern kreieren, Playlists mit favorisierten Videoclips sind zügig zusammengestellt. Häufiger enthalten die Künstlerprofile auch Extras, wie Audiodateien oder ergänzende Promotionclips zu einzelnen Alben.

dailyme hat sich auf den mobilen Konsum von Fernsehsendungen spezialisiert. Mit der Downloadfunktion kann das Gewünschte heruntergeladen und unterwegs ohne Internetverbindung angesehen werden. Das Datenvolumen des Mobilfunktarifs wird dadurch entlastet, schlechter Empfang oder fehlendes WLAN vor Ort sind kein Thema mehr. Neue Folgen von Lieblingssendungen lädt die App nach einem Abo automatisch. Da dailyme ein echter Speicherfresser ist, sollte die Festplatte des iPads immer genügend freie Kapazitäten haben.

Alles, was das Herz begehrt - aber Achtung bei den Kosten

Die Auswahl ist groß, Live TV und Videostreaming auf dem iPad machen wirklich Spaß. Allerdings geht die Nutzung von Gratisangeboten mit häufigen Werbeeinblendungen einher. Legt man Geld hin, wird ’s werbefreier, teils qualitativ hochwertiger und die Privatsender sind mit im Boot. Eine Komplettversorgung mit Live TV- und On Demand-Abos geht allerdings schnell ins Geld. Zusätzliche Kosten können entstehen, wenn mobiles Videostreaming das vom Tarif abgedeckte Datenvolumen überschreitet.

Beim Test dauerte es zwar manchmal etwas, bis Streams und Apps geladen waren. Auch ruckelte es hier und da mal etwas. Insgesamt liefen die Videos auf einem betagteren iPad Air aber recht flüssig. Unterwegs kann es natürlich je nach Netzversorgung mal zu Aussetzern oder Unterbrechungen kommen. Sollten zu Hause trotz halbwegs aktueller Hardware wiederholt Probleme beim Streaming auftreten, können etwa ein schwächelndes WLAN oder eine zu geringe Bandbreite des Internetanschlusses schuld sein. Abschließend noch ein Tipp: Wer Streaming via iPad und Airplay mit einem exzellenten Ton veredeln möchte, kann auch hochwertige Sonos-Lautsprecher ins Vergnügen einbeziehen. Eine Anleitung gibt es hier.

Artikel vom   29. Oktober 2017
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